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Mündener Briefmarkenfreunde über ihr Hobby: „Das ist Geschichte pur“

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Von: Hannah Köllen

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Lässt das Sammlerherz höher schlagen: Eine Sammlung gelochter Briefmarken. Im Hintergrund der „Michel“, die „Bibel des Briefmarkensammlers“, sagt Knut Becker.
Lässt das Sammlerherz höher schlagen: Eine Sammlung gelochter Briefmarken. Im Hintergrund der „Michel“, die „Bibel des Briefmarkensammlers“, sagt Knut Becker. © Hannah Köllen

Mündener Briefmarkenfreunde berichten über Wertverlust und Nachwuchsprobleme. Es sei aber kein altbackenes Hobby. Es ist „Geschichte pur“.

Hann. Münden – Briefmarkensammeln ist langweilig und nur etwas für ältere Menschen? Keinesfalls, finden die Anhänger der Mündener Briefmarkenfreunde.

„Es ist kein altbackenes Hobby. Auch für junge Menschen kann es interessant sein, wenn sie sich für Geschichte interessieren“, sagt Sigrid Penndorf, Mitglied der Mündener Briefmarkenfreunde. Sie sieht Briefmarken als „kleine interessante Schätze“ an, „da kann man stundenlang sitzen und sich mit beschäftigen“, sagt Penndorf.

Briefmarkensammeln als Hobby: Sammler engagieren sich in Hann. Münden

Für ihren Mann Knut Becker, auch ein Sammler, sind Briefmarken „Geschichte pur“. „Mein Geschichtswissen habe ich zum größten Teil vom Briefmarkensammeln“, sagt Becker. Man eigne sich sehr viel Wissen an, wenn man versucht, die Geschichte hinter der Briefmarke zu entschlüsseln. Das sei in der heutigen Zeit wesentlich einfacher als früher. „Mit einer kurzen Google Suche ist es ein Leichtes, schnell an die gewünschten Informationen zu kommen“, sagt Penndorf.

Eine Schweizer Postkarte gehört auch zur Sammlung des Ehepaars.
Eine Schweizer Postkarte gehört auch zur Sammlung des Ehepaars. © Hannah Köllen

Das Ehepaar gehört seit dem Jahr 2000 den Mündener Briefmarkenfreunden an. Ein eingetragener Verein ist es nicht, eher ein Treffpunkt für Sammler von Briefmarken. Die Treffen finden jeden zweiten Dienstag im Monat zwischen 15 und 17 Uhr im Mündener Bürgertreff statt. Früher seien sie über 12 Personen gewesen, jetzt kommen zu den Treffen höchstens fünf Sammler, die meisten von ihnen sind über 80 Jahre alt. In einigen Vereinen gebe es Jugendgruppen, aber junge Gesichter seien unter Briefmarkenfreunden generell selten.

Bei den Mündener Briefmarkenfreunden gibt es keine gruppenübergreifende Spezialisierung auf bestimmte Briefmarken. Während Becker vorwiegend Marken aus der Zeit des Deutschen Reichs sammelt, haben es Penndorf die Motive aus der DDR, ihrer alten Heimat, angetan.

„Der Trend geht weg vom reinen Briefmarkensammler. Es gibt aber viele Motivsammler“

„Der Trend geht weg vom reinen Briefmarkensammler. Es gibt aber viele Motivsammler“, sagt Becker. So seien beispielsweise Eisenbahnen ein beliebtes Motiv, ein Bekannter des Ehepaars sammelt Briefmarken mit Orchideen drauf. Auch Postkarten werden gesammelt, von denen hat das Paar auch einige, unter anderem aus der Schweiz und der Kriegszeit. Der Wert der Briefmarken sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. „Zu DDR-Zeiten war eine Sammlung mit DDR-Motiven rund 1000 DM wert. Heute bekommt man dafür mit Glück noch 300 Euro“, sagt Becker.

Der Wert einer Briefmarke richte sich immer danach, wie oft sie gedruckt wurde. „Es gibt eine Briefmarke, die die Schauspielerin Audrey Hepburn mit einer Zigarette im Mund zeigt. Die Briefmarke wurde wegen eines Vetos der Erben nie in Umlauf gebracht, obwohl sie bereits gedruckt war. Das macht sie sehr wertvoll“, sagt Penndorf.

Hann. Münden: Keine großen Geldsummen für Briefmarkensammlungen

Immer mal wieder kämen Menschen zu ihren Treffen, die die alte Briefmarkensammlung vom verstorbenen Vater oder Opa mitbrächten. „Die denken, sie könnten dafür einen Haufen Geld bekommen und sind dann ziemlich enttäuscht, wenn wir ihnen sagen, dass die Sammlung keinen großen materiellen Wert hat“, sagt Penndorf. In solchen Fällen geben die Briefmarkenfreunde die Marken an die Behinderteneinrichtung Bethel weiter. „Die Menschen mit Behinderung können die Briefmarken dann ausschneiden und sortieren“, sagt Penndorf. Die Menschen würden somit eine sinnvolle Tätigkeit erhalten. (Hannah Köllen)

Nicht nur Briefmarken werden gesammelt, auch seltene Geldnoten aus der Zeit der Weimarer Republik lassen Sammlerherzen höher schlagen. Davon berichtet Thomas Grebe, der mittlerweile in Hessen wohnt.

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