Aktionstag

Dialysezentrum in Hann. Münden klärte über Nieren-Erkrankungen auf

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Lernten die Funktion einer gesunden Niere kennen: (von links) Sydney Rohpeter, Emily Wenzel, Marlene Schenkelberg, Schüler der Klasse 9a des Grotefend-Gymnasiums, und Susann Lambrecht vom Davita-Bildungszentrum.  

Hann. Münden. Wie eine gesunde Niere funktioniert und was man tun kann, um seine Nieren gesund zu erhalten, das war das Thema eines Aktionstages am Klinikum Hann. Münden durch das Davita-Dialysezentrum für Schüler des Grotefend-Gymnasiums und für interessierte Bürger.

Susann Lambrecht informierte die Schüler, dass zwar die Nierenfunktion im Alter abnehme, aber ein rapider Verlust der Nierenfunktion auch an einer ungesunden Lebensweise liege. Die Schwächung der Niere sei ein langjähriger Prozess.

Das Problem: Niereninsuffizienz bleibe lange Zeit unbemerkt und verursache keine Schmerzen. Zwei Dinge gelte es bei Nierenerkrankungen zu beachten: Die Symptome, wie etwa Bluthochdruck, Wassereinlagerungen, Blutarmut, eine reduzierte Urinbildung und ein geschwächter Körper, passen auch zu anderen Erkrankungen, weshalb erst einmal nicht von einem Nierenproblem ausgegangen werde.

Und: Wenn die Probleme auftreten, sei es oftmals zu spät. „Wenn die Nieren ausfallen, dann sind alle anderen Organe davon betroffen“, erklärt Lambrecht. Die körpereigene Abwehr funktioniere dann nicht richtig, was zu weiteren Erkrankungen führen kann.

Das Ziel des Aktionstages sei es, auf die Wichtigkeit einer gesunden Niere hinzuweisen, über Nierenerkrankungen zu informieren und Wege aufzuzeigen, mit dem man seine Nierenfunktion über lange Zeit erhält. Denn Patienten mit schwachen Nieren sollen laut Lambrecht so lange wie möglich von einer Dialysetherapie ferngehalten werden.

Rund 100.000 Menschen in Deutschland befinden sich nach ihren Angaben in einer chronischen Nierenersatztherapie. In den letzten Jahren sei die Zahl der Patienten förmlich explodiert, so Lambrecht: 1996 befanden sich noch rund 43.000 Menschen in einer Dialysebehandlung, 2016 waren es schon knapp 93.000.

Sinkt die Nierenfunktion auf weniger als 15 Prozent, müsse eine Nierenersatztherapie begonnen werden. Dann erhalte der Patient entweder eine Spenderniere über eine Transplantation oder er begibt sich in eine Dialysebehandlung, in der regelmäßig –  je nach Therapieform täglich oder mehrmals die Woche – das Blut über mehrere Stunden gereinigt wird. „Die Nierenersatztherapie löscht aber nur einen Teil des Flächenbrandes“, so Lambrecht. Die Patienten sind lebenslang auf eine Ernährung, die auf die Therapie angepasst ist, und auf Medikamenten angewiesen.

Die Dialyse helfe aber, ein stückweit das alltägliche Leben zu erhalten, sodass auch sportliche Aktivitäten und das Berufsleben möglich sind. Im Davita-Dialysezentrum am Klinikum Hann. Münden gibt es derzeit 27 Dialyseplätze.

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