Sanierungsarbeiten der Deutschen Bahn

Gleisarbeiten am Bahnhof Hann. Münden: Lärm führt zur Strafanzeige

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Schotterarbeiten an der Bahnstrecke im Bereich des Bahnhofs Hann.Münden: Vor allem die nächtlichen Arbeiten stören die Ruhe. Foto:  

Hann.Münden. Die Gleisarbeiten im Bereich des Bahnhofs in Hann. Münden werden von etlichen Anwohnern, vor allem am Philosophenweg, als Zumutung empfunden. Und das vor allem, weil auch nachts gearbeitet wird. 

Sattelzüge kippen Gleisschotter ab, das erzeugt Lärm. Bei der Staatsanwaltschaft Göttingen ist mittlerweile eine Strafanzeige wegen des Verursachens von Lärm und des ungenehmigten Betreibens einer Bahnverladeanlage sowie ungenehmigten Betreibens eines genehmigungspflichtigen Abfalllagers eingegangen.

Kommissariat ermittelt

Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue bestätigte auf Anfrage der HNA diesen Vorgang. Das Polizeikommissariat Hann.Münden, so Laue, ermittele in dieser Angelegenheit. Die Anzeige richtet sich gegen die DB Netz AG.

Die Deutsche Bahn saniert wie berichtet bis zum Ende des Monats die Strecke zwischen Neu Eichenberg und Fuldatal.

Der Anzeigenerstatter (möchte namentlich nicht genannt werden, Name der Redaktion aber bekannt) erklärt, dass das Grundstück, auf dem derzeit Schotter verladen wird, seine Eigenschaft als Betriebsgelände der Bahn mittlerweile verloren hat. Eine Entwidmung aus dem Jahr 2002 für eine Teilfläche des Grundstücks liegt nach Einschätzung des Eisenbahn-Bundesamtes vor. Sorge besteht auch vor möglicherweise schadstoffhaltigem Altschotter, der nicht abgedeckt neben den Gleisen liegt.

Schotter nicht giftig

Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst hatte kürzlich auf Anfrage erklärt: „Das Material wird behandelt“. Was zu reinigen sei, werde gereinigt und anschließend wieder ins Gleisbett geschüttet. Anderes Material, das abgerieben und zu sehr verschmutzt sei, werde weggefahren und fachgerecht entsorgt. Möglicherweise hafte an den Steinen beispielsweise Unkrautvernichtungsmittel von Büschen. „Der nicht mehr zu gebrauchende Schotter ist aber nicht giftig“, so Brunkhorst.

Anlieger Walter Geiger hält die Arbeiten für erforderlich. „Ich hätte mir allerdings eine bessere Vorabinformation der am meisten betroffenen Anwohner/Hausbesitzer über Art und die Auswirkungen der Gleisbauarbeiten gewünscht, und zwar mit direktem Anschreiben“, erklärt Geiger: „Dass das geht und wie sich das auf die Akzeptanz der Anwohner auswirkt, konnte ich über einige Monate im letzten Jahr in Berlin-Friedrichshagen erfahren, wo über erheblich längere Zeitabschnitte die Hausbesitzer über die jeweils bevorstehenden umfangreichen Gleis- und anderen Bauarbeiten der Bahn, die zu erwartenden nächtlichen akustischen Belästigungen und die zur Verfügung gestellten Schlafquartiere für die unbedingt Ruhebedürftigen informiert wurde.“

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