1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden
  4. Hann. Münden

Glatteis führte zu Unfällen und Stürzen im Landkreis Göttingen - Verletzte bei Unfällen

Erstellt:

Von: Jens Döll, Melanie Zimmermann

Kommentare

Glätteunfall auf der A7. Ein Wagen rammte einen Laster. Ersthelfer waren vor Ort.
Glätteunfall auf der A7. Ein Wagen rammte einen Laster. Ersthelfer waren vor Ort. © Feuerwehr Hedemünden

Am Montag waren die Rettungsdienste im Dauereinsatz. Glatteis führte zu vielen Unfällen. Davon gingen nicht alle glimpflich aus. Es gab Verletzte in Hann. Münden und auf der A7.

Landkreis Göttingen – Glätte und Eisregen herrschten am Montagmorgen im Landkreis Göttingen. Die Polizei in Hann. Münden zählte bis zum Mittag 13 Unfälle im Altkreis Münden. In den meisten Fällen kamen Fahrzeuge ins Rutschen und stießen mit anderen zusammen.

Hann. Münden: Auto konnte nicht mehr bremsen

Gegen acht Uhr wurde allerdings eine Frau in Hann. Münden angefahren. Sie habe den Fußgängerüberweg an der Wilhelmshäuser Straße überquert und war in Richtung Veckerhäger Straße unterwegs. Ein Auto bremste zwar ab, rutschte aber „einfach weiter“, so eine Polizistin. Die Fußgängerin wurde angefahren und kam in ein Krankenhaus. Über die Schwere der Verletzungen lagen noch keine Infos vor.

Bereits am frühen Vormittag zählte die Polizeiinspektion Göttingen an die 50 Unfälle in Stadt und Landkreis. „Die meisten davon sind Blechschäden“, teilte eine Sprecherin mit. Bis zum Mittag verdoppelte sich die Zahl der Unfälle auf eisglatten Straßen und Wegen, rund 100 Unfälle bilanzierte die Polizei am frühen Montagnachmittag. Hinzu kamen noch zwei Unfälle auf der Autobahn 7.

Glatteis in der Region: Unfälle auf der A7

Zwischen dem Dreieck Drammetal und der Anschlussstelle Hedemünden fuhr ein Auto auf einen Lastwagen auf. Beide Pkw-Insassen wurden verletzt. Laut der Feuerwehr in Hedemünden, die zusammen mit der Wehr aus Oberode im Einsatz war, wurden die beiden Fahrzeuginsassen bereits von Ersthelfern betreut, als die Feuerwehrleute eintrafen.

Ein weiterer Unfall geschah zwischen der A7-Anschlussstelle Göttingen und dem Rasthof Mengershausen. Dort fuhr ein Kleintransporter auf einen Bus auf. Ein Mensch wurde schwer verletzt und musste von Einsatzkräften befreit werden. Vor Ort waren Feuerwehren aus Elliehausen und Rosdorf.

Stürze riefen den Rettungsdienst auf den Plan

Zahlreiche Menschen verletzten sich bei Stürzen. So wurden zwischen 5.30 Uhr und 11.30 Uhr 68 Einsätze für den Rettungsdienst in Stadt und Landkreis Göttingen wegen wetterbedingter Stürze gemeldet. 30 Einsätze davon entfielen auf die Stadt Göttingen, wie die Kommunalen Regionalleitstelle von Stadt und Landkreis Göttingen berichtet.

Zudem wurden verschiebbare Krankentransporte abgesagt. Dieses werde Auswirkungen auf die nächsten Tage haben und die jahreszeitübliche Entlassungswelle aus den Krankenhäusern vor Weihnachten zusätzlich erhöhen, heißt es von der Leitstelle.

Busse fuhren eingeschränkt

Zu Einschränkungen wegen der Glätte kam es auch im überregionalen Busverkehr. So teilte der Verkehrsverbund Südniedersachsen gegen acht Uhr am Montagmorgen auf seiner Homepage mit, dass unter anderem die RBB Göttingen, der Stadtverkehr Hann. Münden, die RBB Holzminden und Scheithauer Reisen ihren Verkehr vorerst komplett einstellen müssen. Ab 12 Uhr nahmen die Unternehmen dann den Busverkehr wieder auf.

Leerungen von Mülltonnen werden nachgeholt

Auch für die Abfallbeseitigung im Landkreis Göttingen stellte die Witterung ein großes Hindernis dar. Wie Kreissprecher Olaf Hauke mitteilte, war die Abholung des Abfalls im Kreis am Montag nicht möglich. Die Abfallbeseitigung soll im Verlauf der Woche nachgeholt werden. Die bereitgestellten Abfälle sollen am Bereitstellungsplatz stehen gelassen werden, so der Kreissprecher. Der für Montag ausgegebene Termin für die Sperrmüllabfuhr kann nicht nachgeholt werden. Die Abholung muss nun neu beantragt werden, heißt es weiter.

Schüler hatten frei

Schüler und Schülerinnen hatten im Landkreis am Montag frei. Das teilte die Kreisverwaltung auf ihrer Internetseite mit. Der Unterricht fiel an sämtlichen Grund- und weiterführenden Schulen in Stadt und Landkreis Göttingen aus. Berufsschulen, wie die BBS Münden, waren davon nicht betroffen. Die jeweiligen Landkreise sind für die Schülerbeförderung zuständig und treffen in der Regel erst am frühen Morgen des jeweiligen Schultages die Entscheidung, ob Unterricht stattfinden kann oder nicht, heißt es von Bianca Trogisch vom Regionalen Landesamt für Schule und Bildung.

Wenn die Sicherheit der Schülerbeförderung nicht mehr gewährleistet sei, werde stets auch der Unterrichtsausfall angeordnet, berichtet Trogisch weiter. „Damit soll verhindert werden, dass Schülerinnen und Schüler trotz vorliegender Gefahrensituationen selbstständig oder mit den Eltern versuchen, die Schule zu erreichen.“

Grundsätzlich gelte, dass Eltern, die eine unzumutbare Gefährdung ihrer Kinder auf dem Schulweg durch extreme Witterungsverhältnisse befürchten, ihre Kinder auch dann zu Hause behalten oder vorzeitig vom Unterricht abholen können, wenn kein genereller Unterrichtsausfall angeordnet worden ist. Trotz Unterrichtsausfall sollen alle Schulen Betreuung für Schüler, die nicht zu Hause bleiben können und deswegen zur Schule kommen, gewährleisten.

Glätte im Landkreis Göttingen: Geschäfte öffneten später

Ein Hindernis stellte der Eisregen auch für den Handel in und um Hann. Münden dar. Die Buchhandlung Winnemuth beispielsweise verschob ihre Öffnungszeiten nach hinten. Auch der Weihnachtsmarkt in Hann. Münden blieb geschlossen, ebenso die Tourist-Info im historischen Rathaus, berichtete die Erlebnisregion Hann. Münden auf Facebook. (Jens Döll/Melanie Zimmermann)

Auch interessant

Kommentare