Großeinsatz

Großbrand in Hann. Münden: „Hier blutet einem das Herz“ - Ursache noch unklar

Die Brandstelle: Unser Bild zeigt die Löscharbeiten an der Postscheune (links) und dem Gebäude mit der Wäscherei (rechts) an der Straße Aegidiiplatz, in dem das Feuer vermutlich ausgebrochen ist. Im Vordergrund ist die Wallstraße zu sehen.
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Die Brandstelle: Unser Bild zeigt die Löscharbeiten an der Postscheune (links) und dem Gebäude mit der Wäscherei (rechts) an der Straße Aegidiiplatz, in dem das Feuer vermutlich ausgebrochen ist. Im Vordergrund ist die Wallstraße zu sehen.

Bei einem Großbrand in der Altstadt von Hann. Münden sind am Samstagmorgen (23.01.2021) drei Häuser so schwer beschädigt worden, dass sie unbewohnbar sind. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Ursache ist noch unklar.

Hann. Münden – Nach dem Großbrand in Hann. Münden hat das Polizeikommissariat Hann. Münden am Montag (25.01.2021) die weiteren Ermittlungen übernommen. Nach derzeitigem Stand brach das Feuer am Samstagmorgen gegen 7 Uhr aus noch ungeklärter Ursache im Anbau einer Wäscherei am Aegidiiplatz aus. Neben den Untersuchungen am Brandausbruchsort werden sich die Ermittler der Polizei in den kommenden Tagen mit der Vernehmung von Zeugen sowie der Sichtung und Auswertung von vorliegendem Bildmaterial befassen.

Für Dienstag (26.01.2021) ist außerdem die Begutachtung der Brandstelle durch einen Experten der Brandursachenkommission des Landeskriminalamtes vorgesehen. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es bislang nicht. Die Höhe des entstandenen Gesamtschadens ist offen. Das teilte die Polizei mit.

Hann. Münden: Niemand wurde bei dem Großbrand verletzt

Gott sei Dank wurde niemand verletzt. Aber der Schaden ist immens, für die Menschen, die alles verloren haben, für die Mündener Altstadt, die wieder, wie bei dem Großbrand im November in der Rosenstraße, wertvolle Fachwerkhäuser verloren hat. „Hier blutet einem das Herz“, sagte Hann. Mündens Stadtbrandmeister Dieter Röthig, der den Einsatz der rund 120 Feuerwehrleute am Samstag leitete. Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener, der während der Löscharbeiten vor Ort war, bedauerte nicht nur den Verlust wertvoller historischer Gebäude. Was wehtut, sei auch der Verlust der Geschäfte.

Wäscherei in Flammen: Von einem Wäschereigebäude an der Straße Aegidiiplatz hat sich laut Feuerwehr der Brand vermutlich ausgebreitet. Die genaue Ursache ist noch unklar.

Betroffene„Wir haben dieses Haus abgöttisch geliebt“

Inga Hansen, Betreiberin der Postscheune, ein Geschäft für Blumenschmuck und Wohnaccessoires, hatte zusammen mit Jens Herbort, Eigentümer des Gebäudes, das Fachwerkensemble erst 2012 komplett saniert, ein Schmuckstück der Altstadt. Sie und ihr Team trifft der Verlust mehr als hart. „Wir haben dieses Haus abgöttisch geliebt. Es war unser Zuhause“, sagt die 49-Jährige.

Lagebesprechung: Einsatzleiter Dieter Röthig bespricht mithilfe einer Hausskizze die Löscharbeiten an der Postscheune.

Am Sonntagvormittag holte sie mit ihrem Team in Begleitung von Feuerwehrleuten noch Gegenstände und Materialien aus dem Haus, um ihr Geschäft von ihrer Werkstatt an der Kirchstraße 12 aus weiterzuführen. Sie werde weiterhin alle Außentermine wahrnehmen und auch der Bring- und Abholdienst laufe weiter. Das Geschäft sei weiterhin unter der bekannten Telefonnummer erreichbar.

