Protest vor dem Welfenschloss gegen Schließung

Grundschule Hemeln bleibt - Mündener Rat lehnt Schließung ab 

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Setzen sich für ihre Schule ein: Schüler und Eltern haben am Donnerstag vor dem Welfenschloss in Hann. Münden für den Erhalt der Grundschule Hemeln demonstriert.

Der Rat der Stadt Hann. Münden hat die Schließung der Grundschule Hemeln zum Schuljahresende 2020 mit klarer Mehrheit abgelehnt.

Bei 21 Nein-Stimmen, sechs Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen wurde der Antrag des Bürgerforums Hann. Münden am Donnerstagabend abgelehnt.

Vor Sitzungsbeginn hatten sich Schüler und Eltern vor dem Welfenschloss platziert und mit großen Transparenten, unter anderem „Wir brauchen unsere Schule sehr und geben sie nicht kampflos her“ vor dem Sitzungsort demonstriert.

Den Antrag des BFMÜ (HNA berichtete) hatte Dr. Manuela Gantzer in der Sitzung ausgiebig erläutert. „Wir haben aktuell 29 Schüler, im kommenden Jahr kommen nur fünf neue dazu“, betonte die Ratsfrau.

Geschlossene Schule könne nicht wiederbelebt werden 

„8 bis 14 Schüler sind pro Jahrgang vorgeschrieben“, betonte Gantzer, außerdem müsse man bei der aktuellen Haushaltslage „endlich Kosten sparen“, vor allem auch, da es in allen Schulen der Stadt einen Sanierungsstau gebe.

Gudrun Surup erklärte für die SPD-Fraktion, dass eine geschlossene Schule so gut wie nicht wiederbelebt werden könne. „Eine Grundschule hat für uns als SPD grundsätzlich eine Existenzberechtigung, insbesondere wenn wir den ländlichen Raum für Familien attraktiv machen wollen.“

Ebenso wie die SPD fordert die CDU-Fraktion ein Grundschul-Entwicklungskonzept. Dieses wurde allerdings zu Beginn der Ratssitzung von der Tagesordnung genommen. „Uns liegt kein Grundschul-Entwicklungskonzept vor, deshalb fehlt uns die Beratungsgrundlage“, sagte Markus Jerrentrup für die CDU.

Schulwechsel sei auch Chance für Kinder

Hartmut Teichmann betonte für die Grünen, dass es keine Mindest-Schülerzahlen im Niedersächsischen Schulgesetz gibt. „Wir müssen also keine Schule schließen.“ 

Die ländlichen Gemeinden seien in den Augen der Grünen schon stark genug vom Rückbau der Infrastruktur betroffen. Michael Kaufmann von „Aufstehen für Münden“ betonte, dass ein Schulwechsel durchaus auch eine Chance für die Entwicklung der Kinder sein könne.

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