Lichterzauber

Gewalt trifft Leuchtfiguren: Zerrissene Kabel und Lichterketten bei Lichterzauber

Zielscheibe von Vandalismus: Das Niedersachsenross auf dem Platz am Welfenschloss.
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Zielscheibe von Vandalismus: Das Niedersachsenross auf dem Platz am Welfenschloss.

Heruntergerissene Lichterketten und zerrissene Kabel. Das ist ein Teil des Schadens, der an einigen Lichterfiguren das Hann. Mündener Lichterzaubers in der vergangenen Zeit angerichtet wurde.

Hann. Münden – Das berichtet Marc Pfütz, Geschäftsführer von Hann. Münden Marketing (HMM). Er und auch viele der HMM-Mitarbeiter seien überrascht, von der mutwilligen Zerstörungen, die „vermehrt“ auftritt. Opfer von Vandalismus wurde das „Niedersachsenross“ auf dem Platz vor dem Welfenschloss. Bei diesem wurde auch das Vorschaltgerät gestohlen. Dieses Gerät dient dazu, den ankommenden Strom herunter zu regeln, sodass die Lampen nicht beschädigt werden.

Weitere Ziele waren: Der mit Lichterketten umwickelte Baum am Plan, das Reh hinter der Rotunde, die Beleuchtung an der Rotunde selbst sowie die Figuren am Wall. Es werde vermutet, so Pfütz, das die Täter die Ketten und Geräte für den Privatgebrauch entwenden wollten. „Es sind aber keine handelsüblichen Lichterketten, die für zu Hause geeignet sind“.

Im Vorfeld sei das „private Interesse als gering eingestuft worden“, so Pfütz weiter.

Lichterzauber-Vandalismus: Polizei wurde benachrichtigt

Die Polizei wurde benachrichtigt, es laufe Anzeige gegen unbekannt. Auf der Seite des Lichterzaubers im sozialen Netzwerk Facebook wurde dazu aufgerufen, das sich Zeugen bei der HMM oder bei der Polizei melden sollen.

Zur ersten Auflage des Lichterzaubers, im Winter 2020/21, kam es laut Pfütz nicht zu solchen Vorkommnissen. Es gab Beschädigungen an einzelnen Installationen, diese waren aber auf Unfälle zurückzuführen. „Ein Marktbeschicker fuhr zum Beispiel über den Lichterteppich des Schwans auf dem Szeneplatz“, berichtet der Geschäftsführer der HMM.

Diesen Winter habe man es leider mit einer anderen Qualität zutun. Bis die beschädigten Figuren alle wieder in vollem Glanze erstrahlen, wird noch etwas Zeit vergehen. Die Beschaffung der Ersatzteile verlaufe schleppend, der Markt sei „leer gefegt“.

Im Laufe der kommenden Woche könne aber alles wieder einsatzbereit sein. (Jens Döll)

Grüne gegen nächtliche Beleuchtung

Der Lichterzauber in Münden führt nicht nur zu Freude. Neben vermehrten Vandalismus sorgt auch der Stromverbrauch für Zweifel bei einigen Ratsmitglieder.

Der Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen bezeichnet die Aktion in einer Mitteilung als „Energievergeudung und Geldverschwendung trotz Klimanotlage und leerer Kassen“. In dem Schreiben, das so überschrieben ist, wird drauf hingewiesen, dass bereits im Juni 2020 der Rat der Stadt Hann. Münden den Klimanotstand anerkannt hat.

„In krassem Widerspruch hierzu steht die von VHM und HMM (Versorgungsbetriebe Hann. Münden und Hann. Münden Marketing, Anmerkung der Redaktion) zu verantwortende Energie-Vergeudung, indem man die weihnachtlichen Lichtfiguren bis Sonnenaufgang durchgehend eingeschaltet lässt“, heißt es weiter.

Es wird gefordert, dass die Figuren ab 22 Uhr ausgeschaltet werden. Das habe die HMM im Stadtentwicklungsausschuss sogar zugesagt. „In Zeiten der Klima-Katastrophe immer noch Energie völlig sinnfrei zu verschwenden, zeugt von mangelnder Verantwortung.“, steht in der Mitteilung. Zudem könne man das Argument, die Figuren seien dem Vandalismus ausgesetzt, wenn sich nicht brennen, nicht ernst nehmen.

Dieses Argument allerdings bekräftigt Marc Pfütz, Geschäftsführer der HMM auf Anfrage unserer Zeitung und verweist auf die vergangenen Fälle von Sachbeschädigung an den Figuren. Zudem werden die Leuchten durch die Versorgungsbetriebe durch 100 Prozent Ökostrom versorgt, legt Pfütz nach. „Klimaschutz ist allemal wichtiger als Figurenschutz“, heißt es von den Grünen.

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