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Hann. Münden: Haft für Betrüger

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Symbolbild der Justizia mit verbundenen Augen
Das Gericht sah die Schuld als erwiesen an. © Symbolbild: Peter Steffen/dpa - Bildfunk

Amtsgericht Hann. Münden verurteilt Mehrfachtäter

Hann. Münden – Wegen Betruges über die Internetverkaufsplattform Ebay hat das Amtsgericht Hann. Münden einen 39-jährigen Mann aus dem Altkreis Münden zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und und sechs Monaten verurteilt. Außerdem verhängte das Gericht die Einziehung der entstandenen Schadenssumme.

In dem Verfahren ging es um fünf Fälle, in denen der Angeklagte Computerzubehör wie Grafikkarten zum Preis zwischen 450 und 550 Euro verkauft, die Ware aber nie geliefert hatte. Dies habe er aber auch nie vorgehabt, wie Amtsgerichtsdirektor Matthias Thielbeer mitteilte. Der Tatzeitraum lag zwischen Februar und Juli 2020. Es war nicht das erste Mal, dass der ledige Mann ohne abgeschlossene Berufsausbildung wegen derartiger Taten vor Gericht stand.

Unter anderem hatte ihn 2017 ein Gericht wegen sechs ähnlicher Betrugsfälle zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt, zunächst auf Bewährung, diese aber dann später widerrufen, weil der Angeklagte Bewährungsauflagen nicht erfüllt hatte.

Der Aufforderung zum Strafantritt war der Mann aber nicht nachgekommen, sondern untergetaucht. Auf der Flucht, so Thielbeer, habe er sich dann, um an Geld zu kommen, erneut für das alte Betrugsmuster entschieden. Er habe offenbar sehr dringend und schnell Geld gebraucht und deswegen auch darauf verzichtet, Maßnahmen zur Verschleierung seiner Taten zu ergreifen. Bei den Betrügereien habe er seine eigene Telefonnummer benutzt und auch das angegebene Konto, auf das die Beträge überwiesen werden sollten, sei unter seinem Namen geführt worden. Es sei ihm offenbar egal gewesen, ob er ermittelt werden könne, so Thielbeer.

Vor Gericht habe der Mann Reue gezeigt und auch ein Geständnis abgelegt, was zu einer deutlichen Verkürzung des Verfahrens geführt habe. Das sei auch strafmildernd berücksichtigt worden. Strafverschärfend sei gewesen, dass er mehrfach wegen Betruges verurteilt worden sei und aktuell eine Strafe verbüße. Vor diesem Hintergrund habe das Gericht auch keine positive Sozialprognose stellen können, was etwa für eine Bewährungsstrafe wichtig ist.

Die jetzt verhängte Freiheitsstrafe muss er nun zusätzlich absitzen. Strafverschärfend sei zudem die Höhe der Schadenssumme gewesen und dass er die Taten vorbereitet und geplant hatte. (Ekkehard Maaß)

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