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Apotheken in der Region Hann. Münden kämpfen mit dem Mangel

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Von: Jens Döll, Ekkehard Maass

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Notfall: Diese Medikamente sollten vorrätig sein.
Viele Medikamente sind momentan auf dem Markt knapp. Das merken auch die Apotheken im Altkreis Münden. (Symbolbild) © Monika Skolimowska/dpa

Auch die Apotheken in der Region kämpfen mit dem Mangel. Das ist mittlerweile ein bundesweites Problem. Besonders Fiebersäfte fehlen.

Altkreis Münden – Auch die Apotheken in der Region Hann. Münden müssen täglich mit dem Medikamenten-Mangel umgehen. Kunden, die Rezepte für Blutdruckmittel, Antibiotika oder Fiebersäfte für Kinder vorlegen, müssen damit rechnen, dass die Mittel schlecht oder gar nicht zu bekommen sind. Das gelte derzeit für etwa 450 Artikel, sagt Dr. Jens Herbort, Inhaber beziehungsweise Mitinhaber der Rosenapotheken in Hann. Münden und Staufenberg.

Altkreis Münden: Arzneien sind zum Teil knapp

Dabei handele es sich um Arzneien, die normalerweise vorrätig oder problemlos zubekommen seien, jetzt aber teilweise fehlten. Manche könnten binnen Tagen beschafft werden, andere fehlten seit Monaten. Seine Mitarbeiter und er versuchten täglich, für ihre Kunden Lösungen zu finden. Dazu gehörten Gespräche mit den Patienten und den behandelnden Ärzten über mögliche Alternativen zum verschriebenen Medikament sowie die Nutzung aller möglichen Wege, die Arzneien doch noch zu bekommen.

Manche Apotheken stellen Fiebersäfte selbst her

Die Rosenapotheken gehörten zudem zu denen, die in der Lage seien, Fiebersäfte selbst herzustellen. Mit den notwendigen Zutaten hätten sie sich schon länger eingedeckt. Denn die Probleme auf dem deutschen Arzneimittelmarkt hätten sich schon seit Monaten abgezeichnet. Jetzt komme eine so nicht zu erwartende Infektionswelle hinzu. Viele Kunden zeigten Verständnis, aber je dringender ein Medikament gebraucht werde, umso eher reagierten Menschen emotional. Er rate allen, die Medikamente regelmäßig brauchen, sich rechtzeitig zu bevorraten.

Dransfeld: Anderes Medikament finden kostet Zeit

Stefanie Schön-Heider, Apothekerin und Inhaberin der Gaussturm-Apotheke in Dransfeld, berichtet, dass sie trotz der Mangellage und großer Nachfrage bis jetzt für jeden Patienten eine Lösung habe finden können. Dies sei aber oftmals zeitaufwendig und binde auch Ressourcen. Dies betreffe nicht nur die Apotheken, sondern auch in den Arztpraxen koste das Zeit. „Bis jetzt haben mein Team und ich es immer geschafft, alle Medikamente zu besorgen“, so Schön-Heider. Sie habe auch noch Fiebersaft vorrätig, nur bei Zäpfchen werde es eng. (Ekkehard Maaß/Jens Döll)

Corona, Krieg und Infektionswelle

Die Folgen der Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und das Festpreissystem der Krankenkassen für Medikamente nennen Fachleute als Gründe für die Mangellage. Viele Medikamente werden heute in kostengünstigeren Ländern in Fernost wie China und Indien hergestellt. Kommt es dort zu Produktionsproblemen, etwa durch Corona, kann das auf dem deutschen Markt zu Engpässen führen. Hinzu kommt eine unerwartet starke Infektionswelle.

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