Fotos helfen bei Dokumentation

Gute Bedingungen für Biber: Seltene Tiere sind im Landkreis Göttingen zu Hause und vermehren sich

Im Raum Hann. Münden werden immer wieder Bieber gesichtet und auch aus misslichen Lagen befreit. Die Tiere fühlen sich in der Gegend offenbar wohl.

Hann. Münden - Einen Biber hat die Feuerwehr Hann. Münden am Mittwoch, 06.01.2021, aus der Fuldaschleuse bei Wilhelmshausen gerettet. Die Fotos der Einsatzkräfte helfen dem Fachbereich Umwelt des Landkreises Göttingen das Leben der seltenen Tiere in der Region zu dokumentieren.

Der informiert auf Nachfrage: Nachweise von Bibern gibt es im heutigen Landkreis Göttingen seit 2014. Die Gesamtzahl der Biber in der Region sei schwer nachzuweisen. Im Landkreis werde derzeit von fünf bis sechs Revieren ausgegangen, wo es seit 2019 bereits Nachwuchs gab oder dieser bald zu erwarten sei. Leider würden auch immer wieder tote Biber gefunden, ohne dass die Ursache erkennbar sei.

Dieser Biber wurde von der Feuerwehr Hann. Münden aus der Kanurampe der Fuldaschleuse bei Wilhelmshausen gerettet.

Im Altkreis Münden gebe es einzelne Aktivitäten an Weser, Fulda und Werra, Nachwuchs sei noch nicht bekannt. Wildtierkameras und Verbiss an Gehölzen weise auf die seltenen Tiere hin. Diese Beobachtungen meldet Britta Waldmann an den Landkreis. Die Staufenbergerin ist Biberberaterin der Ortsgruppe Altkreis Münden des Naturschutzbundes (Nabu). Seit drei Jahren sei ihr ein Biber an der Fulda im Raum Hann. Münden bekannt. „Es gibt vorsichtige Vermutungen, dass sie zu zweit sind“, sagt sie.

B80: Zaun schützt Biber vor der Straße am Letzten Heller bei Hann. Münden

Die Biber verbreiteten sich wahrscheinlich von den Kiesteichen bei Kassel die Fulda hinab in Richtung Hann. Münden. Auch an der Weser im Raum Reinhardshagen gebe es ein Revier. An der Werra sind immer wieder Spuren gesichtet worden, doch ob die Tiere dort ansässig sind, sei nicht klar. Weil dort innerhalb von zwei Jahren drei Biber an der B 80 auf der Höhe des Letzten Hellers überfahren wurden, wurde ein Schutzzaun errichtet. Die Nabu-Beraterin vermutet, dass die Biber das Wasserwerk umgehen wollten und auf der Straße einen Weg zum Fluss suchten. Nun ist ihnen nur noch der sichere Weg auf der gegenüberliegenden Seite möglich und es habe seitdem keine Todfunde mehr gegeben.

Wo sich der Eingang zum Bau an der Fulda befindet, sei auch nicht bekannt. Solange die Wasserpegel nicht zu massiv schwankt, bauten Biber keine Dämme. Die bräuchten sie nur, um den Eingang zu ihrem Bau unterhalb der Wasseroberfläche zu halten. „Mit den drei Flüssen herrschen hier im Grunde ideale Lebensbedingungen für Biber“, sagt Britta Waldmann.

Diese Nagespuren weisen auf einen Biber an der Fulda bei Hann. Münden hin.

Naturschutz-Projekte im Landkreis Göttingen „kommen Biber zu Gute“

Biber ernährten sich von Gräsern, Feldfrüchten wie Getreide und Mais sowie Äpfeln. Da der Biber keinen Winterschlaf mache, ernähre er sich im Winter von Weichgehölzen, beispielsweise Weiden. Ob es sich bei dem Biber, der aus der Schleuse gerettet wurde, um den Mündener Fuldabiber handelt, kann Britta Waldmann nicht sagen. Von der Größe her handele es sich nicht um ein Jungtier.

Die genaue Lage der Reviere solle nicht bekannt gegeben werden, so die Bitte der Beraterin, da Biber scheue Tiere sind und durch Menschen verschreckt werden könnten.

Einige Naturschutzprojekte in der Region kommen dem Biber zu Gute, informiert der Kreis Göttingen. So wurden an der Rhume zwei Alt-Arme wieder an den Fluss angebunden. Und an der Leine sei geplant, kleine Stillgewässer und eine Flutmulde zu schaffen. „Beide Projekte erhöhen die Strukturvielfalt und damit auch das Nahrungsangebot für den Biber.“ (Kim Henneking)

Rubriklistenbild: © Feuerwehr Hann. Münden

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