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Arbeitsmarkt in der Region Hann. Münden trotz Krisen robust

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Von: Jens Döll

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Die Arbeitslosenquote im Altkreis Münden ist im September 2022 leicht gesunken. (Symbolbild) © Arne Dedert

Zahl der Arbeitslosen sinkt im September in den Landkreisen Northeim und Göttingen wieder. Der Arbeitsmarkt im Altkreis Münden zeige sich robust. Im Vergleich zu 2021 gibt es aber mehr Arbeitslose.

Landkreis Göttingen – Der Arbeitsmarkt in Südniedersachsen zeigte sich im September robust. Und das trotz Krieg in der Ukraine, Fachkräftemangel, Energie- und Lieferkrise.

Arbeitsmarkt im Raum Hann. Münden: Weniger Arbeitslose im September 2022

Das teilt die Agentur für Arbeit in Göttingen in ihrem monatlichen Bericht für die Landkreise Göttingen und Northeim mit. Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen gegenüber August sank um 772 (5,4 Prozent) auf 13 624. Dies entspreche den üblichen saisonalen Schwankungen, heißt es von der Agentur.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren allerdings 643 Menschen mehr in den Landkreisen Göttingen und Northeim arbeitslos gemeldet (+5 Prozent). Hintergrund dafür sei die große Zahl von Geflüchteten aus der Ukraine, die nun von den Jobcentern in der Region betreut werden. Daher liegt die Zahl der im Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen aktuell mit 9956 deutlich über dem Wert des Vorjahresmonats (+1049/ +11,8 Prozent).

Im Geschäftsstellen-Bezirk Hann. Münden, der Hann. Münden, die Gemeinde Staufenberg und die Samtgemeinde Dransfeld umfasst, spiegelt sich diese Entwicklung in Südniedersachsen wider. Auch dort sanken die Arbeitslosenzahlen im September im Vergleich zum August, stiegen aber im Vergleich zum September 2021. In Zahlen heißt das: Die Arbeitslosigkeit hat sich von August auf September um 54 auf 1009 Menschen verringert. Das waren 16 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im September 4,6 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 4,4 Prozent.

Fachkräftemangel in allen Branchen bleibt bestehen

Das Anhalten des saisonalen Verlaufs trotz der mannigfaltigen Krisen erklärt Klaudia Silbermann, Chefin der Göttinger Agentur für Arbeit, wie folgt: „Dass dieser übliche saisonale Verlauf momentan auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten anhält, liegt an dem wachsenden Fach- und Arbeitskräftemangel, der inzwischen nahezu alle Branchen betrifft.“

Betriebe versuchten, ihre gut eingearbeiteten Beschäftigten zu halten. Denn neue Mitarbeitende zu suchen und zu finden, werde immer herausfordernder, heißt es von Silbermann.

Weiterhin viele Stellen offen

Im Agenturbezirk Göttingen waren im zurückliegenden September 6763 offene Arbeitsstellen gemeldet, 766 (12,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Das berichtet die Agentur für Arbeit Göttingen. Dieser Wert markiert erneut einen Höchststand des gemeldeten Bedarfes an Arbeitskräften. Wirtschaft und Verwaltung meldeten 915 neue Arbeitsangebote bei der Arbeitsagentur, 137 weniger als im August (-13 Prozent) und 430 weniger als vor Jahresfrist (-32 Prozent). 

Trend in den Zahlen für Landkreis Göttingen sichtbar

Im Landkreis stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum September-Wert 2021 um 0,2 Prozentpunkte an und beträgt aktuell 5,7 Prozent. Insgesamt waren im Kreis im September 9622 Menschen arbeitslos, 545 weniger als im August (-5,4 Prozent). Binnen Jahresfrist stieg allerdings auch dort die Zahl der Arbeitslosen um 230 (+2,4 Prozent).

Im Landkreis Northeim waren im zurückliegenden Monat insgesamt 4002 Menschen arbeitslos, 227 weniger als im Vormonat (-5,4 Prozent), allerdings 413 mehr als im September 2021 (+11,5 Prozent).

Die Arbeitslosenquote im September 5,7 Prozent und lag damit 0,6 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats. In der Statistik der Agentur für Arbeit werden auch die sogenannten Unterbeschäftigten erfasst. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im September 17 894. Damit stieg der Wert um 916 im Vergleich zum Vorjahresmonat (+5,4 Prozent), heißt es im Bericht. Im August 2022 betrug die Zahl der Unterbeschäftigten in den beiden Landkreisen Northeim und Göttingen zusammen 18 393. Das waren 552 oder 3,1 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Stellen in der Region Hann. Münden müssen noch besetzt werden

Wie in den vergangenen Monat schon, werden in den Landkreisen und auch im Altkreis Münden Fachkräfte gesucht. Offene Positionen sind beispielsweise (alle Stellen m/w/d): Acht examinierte Pflegefachkräfte oder Pflegehelfer in Voll- oder Teilzeit in Hann. Münden und Dransfeld; fünf Physiotherapeuten in Voll- oder Teilzeit in Hann. Münden und Dransfeld; drei Fahrlehrer in Voll- oder Teilzeit in Hann. Münden und Dransfeld und ein Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter in Voll- oder Teilzeit in Staufenberg.

Ansprechpartnerin für Interessierte ist Elvira Sandkuhl, Vermittlerin im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Göttingen, Tel.: 0 55 41/98 09 14. (Jens Döll)

Arbeitsmarkt in Zahlen

Deutschland: September 2022: 2,49 Millionen Arbeitslose, minus 62 000 gegenüber August 2022. Quote: 5,4 Prozent gegenüber 5,6 Prozent im August 2022 und gegenüber 5,4 Prozent im September 2021.

Hessen: September 2022: 171 161 Arbeitslose, minus 4797 gegenüber August 2022. Quoten: 5,0 Prozent gegenüber 5,1 Prozent im August 2022 und gegenüber 4,9 Prozent im September 2021.

Niedersachsen: September 2022: 237 937 Arbeitslose, minus 7453 gegenüber August 2022. Quoten: 5,4 Prozent gegenüber 5,6 Prozent im August 2022 und 5,2 Prozent im September 2021. rud

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