Wassersparen bleibt Thema

Grüne in Hann. Münden wollen Zisternen in Neubauten

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Wasser sparen und die Umwelt schonen: Das wollen die Grünen mit Zisternen erreichen.

Ressourcen schonen ist eines der dominierenden Themen weltweit. Die Grünen in Hann. Münden setzen sich deshalb für Zisternen in Neubauten ein.

Wie man die Menschen in der Region dazu bringen kann, Wasser zu sparen, war Thema eines Antrags der Gruppe Grüne/Müna aktiv im Hann. Mündener Stadtrat. Wir fassen das Thema in Fragen und Antworten zusammen.

Was wollte die Gruppe konkret erreichen?

Alle neu zu bauenden Häuser sollen die Auflage erhalten, eine Zisterne in geeigneter Größe zu besitzen. Das Wasser aus der Zisterne soll als Brauchwasser unter anderem zur Gartenbewässerung, als weiches Wasser für die Waschmaschine und für die Toilettenspülung dienen.

Welches Ziel verfolgen die Grünen/Müna aktiv damit?

Mit den Zisternen sollen gleich mehrere Zwecke erfüllt werden.   Aufgrund der vermehrt auftretenden Trockenheit kann der Wasserverbrauch während der Trockenheit mit dem grundstückseigenen Wasserspeicher überbrückt werden, was zu einer Entlastung der Trinkwasserspeicher sorgt. Das könne Wasserknappheit von vornherein vermeiden. Außerdem kann mit den Zisternen bei Starkregen die Kanalisation für das Oberflächenwasser entlastet werden, da die Speicher so zum Pufferbehälter werden.   Dies könne gerade in Zeiten der fortschreitenden Bodenversiegelung Überschwemmungen vermeiden.

Wie wurde der Antrag von den Ratsfraktionen aufgenommen?

Insgesamt durchaus positiv, sonst hätte es der Antrag wohl nicht zur Überweisung in den Stadtentwicklungsausschuss geschafft. Bürgermeister Harald Wegener betonte allerdings, dass die Bürger eine zunehmende Regulierungsflut beklagen. „Eine verpflichtende Nutzung von Zisternen wäre rechtlich gar nicht möglich“, betonte Wegener und bezog sich auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Ähnlich argumentierte auch Gerd Hujahn (SPD): „Vom Inhalt des Antrags bin ich sehr angetan“. Bei Starkregen das Wasser möglichst schnell wegzubekommen, um dann im Hochsommer zu bemerken, dass es fehlt und die Nutzung teils eingeschränkt werden muss, sei der falsche weg. „Wir müssen über das Thema diskutieren.“

Gab es auch Kritik an Regenwasser-Zisternen?

Die gab es. Ratsmitglieder hinterfragten die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen. Es sei zwar richtig, die Kanalisation zu entlasten, allerdings rechne sich ein solches mehrere Tausend Euro teures Bauprojekt mit Zisterne und zusätzlichen Wasserleitungen im Haus zu Waschmaschine, Toilette & Co. fast nie. Dies beruhe unter anderem auf der Tatsache, dass mit der Zisterne im Haus zwar kein Frischwasser gezahlt werden müsse, für Toilettenspülung und Waschmaschine aber trotzdem die teurere Abwassergebühr anfalle. Deshalb amortisiere sich so manche Zisterne auch über 10 bis 15 Jahre nicht.

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