Ein Gäste-WC wurde zur Brutstätte

Glucke versteckte Eier auf dem Heuboden von Hemelner Familie

Glucke und Küken sitzen in einem Karton
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Glucke und Küken fühlen sich in der warmen und gemütlichen Notbehausung wohl. Das Huhn hatte seine Eier im Winter in der Scheune gelegt.

Familie Mundt aus Hemeln staunte nicht schlecht, als sie im Schuppen auf dem Heuboden hinter Strohballen versteckt 21 Hühnereier fand, die eine Glucke dort ausbrüten wollte. Denn das ist für diese Jahreszeit unüblich.

Normalerweise brüten Hühner, wenn die Tageslänge und die Umgebungstemperatur stimmen. Das heißt: Sie fangen an zu legen, sobald der Winter vorbei ist. Sie beginnen in den ersten warmen Frühlingstagen mit der Naturbrut, die 21 Tage dauert.

Als Naturbrut wird das Ausbrüten der Eier und das anschließende Aufziehen der Küken durch die Glucke bezeichnet. Diesem zufällig entdeckten Fund samt Henne gaben die Mundts sofort einen neuen Platz, denn auf dem Heuboden würde es zu kalt für die Küken. Kurzerhand funktionierten sie ein Gäste-WC zu einem Brutstall um.

Eine Rotlichtlampe und ein Durchlauferhitzer bringen nun die nötige Wärme. Bereits am nächsten Tag schlüpften die ersten Küken. Aus den 21 Eiern sind letztlich sechs Küken geschlüpft, die sich zusammen mit der Glucke auf dem Heu in dem warmen Gäste-WC scheinbar sehr wohl fühlen. Gefüttert werden die Kleinen mit Aufzuchtfutter, das in einer Mandelmühle zerkleinert wird.

Mit Leckereien werden alle Hühner der Familie Mundt verwöhnt. „Besonders gerne fressen sie Quark, Samen und Haferflocken“, erzählt Tanja Mundt. Während die Henne bald wieder im Freien bei den Mundts im Garten scharren kann, werden die Küken den Winter über im Warmen verbringen und erst im Frühjahr zu den anderen Hühnern kommen.

„Das sind dann die teuersten Hühner aus Hemeln“ scherzt Mundt. Denn die Kükenbehausung muss den gesamten Winter warm gehalten werden. Es sei äußerst beeindruckend gewesen, mitzuerleben, wie die sorgsame Glucke die Eier ausbrütete, die Küken von innen an der Schale pickten und dann geschlüpft sind. Die Hühner der Familie haben keine Namen, „aber ich glaube, die Kleinen bekommen nun doch Namen von uns“, so Tanja Mundt.

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