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Sonderausstellung zum Thema Brot in Hann. Münden: Von Nieten und Brettchen

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Von: Bettina Wienecke

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Sorgsam bemalt: Eines der zahlreichen Frühstücksbrettchen aus Porzellan.
Sorgsam bemalt: Eines der zahlreichen Frühstücksbrettchen aus Porzellan. © Bettina Wienecke

Die Brotausstellung „BrotZeit“ im Welfenschloss in Hann. Münden blickt auch auf Details. Im Fokus stehen Frühstücksbrettechen.

Hann. Münden – Die Sonderausstellung „BrotZeit: Brotschneider, Brotesser & Brotbewahrer“ ist noch bis Sonntag, 26. Juni, im Städtischen Museum im Welfenschloss zu sehen. Sie beleuchtet das Grundnahrungsmittel Brot, zeigt Messer und Maschinen zum Schneiden von Brot sowie Aufbewahrungsmöglichkeiten und Brettchen zum Verzehr.

Hann. Münden: Ausstellung zu Brot im Welfenschloss

Besonders interessant sind die Frühstücksbrettchen aus Porzellan aus dem 19. bis 20. Jahrhundert, die mit Sprüchen und gemalten Motiven verziert wurden.

Hat die Sonderausstellung „BrotZeit“ kuratiert: Astrid Vettel aus Göttingen mit einer Nahaufnahme einer Brotmaschine. Das Bild wurde von Jana Berten aufgenommen.
Hat die Sonderausstellung „BrotZeit“ kuratiert: Astrid Vettel aus Göttingen mit einer Nahaufnahme einer Brotmaschine. Das Bild wurde von Jana Berten aufgenommen. © Bettina Wienecke

Die Aufschriften stellten oftmals die Moral- und Rechtsauffassungen der damaligen Gesellschaft dar. Sprüche von Dichtern und Glaubenssätze aus dem Volksmund (Sentenzen, also Sinnsprüche), die vielfach auch heute noch Gültigkeit haben, wurden gern verwendet. „Selbst in der Not schmeckt Wurst ohne Butter und Brot“, heißt es auf einem der Porzellanbrettchen im Hann. Mündener Museum. Dabei handelt es sich um einen schelmischen Spruch, der zum Einsatz kam, wenn sich jemand die Wurst oder einen anderen Belag im Mehrschichtverfahren aufs Brot legte.

„Mit der Einführung der Porzellanmanufaktur zu Beginn des 18. Jahrhunderts begann der Siegeszug des Brotbretts aus Porzellan. Haltbar, hygienisch und mit einem Hauch von königlicher Küchenkultur hielten die Brotbretter zunächst Einzug in aristokratische, später dann auch in bürgerliche Haushalte.

Frühstücksbrettchen im Fokus

Die meisten waren blau bemalt oder mit Streu- oder Strohblumen oder dem berühmten Zwiebelmuster versehen. Als Dekor dienten Blumenranken, Früchte und Bouquets“, heißt es in der Ausstellung, die Astrid Vettel mit kleinem Budget kuratiert hat.

Bei der sehenswerten Schau handelt es sich um eine Wanderausstellung des Landschaftsverbands Südniedersachsen, bei dem Astrid Vettel als Museumsberaterin tätig ist, und des Europäischen Brotmuseums Ebergötzen. Neben zahlreichen Exponaten wird auch Objektkunst des Göttinger Sammlers und Künstlers Reinhold Wittig gezeigt. Auch mit den Fotos und Nahaufnahmen, die die Fotografin Jana Berten, die Tochter von Astrid Vettel, beigesteuert hat, wird der Blick aufs Detail gelenkt. Zur Eröffnung der Ausstellung gab es eine Versteigerung.

Beispielsweise zeigen die Nieten, die bei der Reparatur einer Brotmaschine angebracht wurden, wie sorgsam die Erhaltung der Maschine betrieben wurde. Es wurde immer wieder repariert, bevor etwas entsorgt wurde. (Bettina Wienecke)

Infos

Das Städtische Museum im Welfenschloss, Schlossplatz 5, in Hann. Münden, Tel. 0 55 41/75 202 und 75 348, öffnet mittwochs bis sonntags von 11 bis 16 Uhr. Das Museum wird am Pfingstsonntag und Pfingstmontag ebenfalls geöffnet. Der Eintritt für Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr ist frei, darüber kostet er 1,50 Euro, ab 18 Jahren beträgt der Eintritt 3,50 Euro, die Familienkarte kostet 8 Euro. Es gelten die jeweils aktuellen Corona-Bedingungen.

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