Schätze im Museum

Hann. Münden: Bewegte Bilder aus dem 19. Jahrhundert in Dr. Wolfs Wunderkammer

Ein Stereoskop ist ein historisches Gerät, um bewegte Bilder anzuzeigen. Dieses Modell steht in Dr. Wolfs Wunderkammer.
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Fotos erscheinen dreidimensional: Das Stereoskop darf in der Wunderkammer auch benutzt werden.

Wissen sie, was ein Stereoskop ist: Die Antwort gibt es in Dr. Wolfs Wunderkammer in Hann. Münden. Auch ein geheimnisvoller Krug wartet auf die Museumsbesucher.

Hann. Münden – „Er gehört zu unseren Lieblingsobjekten“, sagen Sarah und Dr. Daniel R. Wolf über den zerbrochenen Krug, den sie in den „Denkräumen für Kulturgeschichte(n)“ in Dr. Wolfs Wunderkammer in Hann. Münden zeigen.

„Der Krug ist ein wunderbares Symbol für die Arbeit, die wir hier in den Denkräumen leisten möchten“

Dass er trotz der Fülle von Museumsstücken, die es dort zu sehen gibt, fast jedem Besucher ins Auge fällt, liegt daran, dass er in einer beleuchteten Vitrine an exponierter Stelle präsentiert wird. „Das ist so gewünscht“, sagen die Museumsmacher. „Der Krug ist ein wunderbares Symbol für die Arbeit, die wir hier in den Denkräumen leisten möchten. Er ist ein kleiner geheimnisvoller Geschichtenspeicher und Konversationsstarter.“

In Szene gesetzt: Der mehrfach reparierte Holzkrug ist in den „Denkräumen für Kulturgeschichte(n)“ in Dr. Wolfs Wunderkammer zu sehen.

Wenn sich auch bei dem Fundstück nicht mehr sagen lässt, woher es stammt oder wie alt es sein mag, sieht man dem Objekt seine lange Lebensdauer deutlich an. Die Handarbeit aus Holz ist immer wieder auf unterschiedliche Weise geflickt worden und zeugt damit von der Wertschätzung seiner Besitzer, wahrscheinlich auch von ihrer Not.

Hann. Münden: Heute weggeworfen, früher repariert

„Während wir heute dazu neigen, zerbrochenes Geschirr zu ersetzen, zeigt sich hier ein grundlegender und liebenswerter Hang zur Nachhaltigkeit, der aktuell wieder an Bedeutung gewinnt“, erläutern Sarah und Dr. Daniel R. Wolf, die den Krug aus einer Restaurierungswerkstatt übernommen haben.

Viel zu berichten gibt es auch über das Stereoskop, das im Museum benutzt werden darf. Es hat ebenfalls etwas Geheimnisvolles an sich. „Es handelt sich sozusagen um die Virtual-Reality-Brille des 19. Jahrhunderts“, erläutert Dr. Daniel R. Wolf.

Das Prinzip des Duobetrachters wurde bereits in den 1830er-Jahren von Charles Wheatstone entwickelt, ursprünglich für den Einsatz mit gezeichneten Motiven.

Museum plant Wiedereröffnung am 1. Mai

Mit der fast zeitgleich entstehenden Daguerrotypie (einer Vorform der Fotografie) ergab sich aber bald darauf eine Verknüpfung der beiden neuen Technologien, die Mitte des 19. Jahrhunderts marktreif und in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts sehr populär wurde.

Scheinbar dreidimensionale Bilder entstehen durch eine optische Täuschung jeweils aus zwei leicht versetzt aufgenommenen Fotografien. Ferne Länder und exotische Tiere gehörten vor 150 Jahren zu den Lieblingsmotiven.

Das kleine Museum in Hann. Mündens Innenstadt, das aufgrund des allgemeinen Lockdowns derzeit geschlossen ist, plant seine Wiedereröffnung zum 1. Mai 2021 mit neu gestalteten Museumsräumen. (Bettina Wienecke)

Kontakt

Dr. Wolfs Wunderkammer in den Denkräumen für Kulturgeschichte(n), Radbrunnenstraße 17 (Ecke Ziegelstraße) in Hann. Münden, Telefonnummer 0 15 90/8 30 63 66, mehr Informationen unter dr-wolfs-wunderkammer.de.

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