Die Glocken schweigen: Lippoldshäuser Kirche ist eine Baustelle

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25 Meter über dem Dorf: Ortsheimatpfleger Hans-Jürgen Pielok (links) und Pastor Dr. Andreas Ohlemacher begutachten die Arbeiten am Turm.

Lippoldshausen. Der Zahn der Zeit, er hat unentwegt genagt an der Kirche von Lippoldshausen. Die Kirche muss dringend saniert werden.

Die Dachziegel sind alt und spröde, einige Balken im Dachstuhl marode, vor allem aber das Bruchsteinmauerwerk sanierungsbedürftig: Wind und Wetter haben den Putz über Jahrzehnte allmählich aus den Fugen gepustet.

„Schon vor 16 Jahren ist die Notwendigkeit, dass etwas geschehen muss, erkannt worden“, sagt Pastor Dr. Andreas Ohlemacher. Die begrenzten Mittel der Landeskirche und des Kirchenkreises haben dann jedoch zu der langen Wartezeit geführt, zuletzt wurde das Mauerwerk des Turms 1965 ausgefugt.

Doch jetzt ist es endlich soweit: Handwerker haben im Juli die Kirche komplett eingerüstet und die Außenarbeiten in Angriff genommen: Nachdem restlicher weicher Putz aus den Bruchsteinfugen herauskratzt wurde, begannen die Handwerker, das Mauerwerk neu zu verfugen. Verfolgt werden die Bauarbeiten dabei auch von Hans-Jürgen Pielok: Der Ortsheimatpfleger kennt sich bestens aus mit der Kirche und bringt den handwerklichen Sachverstand mit, kleinere Probleme vor Ort schnell zu lösen.

25 Meter über dem Dorf: Ortsheimatpfleger Hans-Jürgen Pielok (links) und Pastor Dr. Andreas Ohlemacher begutachten die Arbeiten am Turm.

Pielok war es auch, der anregte, dass bei dieser Gelegenheit die Turmzier, eine Goldene Kuppel mit Wetterfahne, neu gestrichen wird. Und auch für den Wiederanbau des Turmaufgangs macht sich Pielok stark.

Als wäre all dies noch nicht Baustelle genug, wurde im vergangenen Jahr im Innenraum der Kirche Pilzbefall an den Holzdielen festgestellt, der zum gefürchteten Hausschwamm hätte werden können. „Es ist sinnvoll und wichtig, dass wir das nicht aufschieben, sondern gleich mit angehen“, so Dr. Ohlemacher.

Nach dem vorerst letzten Gottesdienst am 24. August wurde die Kirche ausgeräumt und parallel die Sanierung des maroden Fußbodens in Angriff genommen. Die Gemeinde wünscht sich, dass in diesem Zuge auch die alte Elektrik und die Heizung saniert werden, das Ergebnis steht noch aus.

Insgesamt sind für die Bauarbeiten 328.000 Euro veranschlagt. Ein Großteil trägt die Landeskirche, aber auch der Kirchenkreis und die Gemeinde tragen Eigenanteile.

Vorher – nachher: Hans-Jürgen Pielok zeigt den Unterschied zwischen dem frisch verfugten Mauerwerk und dem Zustand davor.

Für die nächsten Wochen müssen die Lippoldshäuser auf die Gottesdienste in den Nachbarorten ausweichen, am Vorabend des zweiten Advents, am 5. Dezember, soll die Kirche dann fertig saniert sein und der erste Gottesdienst stattfinden. „Die Arbeiten sind gut vorangeschritten, die Handwerker arbeiten sehr gut und zuverlässig, sodass wir diesen Zeitplan wohl einhalten können“, ist Ohlemacher optimistisch. Bis dahin müssen sich die Lippoldshäuser wohl auch damit anfinden, dass die Glocken baubedingt schweigen.

Geleitet werden die Bauarbeiten vom Amt für Bau- und Kunstpflege, gemeinsam mit dem Kirchenkreisamt Göttingen-Münden. Auch die Kirchenvorsteher und der Pastor schauen regelmäßig vorbei: „Unser Dank gilt auch den Nachbarn der Kirche, die während der Baustelle einige Einschränkungen in Kauf nehmen“, so Pastor Ohlemacher. (phl)

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