"Hunger, Krieg und Beulenpest"

Der Kampf der kleinen Leute nach dem 30-jährigen Krieg

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Der Stadtschreiber enthüllt atemberaubende Geschichten: Hier ein Teil der Akteure, die die szenische Führung „Hunger, Krieg und Beulenpest“ gestalten – (hier von links) Fischersfrau Juliana Bischoff (Ute Fellenberg), Braumeister Philipp Wulfram (Eleonore Siefert), Chronist und Secretarius des herzoglichen Amtes im Schloss Johann Ludolph Nagel (Kathrin Körtge), eine Marketenderin (Marie Anne Langefeld), die beiden Witwen Köster (Renate Heumann und Sabine Lohmann).   

Hann. Münden. „Hunger, Krieg und Beulenpest“ ist die neue szenische Stadtführung in Hann. Münden überschrieben, die am Sonntag, 27. Mai, an den Start geht.

Der Stadtschreiber weiß Bescheid: Er blättert in seiner dicken Chronik und berichtet, wie es den Mündenern ging, damals, nachdem die Soldaten des Feldherrn Tilly die Stadt verwüstet hatten und die kleinen Leute gegen Hunger und Seuchen kämpften.

Kathrin Körtge, Vorsitzende der Stadtführergilde, hatte die Idee zur neuen, szenischen Stadtführung. Im Mai ist es genau 400 Jahre her, dass der Dreißigjährige Krieg begann. Das war für sie Anlass, sich dem Thema zu widmen.

Ganz so düster und blutrünstig, wie der Titel vermuten lässt, gehe es aber nicht während der ganzen Führung zu, verrät sie, „es wird geschimpft, gejammert und gesungen“, so manches werde mit einem Augenzwinkern erzählt.

Aufgebaut in Dialogen

Dennoch bleibt das Thema ernst. Aufgebaut in Zweier-Dialogen berichten die Mündener von einst von ihren Erlebnisse. Dazu habe sie ein regelrechtes Drehbuch geschrieben, beschreibt es Kathrin Körtge. Zwölf Mitglieder der Stadtführergilde haben das Ganze vorbereitet. Diese hätten viel Erfahrung in szenischen Führungen, sodass die Zusammenarbeit flott von der Hand ging. Jetzt werde noch ein wenig an der Sprache gefeilt, und die Kostüme sind noch nicht alle vollständig.

„Begleitet von einem Chronisten und der Stadtmusikantin erfahren die Teilnehmer an verschiedenen Orten vom Schicksal der Witwen und Waisen, von den Sorgen des Stadtkämmerers, der Mühsal der Handwerker und vom gefährlichen Leben einer Marketenderin auf ihrem Weg durch zerstörte Städte und Dörfer“, kündigt Kathrin Körtge an. Der Kämmerer berichtet von den immensen Kriegskosten. Und auch die legendäre Verteidigung der Stadt durch Asmus Teufel hat ihren Platz in den Szenen.

Recherchiert wurde auch im Stadtarchiv, wo alten Schadenslisten zu entnehmen war, was welchen Mündenern im Krieg alles geraubt worden war, sagt Körtge. „Die Mündener gingen praktisch alle am Bettelstab.“

Die Akteure

Für die Figuren, die in der szenischen Führung auftreten, wurden weitgehend alte Mündener Namen verwendet.

Es treten auf: Chronist und Secretarius des herzoglichen Amtes im Schloss Johann Ludolph Nagel (dargestellt von Kathrin Körtge), Witwe Grete Bierkamp (Dagmar Bartuschek), Dienstmagd Rosine Hagemann (Elfie Berg), Asmus Teufel (Torsten Schmook), Hessischer Söldner (Tanja Reccius), eine Marketenderin (Marie Anne Langefeld), die Fischersfrau Juliana Bischoff (Ute Fellenberg), Kräuterfrau Agnes Linze (Christine Kratz), Kämmerer Andreas Messerschmidt (Ernst Polej), Bürgermeistersfrau Ilsabe Hüpeden (Martina Pakusch), Braumeister Philipp Wulfram (Eleonore Siefert) sowie die Witwen Köster (Sabine Lohmann, Renate Heumann).

Termin und Vorverkauf

„Hunger, Krieg und Beulenpest. Der Dreißigjährige Krieg“: Die szenische Stadtführung findet in Münden am Sonntag, 27. Mai, ab 14.30 Uhr statt, Beginn ist vor dem Rathaus. Der Kartenverkauf beginnt am 2. Mai in der Buchhandlung Winnemuth (Rosenstraße/Ecke Burgstraße) und in der Tourist-Info im Rathaus. Erwachsene zahlen zwölf Euro, Kinder bis 14 Jahre sind in Begleitung eines Erwachsenen frei. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

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