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Bisonjagd am Bahndamm: Volkmarshäuser Bogenschützen haben Zulauf

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Von: Michael Caspar

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Das Bogenschießen ist ein Sport für Jung und Alt: Shadow-Hunter Gerd Böger, Paul Bayer und Harry Saur (v. l.).
Das Bogenschießen ist ein Sport für Jung und Alt: Shadow-Hunter Gerd Böger, Paul Bayer und Harry Saur (v. l.). © Michael Caspar

Die Volkmarshäuser Bogenschützen erfreuen sich, trotz Corona, großer Beleibtheit. Sie sind an der frischen Luft und können Abstand halten. 20 Jahre ruhte der Bogensport aber.

Volkmarshausen – Neue Mitglieder und viele Gäste hat die Corona-Pandemie den Volkmarshäuser Bogenschützen beschert. Die Shadow-Hunter bilden eine Sparte im örtlichen Schützenverein Gut Ziel.

„Wir schießen ausschließlich im Freien“, erklärt Spartenleiter Sven Teihsel. Auf der Wiese des Vereinsgeländes an der Industriestraße 5 stehen dreidimensionale Tierfiguren aus Kunststoff –von der Maus bis zum Bison. Dort schießen sich die insgesamt 105 Bogenschützen des Vereins ein.

Volkmarshausen: Bogenschützen haben Zulauf

Anschließend geht es auf die zwei benachbarten Parcours. Sechs Kilometer sind sie jeweils lang und verfügen beide über 30 beziehungsweise 34 Stationen. Sie ziehen sich entlang des Bahndamms. Ein Mitglied hat das insgesamt 21 Hektar große Areal, das von der Firma Weser Metall Umformtechnik bis zum Klusteich reicht, erworben und einen Teil davon dem Verein verpachtet. So gibt es, wenn nötig, viel Platz, um sich aus dem Weg zu gehen.

„Bogenschießen ist ein Sport für die ganze Familie“, betont Teihsel. Sein Sohn schoss bereits, bevor er richtig laufen konnte. In der Regel beginnen Kinder mit fünf, sechs Jahren, wenn sie die nötige Konzentration aufbringen. Der Sport lässt sich bis ins hohe Alter ausüben, hebt der 71-jährige Gerd Böger. Der Reiter bildete früher Pferde aus. Als das nicht mehr ging, entdeckte er den Bogensport für sich.

Böger trainiert viel und hat bereits zahlreiche Medaillen geholt. Gerade ist er wieder deutscher Vizemeister geworden. Die Parcours abzulaufen, hält fit, sagt er. Das Zuggewicht eines üblichen Bogens liegt bei 40 Pfund. Einige Schützen bringen es auf 60 Pfund. Anfänger beginnen mit 30 Pfund. Das Spannen übt die Rückenmuskulatur, die bei Schützen besonders auf der rechten Seite stark entwickelt ist. Bogenschützen üben ihren Sport das ganze Jahr über aus. „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unzureichende Kleidung“, erklärt Böger.

Sport für die gesamte Muskulatur

Die Schützen müssen Auge und Hand koordinieren. Nur zwei, drei der Volkmarshäuser Sportler benutzen ein Visier. „Ich schalte beim Bogenschießen wunderbar ab“, berichtet Vereinsmitglied Harry Saur. Er wählte den Sport, weil er einen Ausgleich zu seinem stressigen Job in der IT-Branche suchte. Saur und Böger sind viel unterwegs. An den Wochenenden findet immer irgendwo in Deutschland ein Turnier statt. Die Schützen sind dort in der Regel in Gruppen von fünf, sechs Personen einen Tag lang unterwegs. „Da bleibt viel Zeit für Gespräche“, sagt Saur.

Gästen stellt der Verein die nötige Ausrüstung, neben Pfeil und Bogen sowie dem Köcher auch den Handschuh zum Spannen der Sehne. Ratsam ist zudem ein Armschutz für den Fall, dass die Sehne beim Schießen auf den Arm triff. „Das ist sehr schmerzhaft“, warnt Böger. „Ein Einsteiger-Set kostet 150 Euro“, erklärt Spartenleiter Teihsel.

Der Volksmarshäuser Bogenschützen waren bereits in den 70er-Jahren aktiv. „Die Sparte ruhte dann 20 Jahre lang“, sagt Teihsel. Im Jahr 2000 lebte der Trainingsbetrieb neu auf. Interessierte erhalten nach Voranmeldung über die Internetseite des Vereins, shadow-hunter.net, sonntags um 10 Uhr eine Einweisung. (Michael Caspar)

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