Das größte Geschenk: Es ist Tag der Organspende

Dankbar: Reinhard Ahrenhold mit seiner Frau Cornelia, die ihm eine ihrer Nieren gespendet hat, und Prof. Dr. med. Volker Kliem (links) und Dr. med. Peter Weithofer. Foto:  AWO GSD/nh

Hann. Münden/Rosdorf. „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." Immer am ersten Samstag im Juni ist der bundesweite Tag der Organspende unter diesem Motto.

Wie lebenswichtig ein neues Organ sein kann, haben Reinhard Ahrenhold und seine Frau Cornelia erfahren. „Fünf Jahre ging es mit meinen Nierenwerten bergab“, sagt er.

Der nierenkranke 62-Jährige aus Rosdorf fühlte sich immer schlechter. Seine Frau Cornelia erinnert sich: „Währenddessen ist in mir die Entscheidung gereift, dass ich meinem Mann eine meiner Nieren spenden möchte.“ Nach einer Vorbereitungsphase mit ausführlicher Aufklärung, umfangreicher medizinischer Diagnostik im Nephrologischen Zentrum Niedersachsen (NZN) in Hann. Münden und abschließender Vorstellung bei der Lebendspende-Kommission der Ärztekammer Hannover war es im Juli 2012 soweit. Reinhard Ahrenhold bekam eine Niere seiner Frau.

Seit drei Jahren 

Prof. Dr. med. Volker Kliem, Leitender Arzt des NZN und des Transplantationszentrums Hann. Münden und Dr. med. Peter Weithofer, Leitender Oberarzt des Transplantationszentrums, begleiteten das Ehepaar vor, während und nach der Transplantation.

Seit nunmehr drei Jahren lebt Reinhard Ahrenhold mit der neuen Niere. „Mir geht es wieder gut. Ich bin meiner Frau sehr dankbar - so etwas ist ja nicht selbstverständlich. Es ist das größte Geschenk, das sie mir machen konnte“, sagt er. „Wir haben beide an Lebensqualität gewonnen. Jetzt können wir fast so weiterleben wie immer“, sagt Cornelia Ahrenhold. Regelmäßig kommen sie zur Kontrolle ins NZN. „Wir sind so glücklich und würden jedes Mal wieder hierher gehen“, so das Ehepaar, das schon seit vielen Jahren Organspendeausweise besitzt.

„Durch die Tatsache, dass immer weniger Menschen in Deutschland bereit sind, Organe zu spenden, wird Lebendspende für die circa 8000 Betroffenen in Deutschland auf der bundesweiten Nierenwarteliste immer wichtiger. Organspende ist nicht nur richtig, sondern lebenswichtig“, sagt Dr. Weithofer.

Seine Kollege Prof. Kliem: „Aufgrund der nicht ausreichenden Anzahl von Spenderorganen versterben immer noch viele Erkrankte in der Wartezeit. Durchschnittlich vergehen zum Beispiel bei dialysepflichtigen Patienten auf der Warteliste circa sechs bis neun Jahre, bis ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung steht. Dies ist nicht nur eine sehr lange Zeit, vielmehr nimmt mit der zunehmenden Dialysedauer auch das Risiko zu, dass außer der Niere noch andere Organe Schaden nehmen.“

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