Selten, schön und mit vielen Namen: 

Gestatten, Drachenwurz

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Scharlachrot: So leuchtet die Frucht der Drachenwurz.

Altkreis Münden. Sie sieht interessant aus, aber Vorsicht: Die Drachenwurz ist giftig! Was Sie über die heimische Pflanze wissen müssen.

Die Drachenwurz ist bekannter unter dem volkstümlichen Namen Sumpf-Calla. Wegen der Form ihrer Blätter wird sie auch ganz profan „Schweineohr“ genannt. Die fantasievolle Bezeichnung Drachenwurz soll von der Ähnlichkeit der Blüte mit einer Drachenzunge herrühren. Als Calla palustris wurde die Pflanze botanisch für die Wissenschaft gekennzeichnet. Sie gehört zu den Aronstabgewächsen.

Die Loki Schmidt Stiftung, die sich dem Naturschutz „mit Hand und Herz“ verschrieben hat, kürte vor 29 Jahren die Calla zur Wildblume des Jahres 1988. Zweifellos zählt die Calla zu den besonders schönen, ästhetisch geglückten Blütenpflanzen der heimischen Flora. Mit ihren sattgrünen, fettglänzenden Blättern, dem auf der Oberseite weißen, unterseits grünlichen Blütenblatt und dem zunächst grünen, zur Reife roten Kolben, bietet sie einen nahezu exotischen Anblick.

Die Sumpf-Calla ist, wie ihr Name sagt, eine typische Vertreterin von Sumpfgebieten, Auewäldern, Erlen- und Birkenbrüchen, Teichufern und Waldtümpeln. Nur hier findet die stark gefährdete Pflanze optimale Lebensbedingungen. Als streng geschützte Art darf sie weder gepflückt noch ausgegraben oder zerstört werden. Im milden Frühjahr blüht die Sumpf-Calla bereits im April. Dabei zeigt sie eine Besonderheit.

Die Blüten werden in der Regel von Schnecken bestäubt, nur gelegentlich von kleinen Käfern und Aasfliegen. Im Mai bilden sich dann die charakteristischen Kolben mit den reifen, scharlachrot schimmernden Beeren an den bis zu 30 Zentimeter großen Pflanzen.

Die Samen sind violett und mit einer klebrigen Hülle umgeben. Sie bleiben am Gefieder von Vögeln kleben und werden so über weite Entfernungen verbreitet.

Die Drachenwurz ist in allen Teilen giftig, besonders die Wurzel. Bereits die Berührung kann zu unangenehmen Hautreizungen führen. Im Reinhardswald wächst sie an nur wenigen Stellen, und die werden von ortskundigen Naturbegeisterten streng geheim gehalten. (ybo)

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