Antrag gestellt

Grüne in Hann. Münden wollen mehr Holzbauten

Das Drohnenfoto zeigt die Baustelle eines hauses von Oben. Gerade geschnittenes Holz wird im Moment zur knappen Ware.
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Holz wird zur knappen Ware. Das merken vor allem die Bauherren eines Hauses. Die Grünen in Münden fordern nun mehr Holzbauten.

Die Grünen in Hann. Münden setzen sich für mehr Holzbauten ein. Holz ist aber momentan knapp. Das Anliegen soll in den Ausschüssen diskutiert werden.

Hann. Münden – Die Grünen in Hann. Münden setzen sich für mehr Holzbauten ein und haben dazu in der jüngsten Ratssitzung einen Antrag gestellt. Der Rat möge beschließen, alle Gebäude, die im Auftrag der Stadt oder der städtischen Gesellschaften errichtet werden künftig in Holzbauweise zu errichten.

Städtische Gebäude in Hann. Münden aus Holz

Auch zur Sanierung städtischer Bestandgebäude, inklusive der Gebäude der städtischen Gesellschaften, sollten, möglichst nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden, heißt es in dem Antrag der Gruppe Die Grünen/Münden aktiv.

Zur Begründung erklärte Hartmut Teichmann von den Mündener Grünen, dass die Klimakrise zum Umdenken zwinge. Der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid müsse vor Ort gesenkt werden, hieß es. Der Bau von Häusern aus Stahl und Beton bedeute einen hohen Energieaufwand. Deswegen sollten diese Baustoffe möglichst vermieden werden, so Teichmann.

Mit der Holzbauweise gebe es zudem seit Langem positive Erfahrungen. Holz verhalte sich sogar beim Brandschutz besser als Stahl, da Stahlträger bei Hitze brechen könnten. Inzwischen würden sogar Hochhäuser in Holzbauweise errichtet.

Holz verursache keine klimaschädlichen Emissionen

Holz verursache keine klimaschädlichen Emissionen, es sei sogar eine CO2-Senke. „Für das Klima ist die Holzbauweise damit eine echte Win-Win-Situation“, betonte Teichmann. Leider könne man Privatleute immer wieder nur ermutigen, auf Holzbauweise zu setzen. Deswegen solle die Stadt möglichst mit gutem Beispiel vorangehen bei der Sanierung ihrer Gebäude. Ziel müsse sein, zu prüfen, ob es nachwachsende Rohstoffe gebe, die sich eignen. So sei auch Hanf als Dämmmaterial sehr gut geeignet. Ratsherr und Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn (SPD) bestätigte, dass die Nutzung klimafreundlicher Baustoffe wie Holz der richtige Weg sei.

Es sei aber seiner Ansicht nach nicht richtig, diese Bauweise ausschließlich vorzuschreiben. „Wir müssen mit Anreizförderungen arbeiten“, so Hujahn. Positive Beispiele für energiefreundliche Häuser gebe es, etwa beim Strohholzzentrum in Verden oder bei einem privaten Bauherren in Lippoldshausen, der Stroh für den Bau genutzt habe. „Wir müssen Unterstützung beim Bauen mit natürlichen Rohstoffen leisten und Hindernisse wegnehmen.“ Nicht alles könne aber mit Holz gebaut werden.

Mangel an Bauholz in Deutschland

Ratsherr Dr. Franz Bitz verwies auf den aktuellen Mangel an Bauholz in Deutschland. Es bestehe die Gefahr, dass man Holz im Ausland einkaufe, wo dafür Wälder zerstört würden. Das dürfe nicht passieren und müsse im Auge behalten werden. Gerd Hujahn erklärte die Preissteigerungen damit, dass die Nachfrage in China und den USA die Preise für Holz hochgetrieben hätten, weniger der Verbrauch vor Ort. „Es sind die Exporte, die uns zu schaffen machen.“ Ratsherr Markus Jerrentrup (CDU) begrüßte die Idee, den Antrag in den Umweltausschuss zu verweisen, wobei er auch im Stadtentwicklungsauschuss gut aufgehoben sei.

Lena Kürschner (Grüne) betonte, es müsse sichergestellt werden, dass der Antrag auch wirklich diskutiert werde und nicht in einer Schublade lande. Der Rat entschied schließlich einstimmig, den Antrag federführend vom Stadtentwicklungsausschuss zu diskutieren und den Umweltausschuss beratend hinzuzuziehen. (Thomas Schlenz)

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