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Gesperrt: Hängebrücke zwischen Tanzwerder und Altmünden nicht mehr tragfähig

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Von: Thomas Schlenz

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Gilt als nicht mehr tragfähig und bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt: die blaue Hängebrücke zwischen Tanzwerder und Altmünden. Archi
Gilt als nicht mehr tragfähig und bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt: die blaue Hängebrücke zwischen Tanzwerder und Altmünden. (Archiv) © Axel Welch

Eine Überprüfung des Landesrechnungshofes hat ergeben, dass die Fußgängerbrücke in Hann. Münden nicht mehr tragfähig ist. Daher wird die Brücke auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Hann. Münden – Die Hängebrücke zwischen Tanzwerder und Altmünden ist ab sofort (14.12.2022) auf unbestimmte Zeit gesperrt. Wie die Stadt offiziell mitteilte, war eine Überprüfung des Landesrechnungshofes vorangegangen, bei der die Brücke nur noch die Note 4 erreichte und damit als durchgefallen gilt.

Jürgen Liebrecht, Bereichsleitung Kommunale Dienste der Stadt, hatte im Umweltausschuss erklärt, dass insbesondere der Zustand der Pylonen bemängelt worden sei, sie hätten die Teilnote 3,6 beziehungsweise 3,7 erhalten. Damit werde die gesamte Brücke mit 4 bewertet. Im Gegensatz zu Schulnoten, bei denen eine 4 noch als ausreichend gilt, bedeute Note 4 beim „Brücken-Tüv“ schlicht nichts anderes als: durchgefallen.

Fußgängerbrücke ist nicht dauerhaft belastbar

„Damit gilt das Bauwerk als verkehrsunsicher und nicht dauerhaft belastbar“, hatte Liebrecht erklärt. Die grundsätzlichen Probleme der Brücke seien auf 140 Seiten Schadensanalyse festgehalten worden. Die Fußgängerhängebrücke über die Fulda war bereits 2019 provisorisch repariert worden, dadurch hatte sich die Bewertung von Note 4 auf Note 3,5 verbessert (wir berichteten). Laut Stadt habe aber schon damals festgestanden, dass der kurzfristig verbesserte Zustand nicht von Dauer sein würde. Bereits zur Wiedereröffnung hätten die kommunalen Dienste angemerkt, dass diese Reparatur keine große Sanierung oder gar einen Neubau der Fußgängerbrücke ersetzen könne.

Wie lange die Brücke nun gesperrt sein muss, ob und wie eine Reparatur überhaupt möglich ist, darüber konnte die Stadt bislang noch keine Auskunft geben. Der Prüfbericht des Landesrechnungshofes habe zudem ergeben, dass von den 41 Brücken in der Stadt demnächst 16 aufgrund des schlechten Zustands genauer untersucht werden müssten.

Stadt ist Aufgabe Brücken regelmäßig zu prüfen nachgekommen

Der abschließende Bericht des Landesrechnungshofs solle im Februar 2023 vorliegen, in den politischen Gremien vorgestellt und das weitere Vorgehen besprochen werden, so die Stadt weiter. Positiv vom für die Prüfung zuständigen Landesrechnungshof erwähnt worden sei, dass die Stadt Hann. Münden ihrer wichtigen Aufgabe, nämlich die Brücken regelmäßig zu überprüfen, nachgekommen sei, betonte die Stadtverwaltung. Das sei nicht bei allen zehn Kommunen, die vom Niedersächsischen Landesrechnungshof unter die Lupe genommen wurden, der Fall gewesen.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung äußerte Hann. Mündens Bürgermeister, Tobias Dannenberg, die Hoffnung, dass sich das Land an den Kosten der dringend erforderlichen Sanierung der Brücken beteiligen werde. Wenn das Land prüfe, Schäden feststelle, die dringend behoben werden müssten und die Stadt dies angesichts der Haushaltslage mit eigenen Mitteln kaum leisten könne, sei es folgerichtig, wenn es auch einen Beitrag leiste. (Thomas Schlenz)

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