1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden
  4. Hann. Münden

Hann. Münden: BBS stellt „Skill Lab“ für Pflegeberufe vor

Erstellt:

Von: Petra Siebert

Kommentare

Lehrgangsleiter für Generalistik Andreas Hofeditz (links), Landrat Marcel Riethig (dritter von links), Schulleiter Gerd Reddig (Mitte) und Abteilungsleiterin für Humandienstleistungen Heike Rothe (dritte von rechts) beobachten, wie die Pflegefachkräfte Martin Sanke (zweiter von links), Lilia Chwoika (zweite von rechts) und Mojtaba Jafeari (rechts) die digitale Patientin verarzten.
Lehrgangsleiter für Generalistik Andreas Hofeditz (links), Landrat Marcel Riethig (dritter von links), Schulleiter Gerd Reddig (Mitte) und Abteilungsleiterin für Humandienstleistungen Heike Rothe (dritte von rechts) beobachten, wie die Pflegefachkräfte Martin Sanke (zweiter von links), Lilia Chwoika (zweite von rechts) und Mojtaba Jafeari (rechts) die digitale Patientin verarzten. © Petra Siebert

BBS Münden richten für 200 000 Euro Übungslabor für Pflegeberufe ein. Die Idee für das „Skill Lab“ stammt aus Berlin. Es ist teil der generalitsischen Ausbildung.

Hann. Münden – „Dank und Anerkennung an die Schulleitung und die Lehrkräfte. Diese Einrichtung ist ein Aushängeschild“. Das sagte Landrat Marcel Riethig am Ende einer kleinen Einweihungsfeier des Skills Lab an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Münden. Zur Begrüßung erklärte Schulleiter Gerd Reddig den Begriff Skills Lab, was so viel bedeutet wie „Übungslabor für Pflegeberufe“. Dabei handelt es sich um Trainingsräume, in denen sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen vermittelt wird.

Hann. Münden: 200 000 Euro in BBS Münden investiert

Eineinhalb Jahre hat der Umbau der ehemaligen Hausmeisterwohnung in den neuen Lernort für die berufliche Praxis gedauert. Die Kosten für Umbau und Einrichtung bezifferte Riethig mit 200 000 Euro. Das Konzept, das Schul- und Lehrgangleitung dem Schulträger vorgelegt hätten, habe überzeugt, dass die Qualität der Ausbildung in dem Skills Lab praxisnah und zeitgemäß sei. „Wichtig ist, so dicht wie möglich an der Realität zu sein und dabei eine Arbeitsatmosphäre schaffen, auch um zu reflektieren“, sagte dazu Andreas Hofeditz, Lehrgangsleiter für Generalistik.

Im Stationszimmer ordnen die angehenden Pflegefachkräfte Florian Fiedler und Tanja Lübbe unter Anleitung von Stefanie Beatus, Lehrkraft in Ausbildung, die Tabletten für die Patienten zu.
Im Stationszimmer ordnen die angehenden Pflegefachkräfte Florian Fiedler und Tanja Lübbe unter Anleitung von Stefanie Beatus, Lehrkraft in Ausbildung, die Tabletten für die Patienten zu. © Petra Siebert

Er brachte die Idee eines Skills Lab aus Berlin mit, vor dem Hintergrund der Neuregelung der Pflegeausbildung. Mit dem Pflegeberufegesetz wurden vor zwei Jahren die Ausbildungsberufe Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege zusammengelegt. Daraus wurde die generalistische Ausbildung, die drei Jahre dauert, den Pflegeberuf modernisiert und an die veränderten gesellschaftlichen Anforderungen anpasst.

Mit Bestehen der staatlichen Abschlussprüfungen erhalten die Absolventen die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Pflegefachmann/Pflegefachfrau“.

Dritter Lernort neben Theroie und Praxis

Eine Ausbildung im Gesundheitswesen findet üblicherweise an zwei Lernorten, Praxis und Schule, statt. Nun ist das Übungslabor für Pflegeberufe Lernort Nummer drei. Dort befindet sich ein Stationszimmer, ein Krankenzimmer und ein Raum, eingerichtet wie ein privates Wohnzimmer. Ein Babyraum ist noch im Entstehen. Die Räume sind mit Kameras ausgestattet, so dass sämtliche Arbeiten reflektiert werden können. Im Mittelpunkt steht das Krankenzimmer mit der Hightech-Übungspuppe Diana, die auch in Dieter umgewandelt werden kann, ausgestattet mit modernster Simulationstechnik. Dazu gehören unter anderem Vitalparameter und akustische Sprachfunktionen, die über Tablet oder Computer aus einem angrenzenden Beobachtungsraum mit Einwegspiegel gesteuert werden. 20 000 Euro kostete Patientin Diana mit dem Kamerasystem.

Durch die Einwegspiegel können die Ausbilder beobachten, ohne dass sich die Auszubildenden gestört fühlen. „Es werden unterschiedliche Erkrankungsbilder dargestellt, so kommen die Schülerinnen und Schüler in Situationen, die sie nicht kennen“, erklärt Hofeditz. Die Lernenden sollen so schrittweise auf die Komplexität von realen berufstypischen Situationen vorbereitet werden. „Durch die Aufzeichnungen können Fehleinschätzungen und Fehler festgestellt und besprochen werden“, so Hofeditz weiter. Noten gebe es nicht, die Aufzeichnungen würden wieder gelöscht.

Kritische Situationen werden geübt

Auf diese Weise können die angehenden Pflegfachkräfte nicht nur berufliche Alltagssituationen, sondern auch kritische Situationen in einem geschützten Rahmen trainieren.

Im Stationszimmer werden beispielsweise Tabletten nach Liste für die einzelnen Patienten zugeordnet. Reine Simulation, aber realitätsnah. Im privaten Wohnzimmer können ambulante Pflegesituationen erarbeitet werden, denn der Trend geht in Richtung so lange wie möglich zu Hause leben. (Petra Siebert)

Auch interessant

Kommentare