Saison beginnt im Herbst

Grippeimpfung ist im Altkreis Münden gefragt – Mittel ist aber knapp

ARCHIV - 28.08.2019, Niedersachsen, Hannover: Ein Kinderarzt impft ein einjähriges Kind in den Oberschenkel mit dem Impfstoff Priorix. Nach jahrelangen Erfolgen bei der Bekämpfung der Masern ist das Ansteckungsrisiko seit Kurzem wieder weltweit gestiegen. Deutschland und vor allem NRW können noch mit stark rückläufigen Fallzahlen dagegenhalten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
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„Wir kommen der Grippe zuvor“ lautet das Motto der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung. Die Kampagne ruft im Herbst zur Grippeimpfung auf. Ziel ist es, zu verhinden, dass der Höhepunkt der Grippe-Infektionen nicht mit einem möglichen Anstieg an Corona-Infektionen zusammenfällt. (Symbolbild)

Ärzte beobachten einen erhöhten Andrang auf Grippeschutzimpfungen. Das ist auch im Altkreis Münden so. Doch es könnte Probleme geben: Der Impfstoff wird knapp.

Altkreis Münden – „Wir kommen der Grippe zuvor“ lautet das Motto der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung. Die Kampagne ruft im Herbst zur Grippeimpfung auf. Ziel ist es, zu verhindern, dass der Höhepunkt der Grippe-Infektionen nicht mit einem möglichen Anstieg an Corona-Infektionen zusammenfällt.

Dr. Achim Echtermeyer, Facharzt für Allgemeinmedizin und Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) Kreisstelle Hann. Münden, beobachtet in seiner Praxis in Scheden einen höheren Andrang für die Impfungen als in den vergangenen Jahren. Allgemeine Erkältungsinfekte nähmen aktuell langsam zu.

Verfügbarkeit des Impfstoffs nicht abzuschätzen

Er rät Risikopatienten, sich bald zur Impfung anzumelden, weil die Verfügbarkeit der Impfstoffe nicht einzuschätzen sei. „Es ist schwer abschätzbar, wie die Grippewelle verlaufen wird.“ Durch die Coronaschutzmaßnahmen sei es möglich, dass Grippeinfektionen gedämpft werden. Eine Infektion mit Grippe- und Coronaviren könne auch für gesunde Personen gefährlich werden.

Möglicherweise könnten nicht alle Interessierten geimpft werden, sagt auch KVN-Pressesprecher Dr. Uwe Köster. Anfang des Jahres seien auf Grundlage der Nachfrage der vergangenen Jahre 26 Millionen Impfdosen bei der Pharmaindustrie beauftragt worden.

Produktion des Impfstoffs dauert halbes Jahr

Die Produktion des Mittels dauere etwa ein halbes Jahr. Die Bundesregierung stelle nun sechs Millionen zusätzliche Dosen zur Verfügung. Bundesweit gebe es jedoch 40 Millionen Personen, die zur Risikogruppe zählten. „Wir sind von der Nachfrage nach Grippeimpfstoffen überrascht“, sagt Dr. Köster. Grund dafür könnten die erhöhte Sensibilität durch die Pandemie sowie die aktuellen Werbekampagnen sein.

Von November 2019 bis April 2020 waren laut Informationen des Gesundheitsamtes 220 Personen in Stadt und Altkreis Göttingen am Influenza-Virus infiziert. In Hann. Münden waren es 75 Personen, in Duderstadt 43 und in Osterode 102. Eine Person ist im Landkreis Göttingen gestorben. Dabei handle es sich um die laborbestätigten Fälle.

Sympthome und Risikogruppen

Typische Krankheitsanzeichen für Grippe (Influenza) sind laut BZgA plötzliches hohes Fieber (über 38,5 Grad Celsius), trockener Reizhusten, Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit sowie Schweißausbrüche. Die Erkrankung dauert fünf bis sieben Tage. Die ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung für Personen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere, Medizin- und Pflegepersonal, sowie Kontaktpersonen bestimmter Risikogruppen. (Von Kim Henneking)

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