Die Mutmacher

Das Geschwister-Scholl-Haus in Hann. Münden macht im Lockdown weiter

Bieten weiter einen Abholdienst an: Die Mitarbeiterinnen im Geschwister-Scholl-Haus in Hann. Münden.
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Bieten weiter einen Abholdienst an: Die Mitarbeiterinnen im Geschwister-Scholl-Haus in Hann. Münden.

Sie setzen sich in der Krise für Menschen ein, halten den Laden am Laufen. Wir stellen diese Mutmacher vor. Heute: Das Geschwister-Scholl-Haus in Hann. Münden.

Hann. Münden – „Die Menschen brauchen Gespräche und immer wieder mal ein freundliches Wort“, sagt Martina Görtler vom Geschwister-Scholl-Haus in Hann. Münden. Das stelle sie fest, wenn die Gäste vor dem Haus warteten, um Essen zum Mitnehmen abzuholen.

Während des ersten Lockdowns im Frühjahr hätten sie und ihre vier Mitarbeiter viel Zuspruch erfahren, als sie den Abholdienst eingerichtet haben. Deswegen hätten sie bei der neuerlichen Schließung nicht lange gezögert mit dem Angebot. Die Gäste hätten das ausdrücklich begrüßt. Viele Kunden sehnten sich sehr nach einem kurzen Plausch, wenn sie das Essen abholten.

„Für viele ist ein leckeres Mittagessen natürlich ein positiver Moment im aktuell nicht immer ganz leichten Alltag“, betont Görtler. Das mache vielen Menschen Mut. Es gehe darum, zu zeigen: „Wir sind weiterhin für euch da.“

Viele Gäste seien alleinstehend, gerade für sie sei ein, wenn auch kurzer, sozialer Kontakt unter Einhaltung aller Hygieneregeln wichtig. Das Schollhaus sei ein bedeutender Treffpunkt in der Stadt. Görtler sei außerdem froh, dass sie so motivierte Mitarbeiter habe, die immer wieder kreative Ideen einbrächten.

Auch bei der Ferienbetreuung, die parallel in den Sommer- und auch in den Herbstferien stattgefunden habe, hätten sich alle mit viel Engagement eingebracht. „Wir tun alles dafür, um unsere Leute in dieser Krise weiterzubeschäftigen.“ Das sei bislang auch immer sehr gut gelungen. So sei sie froh, dass es auch möglich sei, einen Bundesfreiwilligendienstleistenden (Bufdi) zu beschäftigen.

Ihre Mitarbeiter tüftelten bereits an einem besonderen Weihnachtsessen. Was es genau gebe, solle aber noch nicht verraten werden, sondern ein Geheimnis bleiben, das dann rechtzeitig bekannt gegeben werde. Gleichzeitig sei das Team froh über treue Kunden, die auch keine Mühe scheuten und die Abholung auf sich nähmen.

In Zeiten, wo viele Menschen im Homeoffice arbeiteten, sei das nicht unbedingt selbstverständlich, so Görtler. Im Sommer hätten viele Gäste die Möglichkeit genutzt, draußen hinter dem Haus zu sitzen. Dem weiteren Verlauf der Coronakrise versuchen Görtler und ihre Mitarbeiter hoffnungsvoll gegenüberzustehen: „Wir haben uns erst mal auf die Situation bis Ende November eingestellt und dann werden wir weitergucken.“ Bislang habe man noch in jeder Krise eine Lösung gefunden, sagt Görtler zuversichtlich.

Wie andere gastronomische Einrichtungen musste auch das Geschwister-Scholl-Haus in der Dreiflüssestadt wegen des Teil-Lockdowns im November erneut für Gäste schließen. Seit Anfang November wird dort, wie während des Lockdowns im Frühjahr, ein Mittagstisch außer Haus angeboten. Interessierte können das Mittagessen im Zeitraum von 12 bis 13.30 Uhr vor dem Haus (kein Einlass) entgegennehmen.

Thomas Schlenz

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