Gerichtsprozess

Mann sendet Kinderpornos an Mädchen: Er will Fotos von ihr und setzt sie unter Druck

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv
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Kinderpornos verbreitet: 41-Jähriger zu Geldbuße in Höhe von 3500 Euro verurteilt. (Symbolbild)

Ein Mann steht vor Gericht, weil er Kinderpornografie verbreitet hat. Ein 14-jähriges Mädchen setzte er unter Druck, um an Fotos zu kommen. Jetzt muss er eine Geldstrafe zahlen.

Hann. Münden - Mit einer Geldbuße in Höhe von 3500 Euro hat das Amtsgericht Hann. Münden im zweiten Anlauf einen 41 Jahren alten Seefahrer wegen des Besitzes und der Verbreitung von kinder- und jugendpornografischen Schriften und Bildern bestraft. Er soll das Material an ein zum Tatzeitpunkt gerade mal 14 Jahre altes Mädchen geschickt haben. Dieses ließ sich von dem Mann unter Druck setzen, ihrerseits von sich Fotos in eindeutigen Posen zu machen und an ihn per Chat zu schicken.

Die Verhandlung gegen den in Hann. Münden aufgewachsenen und heute in Cuxhaven lebenden Mann sollte eigentlich schon Anfang des Jahres stattfinden. Sie musste aber vertagt werden, weil der Angeklagte eigenen Aussage zufolge die Aufforderung dazu nicht erhalten hatte. Also ließ ihn der Strafrichter zum neuen Prozesstermin mit der Polizei bringen.

Der gelernte Koch, der selbst zwei Kinder mit zwei unterschiedlichen Frauen hat, erschien ohne Anwalt und räumte die Vorwürfe komplett ein. Das Geständnis des Mannes, der bislang unauffällig gelebt hatte, wertete der Richter positiv, den Missbrauch allerdings als erschreckend und als strafverschärfend die große Zahl der Bilder und die Folgen für das Mädchen. Deshalb verhängte er auch die angesichts eines monatlichen Nettoeinkommens von 1200 Euro hohe Geldstrafe von 3500 Euro, die der Mann allerdings in Raten in Höhe von monatlich je 300 Euro abstottern kann.

Die Sache flog auf, weil die Mutter des 14 Jahre alten Mädchens auf dem Handy ihrer Tochter die fraglichen Dateien entdeckt hatte. Sie erstattete daraufhin bei der Polizei Anzeige, die wiederum den Angeklagten ermittelte und bei einer Untersuchung auf dessen Handy 29 Dateien mit kinder- und 97 mit jugendpornografischen Inhalts sowie weitere pornografische Fotos fand.

Kommuniziert hat der Mann mit dem Mädchen über einen in der Ukraine angesiedelten Chatdienst und über WhatsApp. Zwei Monate lang ging es hin und her, ergab die Befragung. Zwischendurch zog sich das Mädchen, dass sich wegen Stress zu Hause und Mobbings in der Schule auch in psychologischer Behandlung befand, aus dem Chat zurück, weil es ihr offenbar zu viel wurde.

Die Auswertung des Handys des 41-Jährigen, so eine Polizeibeamtin habe ergeben, dass es weitere Chatverläufe mit offenbar Minderjährigen gegeben habe. In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte, er wolle jetzt endlich eine Therapie machen. (Hans-Peter Niesen)

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