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Arbeitsmarkt im Dezember: Arbeitslosigkeit steigt im Raum Hann. Münden an

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Von: Thomas Schlenz, Bernd Schlegel

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Immer wieder Ärger um Straßenausbaubeiträge: Viele Kommunen haben die Gebührenpflicht für Anwohner bereits abgeschafft. Nun hat auch das Alheimer Gemeindeparlament beschlossen, die entsprechende Satzung aufzuheben. SYMBO
Es werden in vielen Branchen Fachkräfte gesucht. Für Geflüchtete sieht die Agentur für Arbeit in Göttingen gute Chancen. (Symbolbild) © Christoph Soeder/dpa

Die Arbeitslosigkeit im Raum Göttingen ist gestiegen. Das gilt auch für den Altkreis Münden für den Monat Dezember im vergangenen Jahr. Auf dem Arbeitsmarkt bieten sich laut Agentur aber auch Chancen.

Altkreis Münden – Im Geschäftsstellenbereich Hann. Münden der Agentur für Arbeit Göttingen ist die Arbeitslosigkeit von November auf Dezember um 34 auf 1043 Menschen gestiegen. Das waren laut Arbeitsagentur 105 Arbeitslose mehr als noch vor einem Jahr. Der Bereich umfasst den Altkreis Münden.

Altkreis Münden: Arbeitslosigkeit stieg im Dezember 2022

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember im Altkreis Münden 4,7 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 4,2 Prozent. 227 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos.

Das sind 37 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 197 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Die Göttinger Agentur registrierte für den Bereich Münden insgesamt 2519 Arbeitslosmeldungen. Das ist ein Plus von 14 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem stehen 2417 Abmeldungen von Arbeitslosen gegenüber.

Der Bestand an Arbeitsstellen im Altkreis Münden ist im Dezember um fünf Stellen auf 572 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren das 161 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 142 neue Arbeitsstellen, 49 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 2183 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 167.

Gute Chancen für Geflüchette auf dem Arbietsmarkt

Für Arbeitssuchende, auch unter den Geflüchteten, gibt es weiterhin hervorragende Chancen, eine Beschäftigung zu finden. Knapp 6000 offene Stellen stehen in Südniedersachsen bereit – fast ebenso viele wie Ende 2021. Darauf weist die Arbeitsagentur Göttingen in ihrer Bilanz für das abgelaufene Jahr hin.

Gleichzeitig räumen die Arbeitsmarktexperten ein, dass die Arbeitslosenquote binnen eines Jahres um 0,6 auf 5,6 Prozent zum Jahreswechsel angestiegen ist – eine Folge des Ukraine-Krieges. Denn seit Juni sind die Jobcenter für die Geflüchteten aus dem osteuropäischen Land zuständig. Dazu eine Zahl: 1347 der insgesamt 13 353 Ende Dezember arbeitslos gemeldeten Männern und Frauen kommen aus der Ukraine.

Hinzu kommen 2345 Geflüchtete aus dem Kriegsland, die an Qualifizierungsprojekten, zum Beispiel Sprachkurse, teilnehmen. „Sobald die Deutschkenntnisse ein gewisses Grundniveau erreichen, gibt es gute Beschäftigungsmöglichkeiten für die Geflüchteten“, ist sich Klaus Voelcker, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Göttingen, sicher.

Experten: Lage ist langfristig stabil

Insgesamt schätzt der Arbeitsmarktexperte die Lage als stabil ein: „Was wir auf der Seite der Unternehmen sehen, ist zwar eine gewisse Zurückhaltung bei der Meldung neuer offener Stellen, insbesondere aufgrund hoher Energiepreise und einer gewissen Investitions- und Konsumzurückhaltung. Doch der bereits gemeldete Bedarf ist weiterhin aktuell, wir registrieren bisher nur vereinzelte Stornierungen gemeldeter Stellen“, macht Voelcker deutlich.

Von den Auswirkungen der Corona-Pandemie war laut Geschäftsführer Voelcker im vergangenen Jahr nichts mehr am Arbeitsmarkt in den Landkreisen Göttingen und Northeim zu spüren, denn bereits Ende 2021 hatten die Arbeitslosenzahlen das Vor-Corona-Niveau unterschritten. Nach wie vor profitierten zahlreiche Betroffene in Südniedersachsen von Förderungen durch die Agentur für Arbeit. Das spiegelt sich in der Unterbeschäftigungsquote wider. Diese stieg im Vergleich von 6,6 auf 7,4 Prozent an. (Thomas Schlenz/Bernd Schlegel)

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