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Hann. Münden: Fragen und Antworten zur Blindgängersuche und zum Verdachtspunkt

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Von: Thomas Schlenz

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Das Gelände der Stadtentwässerung Hann. Münden, im Hintergrund sieht man einen Sondierungsbagger der Firma Tauber aus Hannover.
Gelände der Stadtentwässerung Hann. Münden: Dort gibt es einen Verdacht auf einen Blindgänger. Ob es sich um eine Bombe handelt, muss aber noch geprüft werden. © Fabian Diekmann

In Hann. Münden gibt es einen Bombenverdacht bei der Kläranlage in Gimte. Jetzt ist erst einmal Warten angesagt. Wie geht es weiter? Fragen und Antworten dazu.

Hann. Münden – Auf dem Gelände der Mündener Stadtentwässerung am Gimter Weserpark hat sich nach ersten Sondierungen der Firma Tauber ein Verdachtspunkt für einen Bombenblindgänger erhärtet. Wir fassen zusammen, was bislang zur Lage in Hann. Münden bekannt ist.

Wie sind die Sondierer auf den Punkt gekommen?

Im Zuge von Leitungsarbeiten musste ein Telekommunikationsunternehmen das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung (LGLN) mit der Suche nach möglichen Kampfmitteln beauftragen. Bei der Auswertung von Luftbildern wurden die Verdachtspunkte festgestellt und von den Sondierern abgearbeitet.

Wie ist das Sondierungsunternehmen vorgegangen?

Das Unternehmen hat auf dem Gelände der Stadtentwässerung ein Raster aus mehr als 35 Bohrlöchern erstellt.   Mit einer Sonde wurde dann nach magnetischen Anomalien, also Veränderungen im Magnetfeld, gesucht, wie sie durch große metallische Gegenstände im Boden, wie etwa Bombenblindgänger, ausgelöst werden.

Was wurde jetzt konkret gefunden?

Laut Stadtverwaltung hat sich bei den Sondierungen im Bereich der Kläranlage ein konkreterer Verdachtspunkt ergeben.   Dabei ist aber noch nicht klar, ob es sich tatsächlich um einen Bombenblindgänger oder beispielsweise nur um ungefährlichen Schrott handelt.

Wie geht es nun weiter?

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (KBD) wird Mitte kommender Woche gemeinsam mit der Firma Tauber den Verdachtspunkt genauer untersuchen. Dazu wird dieser laut Joachim Spiegler vom Eigenbetrieb Stadtentwässerung vorsichtig weiter ausgegraben.

Muss evakuiert werden?

Das ist noch nicht klar. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst muss das verdächtige Objekt zunächst genauer untersuchen, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um einen Blindgänger handelt. Danach müsste entschieden werden, wie und wann dieser beseitigt werden kann und ob im Zuge dessen möglicherweise eine Evakuierung eines dann festzulegenden Radius nötig sein wird.

Was bedeutet der Fund für die Stadtentwässerung?

Die Arbeit im Klärwerk läuft zunächst normal weiter. Im Falle einer erforderlichen Entschärfung und Evakuierung könne die Anlage für einen begrenzten Zeitraum aber auch automatisiert weiterlaufen, so Spiegler.

Wie geht es mit der Straße Vor der Bahn weiter?

Der Verdacht hat sich dort nicht bestätigt. Die Firma Kirchner arbeitet derzeit an einer Wiederherstellung der Asphaltdecke, sodass die Straße Ende dieser Woche wieder befahrbar sein soll.

Was ist mit dem Verdachtspunkt auf dem Bahngelände?

Dieser Punkt wurde noch nicht untersucht. Laut Stadt sollen die Arbeiten stattfinden, sobald die Bahn einen Termin für eine dafür erforderliche Streckensperrung gefunden hat. Dieses soll im Laufe des Frühjahrs geschehen.

Gab es vorher bereits Blindgängerfunde in Hann. Münden?

Laut Jörg Golde vom Fachdienst Sicherheit und Ordnung gab es einen so konkreten Verdacht in der jüngeren Vergangenheit Mündens nicht.   Eine Ausnahme stelle eine Panzermine dar, die 2019 in der Weser im Bereich Hilwartshausen gefunden wurde und gesprengt werden musste. (Thomas Schlenz)

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