Hann. Münden: Wie es weitergeht ist noch unklar

Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist unklar. Ein großer Teil des Komplexes musste für die Löscharbeiten abgerissen werden. „Es ist noch viel zu früh, um etwas zu sagen“, so Jens Herbort. Er sei jetzt vor allem froh, dass bei dem Feuer niemand verletzt worden und auch bei Löscharbeiten niemand zu Schaden gekommen sei. Er dankte den vielen Helfern und Feuerwehrleuten „aus tiefstem Herzen“ für ihren Einsatz. Das sagte auch Inga Hansen. Alle seien so achtsam und mitfühlend gewesen, „dass ich gespürt habe, dass sie alles versucht haben, es zu retten“.

Dass nicht noch ein größerer Schaden entstanden sei, führte Einsatzleiter Röthig auch darauf zurück, dass das Feuer am Wochenende und am Morgen ausgebrochen war, wo ausreichend Feuerwehrleute für solch einen Einsatz schnell zur Verfügung stünden. Denn, so Röthig: „Der Faktor Zeit spielt in der historischen Altstadt bei der Brandbekämpfung eine ganz, ganz wichtige Rolle.“ Wie beim Brand in der Rosenstraße Anfang November war auch am Samstag ein Großaufgebot an Rettern und Helfern vor Ort. Neben den rund 120 Feuerwehrleuten der Mündener Wehren auch die Drehleitern aus Dransfeld und Vellmar.

Drehleitereinsatz: Um das Feuer auch von oben bekämpfen zu können, setzte die Feuerwehr drei Drehleitern ein.

Zahlreiche Rettungskräfte waren in Hann. Münden dabei

Pkw in Flammen: Vor dem Gebäude der Wäscherei ist auch ein parkender Pkw in Brand geraten.

Im Einsatz waren weiterhin die Werksfeuerwehr von Haendler & Natermann, das THW Hann. Münden, die Drohneneinheit der Feuerwehr Rosdorf und der Ortsfeuerwehr Obernjesa, der ASB, das DRK, die Polizei mit zahlreichen Beamten, die Versorgungsbetriebe Hann. Münden, die schnelle Einsatzgruppe des ASB, ein Seelsorger sowie Mitarbeiter der Stadt Hann. Münden.

Kirchen öffneten für die Betroffenen des Großbrandes

Bürgermeister Wegener hatte für die rund zwanzig Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, das Geschwister-Scholl-Haus öffnen lassen, wo zeitweise dann auch eine Familie Zuflucht gefunden hatte, die später, so Wegener, bei Verwandten untergekommen sei. Zentraler Ort für die Versorgung und Lagezentrum wurde dann die Aegidienkirche, die Pastor Henning Dobers zur Verfügung gestellt hatte. Dort versorgte das DRK unter Leitung von Bereitschaftsleiter Sven Koppitz Einsatzkräfte und Betroffene mit Essen und Getränken. Auch bei früheren Bränden seien sie schon im Einsatz gewesen, so Koppitz.

Das DRK sorgte in der Aegidienkirche für Verpflegung der Helfer und der betroffenen Bewohner. Unser Bild zeigt Patricia Koppitz, Katja Althaus und Antonia Splitt.

Pastor Ulrich Göttges hatte ebenfalls angeboten, die reformierte Kirche zu öffnen, falls sie benötigt wird. Aber die meisten Menschen aus den evakuierten Gebäuden waren da schon bei Verwandten und Freunden unter gekommen. (Petra Siebert, Ekkehard Maaß, Thomas Schlenz)

Großbrand in Hann. Münden: Bilder vom Einsatzort

Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Stefan Rampfel
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Petra Siebert
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Petra Siebert
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Petra Siebert
Brand in Hann. Münden
Brand in Hann. Münden: Feuerwehren sind im Einsatz © Petra Siebert

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