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Generationenwechsel im Vorstand des SGV Lippoldshausen

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Von: Petra Siebert

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Jutta Lehne und Meike Toll sitzen am Tisch
Jutta Lehne und Meike Toll (von links) haben ihre Vorstandsämter beim SGV Lippoldshausen in jüngere Hände gelegt. © Petra Siebert

Um wichtige Ämter des Sport- und Gesangvereins (SGV) Lippoldshausen in jüngere Hände zu legen, ließen sich die Vorsitzende Jutta Lehne und Kassenwartin Meike Toll zur Jahreshauptversammlung nicht mehr zur Wiederwahl aufstellen.

„Ich war mit Herzblut dabei, habe das Amt sehr gerne ausgeübt, aber alles hat seine Zeit, man muss loslassen können. Ich freue mich nun über das Mehr an Freizeit“, sagt Jutta Lehne. Immerhin waren es wöchentlich zwölf bis 15 Stunden, die sie für Vereinstätigkeit aufgebracht hat. Bei Meike Toll macht sich ein wenig Wehmut breit. „Ich bin froh, dass der Druck weg ist, ich mehr Freizeit habe. Aber ich muss mich erst noch daran gewöhnen“. Auch sie hat viele Stunden in die Vereinsfinanzen investiert. Selbst bei den Urlauben haben sich die beiden nach den Vereinsterminen gerichtet.

Ihren Nachfolgern haben Jutta Lehne und Meike Toll Unterstützung versprochen. Das ginge dann auch ganz problemlos, denn der Vorsitzende ist Sebastian Lehne, der Sohn der bisherigen Vorsitzenden und das Amt der Schriftführerin übt nun Vanessa Toll, die Tochter der bisherigen Schriftführerin, aus. Beide Frauen sind sich sicher, dass ihre Kinder das meistern werden, denn sie sind ja damit aufgewachsen. Jutta Lehne war 22 Jahre im Vorstand, 20 Jahre als Vorsitzende. Meike Toll war 24 Jahre im Vorstand, 22 Jahre als Kassenwartin. Zum Vorstand gehören noch der zweite Vorsitzender Bjoern Maerz und die Schriftführerin Verena Köthe.

Im Laufe der Jahre sind nicht nur einige Sparten hinzugekommen, „die Mitglieder sind auch anspruchsvoller geworden“, hat Jutta Lehne festgestellt. Der Eintritt in den Sportverein gehörte früher zum Dorfleben dazu. „Als unser Sohn klein war, musste er mit mir zum Kinderturnen gehen“. Heute würden die Kinder bestimmen, ob sie in einen Sportverein aktiv sein wollen. „Das macht es für einen Verein nicht leichter“, ergänzt Meike Toll. Während damals die Kinder dem Tag entgegenfieberten, wann sie wieder zum Kinderturnen durften, ziehen es heute die meisten Mädchen vor, sich Tanzgruppen anzuschließen. Für den Nachwuchs habe ein örtlicher Verein nicht mehr die Wertigkeit wir früher. „Aber wir hoffen, dass der junge Vorstand die Aktivitäten des Vereins anders rüberbringt, als wir es getan haben“, so Toll. „Die Jungen haben neue Ideen, die ticken anders als wir“, meint Lehne. Immer wenn eine Trendsportart in einer Sparte angeboten wurde, wie beispielsweise Aerobic, Zumba, Fit for Fun, boomte es zu Beginn, da kamen auch Interessierte aus Münden und den Nachbarorten, nach einem halben Jahr kristallisierte sich heraus, wer blieb.

Beim Rückblick erinnern sich die Frauen an die Arbeiten an einem Vordach des Sporthauses. Es war das größte Projekt ihrer Zeit. Die Realgemeinde hat die Holzstämme gespendet, der inzwischen verstorbene Reinhold Steinmetz hat die Bauleitung übernommen und es wurde generationsübergreifend gearbeitet. „Der Zusammenhalt war einmalig, das hat zusammengeschweißt“, betont die ehemalige Vorsitzende. Lehne und Toll erzählen, dass innerhalb des Vorstandes eine sehr gute Zusammenarbeit und Vertrautheit herrschte. Man kommunizierte ohne Worte, jeder wusste, was zu tun ist. „Auch außerhalb der Vereinstätigkeiten haben wir gemeinsam etwas unternommen. Das war eine tolle Lebenserfahrung“, beschreibt es Lehne. Aber die Kontakte bleiben auch nach unserem Ausscheiden“, so Toll.

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