170 Mitarbeiter in Hann. Münden

Hann. Münden: Awuko im Insolvenzverfahren

 Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn, Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) besuchten das Werk von Awuko. Dort empfing sie Geschäftsführerin Nicole Pinne-Wandmacher (Dritte von rechts). Der hölzerne Löwe ist das Symbol der Firma, die 1900 in Hann. Münden gegründet wurde
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Der Löwe als Symbol: Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn, Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) besuchten das Werk von Awuko. Dort empfing sie Geschäftsführerin Nicole Pinne-Wandmacher (Dritte von rechts). Das Bild entstand im vergangenen Jahr. (Archivbild)

Awuko ist ein Weltmarktführer im Bereich Schleifmittel. Das Unternehmen aus Hann. Münden geriet durch die Corona-Krise in Schieflage. Nun wurde beim Amtsgericht Göttingen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Hann. Münden/Hannover – Der Hann. Mündener Schleifmittelhersteller Awuko Abrasives Wandmacher GmbH & Co. KG hat beim Amtsgericht Göttingen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das bestätigte ein Gerichtssprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Die Firma mit Sitz an der Hedemündener Straße hat etwa 170 Mitarbeiter in Hann. Münden sowie 22 Mitarbeiter in Klaipéda (Litauen).

Rechtsanwältin Karina Schwarz ist Sachverwalterin

Das Gericht folgte dem Antrag und bestellte mit Beschluss vom 17. August die Rechtsanwältin Karina Schwarz von der Kanzlei Schwarz Rühmland zur vorläufigen Sachwalterin. Das teilt die auf Insolvenzverfahren spezialisierte Kanzlei, mit. Laut der Kanzlei haben die „behördlich verordneten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie“ das Unternehmen in einem „konsequenten Restrukturierungskurs“ getroffen. Mit diesem Kurs habe man bereits Mitte 2019 begonnen. Liquiditätsausfälle hätten den Schritt in die Insolvenz nötig gemacht.

Die Mitarbeiter erhalten ihr Gehalt für drei Monate weiter, heißt es von der Anwaltskanzlei. Die Bundesanstalt für Arbeit zahle die Gehälter mit dem Insolvenzgeld. Die mit dem Insolvenzverfahren verbundenen Umstrukturierungen und Prüfungen werden in Eigenverwaltung vorgenommen. Das Besondere an diesem Verfahren sei, dass die Awuko-Geschäftsführung, bestehend aus der Hauptgesellschafterin Nicole Pinne-Wandmacher und Axel Hinder, im Amt bleibe, so die Kanzlei.

Der Schritt in die Insolvenz sei der Führung nicht leichtgefallen

Die Geschäftsführung werde durch die Sanierungsexperten Rechtsanwalt Oliver Ruhe-Schweigel von der Essener Kanzlei KS Rechtsanwälte und Notare und Wirtschaftsprüfer Alexander Demant von der Gesellschaft DHS Lemgo/Detmold unterstützt. Ruhe-Schweigel wird zusammen mit der Awuko-Geschäftsführung den Sanierungsplan erstellen.

Der Schritt in die Insolvenz sei der Führung nicht leichtgefallen, wird Pinne-Wandmacher zitiert. Die Geschäftsführung zeige sich nach ersten Gesprächen mit Investoren und Lieferanten zuversichtlich, dass der Weg hin zur Erholung der Firma verfolgt werden kann. „Dazu stehen alle Geschäftsprozesse und Kostenstrukturen auf dem Prüfstand“, wird Mitgeschäftsführer Axel Hinder zitiert. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens werde in vollem Umfang fortgeführt. „Sämtliche Kundenaufträge werden wie gewohnt zuverlässig und pünktlich ausgeführt“, heißt es weiter. (Jens Döll)

Export in 110 Länder 

Awuko Abrasives Wandmacher GmbH & Co. KG wurde 1900 als „A. Wandmacher & Co“ gegründet. Der heutige Firmenname steht für August Wandmacher und Kompanie“. Die Firma ist laut eigener Aussage Marktführer im Bereich Qualitätsschleifmittel und verkauft ihre Waren in 110 Länder. Der Schwerpunkt liegt auf Holz- und Lederschliff. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren investiert, um die Herstellung umweltfreundlicher zu gestalten. 

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