Granatenfund neben Kreisstraße: In zehn Minuten entschärft

Er ist auf die Granate gestoßen: Baggerfahrer Christian Ebbecke. Fotos:  Welch

Hann. Münden. Eine britische Panzerabwehrgranate aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Donnerstagabend zwischen Wiershausen und Hermannshagen Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) in Atem gehalten.

Um das Geschoss zu entschärfen, rückte extra ein Kampfmittelräumdienst aus der Lüneburger Heide an - und brauchte nur wenige Augenblicke.

„Nach zehn Minuten war alles vorbei“, sagte Mündens Stadtbrandmeister Dieter Röthig, der auch die Einsatzleitung übernommen hatte. Ursprünglich hatten die Helfer mit einem Einsatz bis tief in die Nacht gerechnet. Dass in Hann. Münden eine Weltkriegsgranate gefunden wird, sei etwas Außergewöhnliches, betonte Röthig: „In meinen 44 Dienstjahren in der Feuerwehr war das der erste Granatenfund, an den ich mich erinnern kann.“

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Das 13 Kilo schwere Geschoss mit dem Kaliber 93,8 Millimeter war am Nachmittag bei Straßenbauarbeiten der Versorgungsbetriebe Hann. Münden an der Kreisstraße 217 in einem Waldstück entdeckt worden. Gegen 15.45 Uhr wurden die Rettungskräfte alarmiert, die sofort den Fundort weiträumig absperrten. Neben dem Ordnungsamt der Stadt und der Polizei waren auch die Feuerwehren aus Wiershausen und Lippoldshausen mit insgesamt 20 Einsatzkräften ausgerückt. Unterstützt wurden sie vom Mündener THW, das mit zwölf Mitarbeitern für die Ausleuchtung in der einsetzenden Dunkelheit sorgte.

Der Kampfmittelräumdienst aus dem 250 Kilometer entfernten Munster kam gegen 18.20 Uhr in dem Waldstück an und hatte schon wenige Zeigerumdrehungen später die Granate entschärft, aufgeladen und kehrte in die Lüneburger Heide zurück.

Eine Stunde später hob Stadtbrandmeister Dieter Röthig die Straßensperrung rund um den Fundort wieder auf. „Wir sind froh, dass der Einsatz so glatt über die Bühne gelaufen ist“, sagte er.

Am Tag danach wird noch einmal deutlich, wie viel Glück gerade die Bauarbeiter hatten. Baggerfahrer Christian Ebbecke, der gesterm wieder mit seinen Kollegen an der Kreisstraße arbeitete, hatte den ungewöhnlichen Fund am Donnerstag bereits in der Schaufel seines Arbeitsgeräts, dann rutschte sie wieder ab und fiel auf den Boden, erzählt er. Als Ebbecke und seine Kollegen begriffen, was da freigelegt wurde, stoppten sie ihre Arbeiten sofort und alarmierten die Polizei.

Ein mulmiges Gefühl sei das gewesen, denn es wäre nicht die erste Kriegsmunition gewesen, die in Deutschland bei Baggerarbeiten explodiert wäre. Am Abend, als alles gelaufen war, öffnete er sich erst mal ein Bier und sagte erleichtert zu seiner Frau: „Heute feiere ich noch einmal Geburtstag.“

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