Diebstahl in sechs Fällen

Auf Diebestour für Drogen: Weitere Haftstrafe für Strafgefangenen

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Er verbüßt bereits eine Haftstrafe wegen Diebstahls, aber nach dem Urteil des Amsgerichts Hann. Münden wird ein 38-Jähriger wohl noch einmal einsitzen müssen.

Wegen Diebstahls in sechs Fällen hat das Amtsgericht Hann. Münden einen 38-jährigen Mann, der derzeit in der Justizvollzugsanstalt in Kassel bereits eine Haftstrafe wegen Diebstahls verbüßt, zu einer weiteren Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt. Zudem muss er die Kosten des Verfahrens tragen.

Der Mann, der nach eigenen Angaben seit 15 Jahren drogenabhängig ist, räumte vor Gericht die Diebstähle ein. Er habe sie begangen, um sich Geld für Drogen zu beschaffen. Die sechs Taten liegen ein bis zwei Jahre zurück. Der Mann war vor allem in Geschäften in der Mündener Altstadt unterwegs und stahl Dinge wie Schokolade, Nassrasierer, Strümpfe, elektrische Zahnbürste und Tabak – keine Dinge von größerem Wert.

Vor Gericht sagte er, er habe auf Bestellung gestohlen. Anschließend habe er von den Personen, für die die Waren gedacht waren, die Hälfte des Preises erhalten. In einigen Fällen wurde er auf frischer Tat erwischt. Auf andere Diebstähle wiesen seine Beutestücke im Rucksack hin. Drei Taten beging er an einem Tag in drei Geschäften. Die Staatsanwältin hatte eine höhere Haftstrafe gefordert. Der Angeklagte hatte bei einer Tat in seinem Rucksack ein Teppichmesser dabei. Sie wertete dies als Diebstahl mit Waffe. Als Gesamtstrafe forderte sie zehn Monate Haft.

Für das Gericht war es dagegen nicht nachweisbar, dass der Angeklagte das Messer tatsächlich als Waffe bei sich hatte. Der 38-Jährige, der ansonsten vollkommen geständig war, sagte, er habe gar nicht mehr gewusst, dass es noch in seinem Rucksack lag. Es seien noch andere Werkzeuge wie Schraubenzieher darin gewesen.

Auch der Verteidiger hatte dafür plädiert, dass die Tat, bei der das Teppichmesser dabei war, als einfacher Diebstahl zu werten sei. Er sprach sich für eine Gesamthaftstrafe von vier bis fünf Monaten aus. So sah es denn auch der Strafrichter in seinem Urteil und bildete eine Gesamtstrafe von fünf Monaten.

Langes Vorstrafenregister

Der 38-Jährige ist 18-fach vorbestraft. Derzeit verbüßt er in der Justizvollzugsanstalt in Kassel eine mehrmonatige Haftstrafe, ebenfalls wegen Diebstahls. Zudem muss er sich demnächst noch wegen schweren Raubes verantworten. Der Mann ist Vater eines achtjährigen Jungen, der bei seiner Mutter wohnt. 1980 in Kasachstan geboren, lebt der gelernte Lagerlogistiker seit 1996 in Deutschland. Wegen seiner Drogensucht ist er inzwischen in Behandlung.

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