Berufung zurückgewiesen

Gerichtsurteil: Kinobetreiber in Hann. Münden muss raus

 Italien, Mailand: Menschen sitzen in einem fast leeren Kino und blicken auf die Leinwand, auf der eine Warnung ausreichend Distanz einzuhalten abgebildet ist. Im ganzen Land werden Kinos nach dreimonatiger Schließung aufgrund der Corona-Maßnahmen wiedereröffnet.
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Dar Kinobetreiber in Hann. Münden muss das Lichtspielhaus räumen. (Symbolbild)

Der Betreiber des Hann. Mündener Kinos Schiller-Lichtspiele muss das Kino sowie dazugehörige Nebenräume räumen. Das hatte das Landgericht Göttingen in seinem Urteil verkündet.

Der Betreiber des Mündener Kinos, Ulrich Tolksdorf, muss die Räumlichkeiten in Hann. Münden an die Besitzer, die Erbengemeinschaft Schiller herausgeben und das Kino sowie dazugehörige Nebenräume räumen. Das hatte das Landgericht Göttingen in seinem Urteil am 12. September 2019 verkündet.

Hann. Münden: berufung von Kinobetreiber in Braunschweig abgewiesen

Eine Berufung des Betreibers hat das Oberlandesgericht Braunschweig nun am 3. Juni 2020 zurückgewiesen. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Erbengemeinschaft hatte geklagt, da der Beschuldigte von November 2017 bis Juni 2019 weder Miete, noch Nebenkosten noch eine Nutzungsentschädigung an die Erbengemeinschaft gezahlt habe. Die Forderungen belaufen sich für den genannten Zeitraum auf inzwischen über 18 000 Euro.

„Eine Zukunft mit Herrn Tolksdorf ist für die Erbengemeinschaft ausgeschlossen“, erklärte Rechtsanwalt Andreas Kilian, der die Erbengemeinschaft in dem Räumungsverfahren vertritt, gegenüber unserer Zeitung. Tolksdorf habe bereits seit dem Auslaufen des Mietvertrages Ende Dezember 2016 keinerlei Zahlungen mehr geleistet. Da er die Räumlichkeiten ohne Mietvertrag weiter genutzt habe, sei seitdem eine Nutzungsentschädigung in einer der Miete entsprechenden Höhe plus Nebenkosten fällig. Er habe Tolksdorf nun eine Frist bis zum 30. Juni 2020 für die Räumung gesetzt. Bisher habe er darauf keine Antwort seitens des Beklagten erhalten. Sollte der Beklagte nicht räumen, werde er einen Räumungsauftrag über das zuständige Vollstreckungsgericht in Hann. Münden erwirken, so der Anwalt der Kläger.

Kino in Hann. Münden: Über Jahre „keinen Cent bezahlt“

Für die Eigentümer des Kinos sei das Verfahren eine „enorme Belastung“, da der Mieter über Jahre „keinen Cent bezahlt“ habe. Ein Verfahren für Zahlungen von Juni 2019 bis heute beim Landgericht Göttingen sei noch anhängig. Dennoch seien die Eigentümer daran interessiert, dass es auch in Zukunft ein Kino in Hann. Münden gebe.

Deswegen halte man die Augen nach einem möglichen neuen Betreiber offen. Mündens Bürgermeister Harald Wegener sei informiert. Gegenüber der Rechtsanwaltskanzlei Kilian habe er geäußert, dass er nach Kräften unterstütze, um einen neuen Betreiber für das Kino zu finden.

Die Redaktion hat den Kinobetreiber selbst um eine Stellungnahme gebeten, bislang jedoch keine Antwort erhalten.

Hintergrund: Betreiber seit 2006 im Kino in Hann. Münden

Ulrich Tolksdorf hat im Juli 2006 mit den Eigentümern der Schiller-Lichtspiele, der Erbengemeinschaft Schiller einen Mietvertrag geschlossen und das Kino an der Langen Straße in Hann. Münden als Betreiber übernommen. Es folgten Umbau- und Renovierungsarbeiten. Im Dezember zeigte er in neuen Räumen den ersten Film. 2012 folgte ein weiterer Umbau. Tolksdorf stattete das Kino mit einem zweiten Saal aus, um eine höhere Auslastung zu erreichen. 

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