Quo-vadis Trafohaus?

Ärger um Trafohäuschen: Diskussion über Standort in Innenstadt von Hann. Münden

Diskussion um Trafohäuschen am Szeneplatz: Stefan Beer (Technischer Leiter VHM, Mitte) informierte über die Pläne. Momentan befindet sich der Trafo im Hinterhof des Corvinus-Hauses (Hintergrund).
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Diskussion um Trafohäuschen am Szeneplatz: Stefan Beer (Technischer Leiter VHM, Mitte) informierte über die Pläne. Momentan befindet sich der Trafo im Hinterhof des Corvinus-Hauses (Hintergrund).

Streit um ein Trafohäuschen in Hann. Münden. Der Standort war auf dem Szeneplatz gedacht, bei einer Diskussion vor Ort regte sich Widerstand.

Hann. Münden – Ein Trafohäuschen wird zum Diskussionsobjekt. Die Stadtverwaltung Hann. Münden und die Versorgungsbetriebe Münden (VHM) haben am Donnerstagabend zu einer Veranstaltung auf dem Szeneplatz eingeladen.

Etwa 25 Teilnehmer, darunter auch Mitglieder des Rates, folgten der Einladung von Bürgermeister Harald Wegener und Stefan Beer, Technischer Leiter der VHM. Momentan befindet sich die Trafostation im Hinterhof des Corvinus-Hauses an der Ziegelstraße. „Die Trafostation ist für Versorgungssicherheit im nahen Umfeld der Ziegelstraße notwendig“, hieß es im Vorfeld in der Einladung zur Diskussionsveranstaltung.

Hann. Münden: Trafo muss umziehen

„Der aktuelle Standort ist schlecht erreichbar für die Feuerwehr“, so Beer vor Ort. Zudem machen auch die Bauarbeiten am Corvinus-Haus den Umzug der Station nötig. „Wir müssen schnell sein“, sagt Wegener. Der Baubeginn war eigentlich für Anfang September geplant.

Neuer Standort? Dieses baufällige Gebäude an der Straße Hinter der Stadtmauer soll weichen. Es wird nun geprüft, ob der Trafo dort aufgestellt werden kann.

Der Plan: Das Trafohäuschen soll auf dem Szeneplatz aufgestellt werden, versehen mit einer „Einhausung“. Material sei von der Baustelle an der Wanfrieder Schlagd noch übrig. Zudem können Anschlüsse angebracht werden oder auch eine Infotafel die an die Lateinschule an diesem Standort erinnern kann. Die Bürger sollen über die Gestaltung des Bauwerkes mit entscheiden.

Doch so einfach ist die Sache nicht. Während des Gesprächs vor Ort erhoben sich Einwände gegen den Standort. Hartmut Teichmann, Mündener Ratsherr von Bündnis 90/Die Grünen, war einer der Wortführer. Er bezeichnete das zukünftige, verkleidete Häuschen ironisch als „Alleinstellungsmerkmal der Stadt“ und machte deutlich, dass er die Pläne nicht unterstützt. „Warum muss der Trafo aus dem Hinterhof?“, legte er nach.

Gespräche waren nach längerer Zeit gescheitert

Auch andere Teilnehmer fragten nach Alternativen. „Wir haben alles geprüft, es gab Gespräche für einen anderen Standort, die aber nach einem Dreivierteljahr gescheitert sind“, entgegnete Beer. Eine unterirdische Installation, wie sie vorgeschlagen wurde, sei beispielsweise zu teuer. „In Eschwege gibt es sowas“, berichtete Beer. Allerdings koste diese Art des Baus etwa 1 Million Euro, momentan rechne man mit Kosten von 125 000 Euro. Für einen Standort außerhalb eines Hinterhofes spreche auch, dass so die Brandsicherheit gewährleistet werden kann. „Es passiert öfters, das Trafos brennen“, so Wegener.

Neuer Standort? Verantwortliche prüfen Idee

Nach regem Wortwechsel kristallisierte sich eine mögliche andere Lösung heraus. In einem Hof hinter dem Corvinus-Haus und dem Haus Kohlen-Hesse an der Straße Hinter der Stadtmauer befindet sich ein verfallenes Gebäude. Da dieses abgerissen werden müsse, schlugen es Teichmann und andere Teilnehmer als Platz für das Trafohäuschen vor.

Beer und Wegener zeigten sich interessiert und gestanden ein, dass diese Option nicht bedacht wurde. Es wurde angekündigt, Gespräche mit den Eigentümern des Grundstückes zu führen. „Es könnte mit dem Wegerecht kompliziert werden“, so Beer. Wegener sagte, dass der „neue Standort“ nun geprüft werde. Die Teilnehmer kritisierten, dass sie zu spät ins Boot geholt wurden. (Jens Döll)

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