Schüler stellten Boxen in Schule am Botanischen Garten auf

Handy-Sammelaktion in Hann. Münden: In die Box statt in den Müll

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Nicht einfach wegwerfen: Sarina Eike, Förderschullehrer Julian Faupel, Tatjana Kiehne und Laura Henne von der Reduse-AG der Schule am Botanischen Garten sammeln alte und kaputte Handys, um sie wiederverwerten zu lassen.  

Hann. Münden. Nahezu jeder hat eines, für viele gehört es zum Alltag: Das Handy. Kaum etwas steht für die Konsumgesellschaft so sehr wie das Smartphone, berichtet die Umwelthilfe.

So überrascht es auch kaum, dass allein in Deutschland jedes Jahr etwa 24 Millionen neue Smartphones über die Ladentheke wandern – und 124 Millionen Geräte liegen Schätzungen zufolge ungenutzt in deutschen Schubladen, voller Gold, Silber und Kupfer, die als Komponenten in den handlichen Geräten verbaut sind.

Dass diese wertvollen, aber auch alle weiteren wiederverwertbaren Materialien insbesondere aus defekten Geräten einen Weg in den Recycling-Kreislauf finden sollten, darauf weist nun die Arbeitsgemeinschaft (AG) Reduse der Schule am Botanischen Garten in Hann. Münden mit einer neuen Aktion hin: Die fünfköpfige Schüler-AG um Förderschullehrer Julian Faupel hat Sammelboxen in ihrer Schule aufgestellt.

Darin werden alte und kaputte Handys gesammelt und einer Spezialfirma übergeben, die aus defekten, nicht mehr reparierbaren Geräten alles Wiederverwertbare löst. Der Erlös, erklärt Schülerin Tatjana Kiehne, der aus den alten Handys aus Münden erzielt wird, werde an soziale Projekte gespendet.

Sie zückt ihr altes Smartphone: Der Bildschirm ist gesprungen, ein kleiner Stein ist ins Gehäuse eingedrungen.

Seitdem funktioniere das Handy auch nicht mehr. Statt es in die Tonne zu werfen, gibt sie es lieber in die Recycling-Box. „Es geht uns darum, dass Schüler sich bewusst werden, aus was ein Smartphone besteht, wie es produziert wird und woher die Materialien dafür kommen“, erklärt Kiehne. Das Projekt, so die Schüler-AG, solle dauerhaft in der Schule laufen.

„Wir wollen zeigen, dass Jeder, im kleinen Rahmen und mit den einfachsten Mitteln, hier vor Ort schon etwas Gutes für die Umwelt tun kann“, bekräftigt Faupel.

Der Lehrer ist überzeugt vom ökologischen Charakter dieser Aktion: Das Ziel der AG ist es, die Schule umweltfreundlicher zu machen. Die Schüler haben bereits erreicht, dass die Schule recyceltes Papier statt „normalen“ Papier für die ungezählten Kopien, die jedes Jahr an die Schüler ausgeteilt werden, verwendet.

Das Öko-Papier, das sich auf den ersten Blick in keiner Weise von dem herkömmlichen Kopierpapier unterscheide, koste 30 Cent pro 500 Blatt mehr, „die Umwelt ist uns das aber wert“, sagt Faupel. Auf den zweiten Blick erkenne man nur wenige, winzige schwarze Punkte im Weiß des Papiers – das störe aber die Qualität der Kopien nicht und sei auch nicht schädlich für die Kopierer.

Und die Schülergruppe hat noch viele weitere Ideen, wie sie ihre Schule schöner und umweltfreundlicher machen können: Möglich wäre beispielsweise eine Sammelbox für gebrauchte Stifte, die – so wie die Handys – recycelt werden können. Der Schulkiosk könne beispielsweise umweltfreundliche Ordner, Mappen, Stifte und Hefte verkaufen.

Für die Umwelt seien diese Ideen viele kleine Schritte mit sehr großer Wirkung, so Faupel. 

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