Geldstrafe für Schläge

Gewalt an Ehefrau: 31-Jähriger in Hann. Münden verurteilt

+
Das Amtsgericht Hann. Münden hat ein Urteil im Fall der vorsätzlichen Körperverletzung gefällt.

Weil er seine Frau geschlagen hat, hat das Amtsgericht Hann. Münden einen 31-Jährigen aus dem Landkreis Northeim zu einer Geldstrafe verurteilt.

  • Die Verteidigung hatte auf Freispruch wegen Notwehr plädiert.
  • Der Richter erklärte, dass der Tatbestand einer vorsätzlichen Körperverletzung erfüllt sei.
  • Der 31-Jährige zeigte Reue.

Das Amtsgericht hat einen 31-Jährigen aus dem Landkreis Northeim wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 30 Tagessätzen zu je 35 Euro verurteilt.

Damit folgte der Vorsitzende Richter in seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Dezember 2018 seine Ehefrau nach einem Streit ins Gesicht geschlagen hat. 

Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert, da ihr Mandant in Notwehr gehandelt habe, nachdem die Frau ihm zuvor mehrere Ohrfeigen zugefügt habe.

Vorsätzliche Körperverletzung: 31-Jähriger gestand die Tat

In seiner Urteilsbegründung erklärte der Richter, dass er in diesem Fall den Tatbestand einer vorsätzlichen Körperverletzung für erfüllt halte. Der Angeklagte habe selbst zugegeben, seine Frau geschlagen zu haben.

Weitere Zeugenaussagen und ärztlichen Gutachten bestätigten zudem, dass die Frau nach der Tat ein Hämatom unter dem Auge davongetragen habe. Für den Angeklagten spreche, dass er sich zu der Tat eingelassen habe und er sichtbar Reue zeige.

Gewalt gegen Ehefrau: Hämatom beeinträchtigte die Frau massiv

Zudem habe er bisher keinerlei Eintragungen im Zentralregister. Gegen ihn sprächen die erheblichen Folgen für die Geschädigte. Diese habe sich für ihr lang anhaltendes, massives Hämatom geschämt und sei in ihrer Lebensführung, auch wegen der Schmerzen, massiv beeinträchtigt gewesen.

Die Tat sei zudem nicht, wie von der Verteidigung angeführt, durch Notwehr abgedeckt gewesen. Es fehle an einem Notwehrelement.

Hann.Münden: 31-Jähriger hat Verletzungen in Kauf genommen

Der Mann habe Verletzungen billigend in Kauf genommen. Außerdem dürfe bei Notwehr nur mit dem mildesten Mittel reagiert werden. Allerdings habe er sich auch nicht von einem Faustschlag oder einem Würgen, das die Geschädigte in ihrer Aussage beschrieben hatte, überzeugen können, so der Richter.

Gewalt gegen Ehefrau in Hann.Münden: Frau stand unter Drogen

Hinzu komme, dass sich bei der Aussage der Frau deutliche Erinnerungslücken gezeigt hätten, die sich aussagepsychologisch erklären ließen. 

Schließlich habe die Geschädigte angegeben, am Tatabend Cannabis konsumiert zu haben. Zudem habe sie nicht ausschließen können, Alkohol getrunken zu haben, was ihre Wahrnehmung beeinflusst haben könnte, so der Richter.

Die Verhandlung eines weiteren Tatvorwurfs hatte das Gericht eingestellt, da dieser weniger erheblich gewesen wäre. Gegen das Urteil kann der Angeklagte noch Berufung oder Revision einlegen.

Hann. Münden: Vorsätzliche Körperverletzung

Der Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung bedeutet, dass ein Täter vorsätzlich gehandelt hat. Vorsatz heißt in diesem Fall das bewusste Wissen und Wollen der Verwirklichung der Tat. 

Auch die fahrlässige Körperverletzung ist strafbar. Hierbei verletzt der Täter die geschädigte Person unwillentlich oder unwissentlich. 

Fahrlässige Körperverletzungen kommen daher beispielsweise im Straßenverkehr häufiger vor.

Bundeswehrsoldat kommt Schaffnerin zu Hilfe

Vergangene Woche geht ein 27-Jähriger auf eine Zugbegleiterin los. Am Bahnhof in Bad Hersfeld nahm ihn die Polizei im Empfang.

In Kassel tritt ein Unbekannter einen 26-Jährigen an der Uni. Er erlitt leichte Verletzungen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.