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Hann. Münden: Ruhestand für Rektor Reddig der BBS Münden

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Von: Petra Siebert

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Gerd Reddig mit hochgehaltenem Stift in der Hand. Links daneben ein Smartboard.
Gerd Reddig ist stolz auf die digitale Ausstattung der Schule. Beispielsweise sind über die Hälfte der Klassen mit Smartboards versehen. © Petra Siebert

Der Leiter der Berufsbildenden Schulen in Hann. Münden, Gerd Reddig, hört auf. Nach 15 Jahren freue er sich auf seinen Ruhestand. Ganz aufhören zu arbeiten, wird er jedoch nicht.

Hann. Münden – „Ich freue mich darauf, im Mai und im September in den Urlaub zu fahren und nicht mehr auf die Ferienzeit angewiesen zu sein“. Das sagte Oberstudiendirektor Gerd Reddig, der am 12. Juli nach fast 15 Jahren Schulleitertätigkeit an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Münden offiziell verabschiedet wird. „Doch zunächst möchte ich im Ruhestand ankommen, die freie Zeit genießen und öfter, als nur am Wochenende, ausgiebig frühstücken“. Sportlich betätigen wird er sich intensiv, er hat immer gerne und viel Tennis gespielt, das wird er beibehalten. Eines wisse Reddig sicher – Langeweile wird er nie haben, denn auch im Ruhestand möchte er etwas bewegen.

Gerne blickt Gerd Reddig auf die Zeit an den BBS zurück, in der stets sein wichtigstes Anliegen war, alles Machbare für Lehrer und Schüler umzusetzen. So ist 2008 das Schülercoaching, ein Kind der BBS Münden, entstanden und mittlerweile bundesweit im Einsatz. Während der Schulleiterkongresse in Düsseldorf stellte der BBS-Schulleiter diese Methode zwei Mal vor.

Der Schülerfirma Bauservice der Berufseinstiegsschule wurde eine größere Bedeutung beigemessen, beispielsweise haben die jungen Menschen die Holzbrücke an der Tillyschanze, die Fachwerkhäuschen für die Mündener Märkte, Blockhütten für Seniorenheime und das Hospiz und Schul-/Sitzbänke für die Schulen in Hann. Münden.

Auch für ein 320 Quadratmeter großes Gesundheitszentrum mit vielen Fitnessgeräten im Keller der Berufsschule hat sich Gerd Reddig starkgemacht. Er vertritt die Meinung, dass die Fitnessgeräte eine gute Alternative zu den üblichen Sportarten seien und auch ein Ausgleich zum vielen Sitzen in der Schule böten.

Reddig hat die Digitalisierung entscheidend vorangetrieben - BBS erste Schule mit Gigabit-Anbindung

Doch damit nicht genug, er hat die Digitalisierung in der Schule vorangetrieben, und damit verbunden das Verlegen von über einem Kilometer Leitung für den Anschluss. Es ist die erste Schule im Landkreis Göttingen, die über eine Gigabit-Anbindung verfügt.

Dazu gehören moderne EDV-Klassenraumausstattungen wie beispielsweise ein schulweites WLAN und die Bestückung fast aller Klassen mit Smartboards. „Bereits Jahre vor der Installierung habe ich mich um die Digitalisierung gekümmert“, berichtet Reddig. Im Zuge von Brandschutzmaßnahmen, die ein Öffnen der Decken erforderten, hat er die Verkabelung im Haus mit Glasfaser vorgeschlagen, was dann auch in die Maßnahme des Brandschutzes integriert wurde.

Das Arbeiten mit Kolleginnen und Kollegen und Schülerinnen und Schülern hat dem engagierten Schulleiter am meisten Spaß gemacht. Wirtschaft und Sport hat er unterrichtet. „Anfangs habe ich noch viel Unterricht gegeben, doch nach und nach musste immer mehr Verwaltungsarbeit geleistet werden“. In den 15 Jahren durchliefen 15 000 Schüler die BBS, jedes Jahr standen 300 Schulentlassungen und 300 Neuaufnahmen an. Um die Schülerzahlen an den BBS Münden stabil zu halten, ist Gerd Reddig jedes Jahr zur Zeit der Halbjahreszeugnisse zu den neun allgemeinbildenden Schulen des Einzugsbereichs der BBS gefahren, um alle Abschlussklassen über die Angebote der BBS Münden zu informieren und sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler zu stellen.

„Im Laufe der Jahre hat das Leistungsniveau der Schulbesucher leicht abgenommen“, so Reddig. Doch er sei stolz darauf, dass das Team der Schule auch leistungsschwache Absolventinnen und Absolventen zum Ziel geführt habe. „Wenn ich ehrlich bin, waren die vergangenen 15 Jahre die schönsten Jahre in meinem Berufsleben, weil ich an der Basis mit Schülern und Lehrern viel bewegen konnte“. Deshalb wird er im Berufsschullehrerverband im Vorstand (VLWN) weiterarbeiten, um noch mehr zu bewegen. (Petra Siebert)

Schülercoaching bundesweit 

Beim Schülercoaching handelt es sich um eine besondere Form der Beratung (Mündener Modell), bei der es darum geht, die Jugendlichen zielgerichtet und individuell zu begleiten, sie in der Entwicklung und Förderung ihrer schulischen als auch persönlichen Selbstgestaltungspotenziale zu unterstützen. 

Gerd Reddig unterstützt auch das Ehrenamt in seiner Schule. So beispielsweise den Einsatz einer Schülerin, die kreis-, landes- und sogar bundesweit für die Schüler und Schülerinnen im Einsatz ist.

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