Arbeiten abgeschlossen

Ältestes am Gebäude datiertes Haus in Niedersachsen ist saniert

+
Die Sanierung des Küsterhauses am Kirchplatz 4 in Hann. Münden konnte am Freitag, 15. Mai, fertiggestellt werden. Im Hintergrund des Bildes zu sehen von links nach rechts: Timo Aschmann (Elektro-Plischke), Frank Koll, Maik Simon, Alexander Trube, Christian Trube, Norbert Trube (Malermeisterbetrieb Alexander Trube), Siegfried Grünewald, Hendrik Grünewald (Zimmerei Grünewald). Im Vordergrund von links nach rechts: Ehepaar Klaus und Erika Maschke mit Tochter Andrea Remmert

Die Sanierung des Küsterhauses am Kirchplatz 4 ist seit Freitagmorgen abgeschlossen. „Anfang April hatten die Arbeiten spontan begonnen“, erzählt Erika Maschke, die das Gebäude vor knapp 42 Jahren mit ihrem Mann Klaus gekauft hat.

Dem vorausgegangen seien lange Überlegungen, in welchem Zeitraum es saniert werden sollte. Grund dafür war dem Ehepaar zufolge, dass sie eine Überschneidung mit den Öffnungszeiten der Gaststätte Küsterhaus K1&K2 vermeiden wollten, die laut Webseite vom 1. April bis 31. Oktober ihren Gästen offensteht.

Zumindest in dieser Hinsicht sei die Corona-Pandemie ein Vorteil gewesen, findet Frau Maschke, denn dadurch durfte das Restaurant bis auf Weiteres nicht den Betrieb aufrechterhalten, sodass die Erneuerungen vorgenommen werden konnten.

Diese seien nun auch notwendig gewesen. Vor allem die zahlreichen Verzierungen, Ornamente genannt, bedurften einer Generalüberholung, ebenso die Fassade des Bauwerks selbst. „Bei der Wahl der Farben für den Neuanstrich wurde bewusst darauf geachtet, dass sie dem Stil der Frührenaissance entsprechen, der das Küsterhaus zuzuordnen ist“, berichtet der Mündener Denkmalpfleger Burkhard Klapp. Das Gebäude hebe sich daher mit seinen nun dunkelroten Farbtönen stark von den umliegenden Fachwerkhäusern ab, was auch seine besondere Bedeutung betone.

Erneuerung der Goldschrift: Malermeister Norbert Trube ist bereits in Rente, doch schon in Jugendzeiten in Hann. Münden habe er sich gewünscht, einmal bei der Sanierung eines Fachwerkhauses mitzuwirken.  

„Das Küsterhaus ist das älteste Gebäude in Niedersachsen, das am Haus selbst datiert ist“, erklärt Klapp, womit er sich auf die Inschrift der Jahreszahl 1457 bezieht, die sich an der Seitenkante befindet.

Besonders für einen Bau dieser Zeit sei laut dem Denkmalpfleger ebenfalls die hohe Anzahl an Ornamenten. Diese Verzierungen weise das Haus vor allem an den sogenannten Knaggen auf, also den Unterstützungen der austragenden Deckenholzbalken. Das Fachwerkhaus sei dafür, dass auch diese in der damaligen Zeit zur Verzierung genutzt wurden, ein Beispiel.

Doch auch die jüngere Vergangenheit macht das Anwesen besonders: Erika Maschke erzählt in diesem Zusammenhang stolz von den Fensterscheiben, die selbst heute noch in einem sehr guten Zustand seien, obwohl sie zuletzt 1978 während einer zweijährigen Sanierung erneuert wurden. Dafür sorge eine spezielle Bleiverglasung. „Als mein Mann und ich vor 42 Jahren das Haus gekauft haben, haben wir für die Fenster extra Antikglas hier in Hann. Münden anfertigen lassen.“

Mittlerweile sei das Küsterhaus zwar auf Tochter Andrea Remmert überschrieben, doch es ist Erika und Klaus anzumerken, dass ihre Leidenschaft für das Gebäude ungebrochen ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.