Gastroenterologie und Urologie

Angebote zur Krebs-Frühdiagnostik in Hann. Münden

+
Darmspiegelung: Mittels einer Endoskopie wird der Darm für eine Krebs- Früherkennung untersucht.

Hann. Münden. Damit es mit der Früherkennung bei Krebs noch besser klappt, hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen, dass regelmäßige Einladungen an Krankenversicherte verschickt werden.

Voraussichtlich ab Mitte dieses Jahres bekommen Menschen, die sich im Alter für die empfohlene Untersuchung befinden, künftig Post mit Einladung und Informationsmaterialien.

Dr. Silke Cameron, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie, befürwortet es, dass Menschen informiert werden. Denn: „Frühzeitige Erkennung möglicher Krebserkrankungen kann Leben retten.“ Im Medizinischen Versorgungszentrum in Hann. Münden werden Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung angeboten. Darmkrebs zum Beispiel sei bei Männern und Frauen die zweithäufigste Tumorerkrankung. Ab einem mittleren Lebensalter ist die Wahrscheinlichkeit, dass Darmpolypen entstehen, erhöht. Daher wird ab einem Alter von 50 bis 55 Jahren eine Vorsorgekoloskopie empfohlen. Durch vermehrte Zellteilung kann aus einem Darmpolypen – einer kleinen Vorwölbung, die aus der Darmschleimhaut ins Darminnere ragt – ein Karzinom entstehen. Die frühe Abtragung verhindert die Entstehung eines Karzinoms. „Ein Polyp braucht etwa zehn Jahre, um zu einem Karzinom zu werden.“

Das Tückische an dieser Krebsart: Lange Zeit haben Betroffene keine Beschwerden. Weil der Krebs lange zum Wachsen braucht, ist er, früh erkannt, gut behandelbar. Bei unauffälligem Befund sollte man alle zehn Jahre eine Darmspiegelung wiederholen lassen, rät Dr. Cameron. Patienten hätten lange Zeit keine Beschwerden, insbesondere bei rechtsseitigen Kolontumoren.

Dr. Silke Cameron, Innere Medizin, Gastroenterologie

Die Darmspiegelung selbst sei eine Untersuchung, vor der man als Patient keine Angst haben müsse. „Der Patient wird sediert und merkt nichts von der Untersuchung“, erklärt Cameron. „Viele wachen hinterher auf und sind positiv überrascht, dass es schon vorbei ist.“

Die Angst vor dem Ungewissen nehmen und etwas Gutes für sich tun, dafür setzt sich auch Dr. Jens Küster, Chefarzt der Urologie am Klinikum Hann. Münden, ein. Denn beispielsweise beim Prostata-Krebs sei es ähnlich wie beim Darmkrebs: „Typische Symptome gibt es nicht, der Tumor verursacht lange keine Schmerzen“, erklärt Küster. „Alles, was nicht wehtut, ist eher gefährlich.“

Dr. Jens Küster, Urologie  

Ein Warnsignal sollte einen aber stutzig machen: Blut im Urin. Spätestens dann sollte ein Arztbesuch erfolgen. „Viele Männer, die die Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung nicht nutzen, sagen: ‘Warum soll ich zum Arzt, mir geht es doch gut’“, sagt Küster. Nur jeder Vierte in Deutschland nutze leider die Angebote.

Wie wichtig es dennoch ist, sich regelmäßig vom Arzt kontrollieren zu lassen, zeigt ein Blick auf den Bereich Nierenkrebs: „Tumore an der Niere erkennt man etwa zu 50 Prozent eher zufällig über andere Untersuchungen“, erklärt Küster. Dabei erkenne man viel über die Urinuntersuchungen und auch per Ultraschall. Außerdem habe der Arzt bei den regelmäßigen Früherkennungskontrollen die Möglichkeit, durch die ganzheitliche Betrachtung des Patienten mögliche andere Erkrankungen zu entdecken und die Konsultation mit dem entsprechenden Facharzt auf den Weg zu bringen. 

Service: Das Leistungsspektrum des Medizinischen Versorgungszentrums Hann Münden umfasst die Bereiche Urologie, Innere Medizin, Gastroenterologie, Orthopädie, Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie. Nähere Kontaktdaten unter: www.khmue.de/medizinische-versorgungszentren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.