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Mündener Buchhändlerin über die Frankfurter Buchmesse und Buchmarkt-Situation

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Von: Michael Cebula

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Julia Erlen im Glück: Die Buchhandlung Winnemuth hat den Preis „Niedersächsische Buchhandlung des Jahres“ gewonnen. Im Schaufenster zur Burgstraße präsentiert sie ihren Kunden im Moment Fantasy-Literatur.
Julia Erlen im Glück: Die Buchhandlung Winnemuth hat den Preis „Niedersächsische Buchhandlung des Jahres“ im Jahr 2021 gewonnen. Sie breichtet von ihren Erfahrungen auf der Frankfurter Buchmesse. (Archivbild) © Jens Döll

Frankfurt ist wieder die Buchmessestadt. Buchhändlerin Julia Erlen von der Mündener Buchhandlung Winnemuth ist vor Ort. Sie berichtet von ihren Erfahrungen und der Lage auf dem Buchmarkt.

Hann. Münden – „Bücher bieten die Möglichkeit, vor der Realität zu entfliehen, sich selbst weiterzuentwickeln und einem ein gutes Gefühl zu verleihen“, sagt Julia Erlen, Inhaberin der Buchhandlung Winnemuth in Hann. Münden, die zurzeit auf der Frankfurter Buchmesse ist.

Hann. Münden: Julia Erlen auf der Frankfurter Buchmesse

Julia Erlen besucht die Frankfurter Buchmesse, um wie sie sagt „Kontakte zu knüpfen als auch zu pflegen.“ Sie sei auf der Suche nach neuen Trends und Verlagen, um ihren Kunden in Hann. Münden „die neuesten und besten Bücher des Marktes bieten zu können“. Erlen hat bemerkt, dass sich die aktuellen Trends „in Richtung Selbstreflexion und Romane gehen, in denen sich die Leser selbst wiederfinden können“.

Sie freue sich darüber, dass die diesjährige Buchmesse durch das neue Konzept deutlich besser besucht sei als vergangenes Jahr, so könne sie mit mehr Ausstellern in Kontakt treten und mehr für ihre Buchhandlung entdecken. Die Inhaberin habe aber auch bemerkt, dass die Verlage die Preise der Bücher angepasst und erhöht haben. „Die Verlage haben mit erhöhten Herstellungskosten der Druckereien zu kämpfen, die an die Verlage weitergegeben werden. Es ist hierbei aber zu beachten, dass die Verlage schon sehr lange nicht mehr ihre Preise für ihre Bücher erhöht haben.“

Papiermangel führt zu Problemen in der Buchbranche

Doch in der aktuellen Situation ist es unvermeidbar.“ Den Papiermangel könne man „nicht leugnen“. Er mache den Verlagen die Produktion schwer. „Auch Altpapier ist hier leider nicht die Lösung, da es weltweit benötigt wird und die Ressourcen knapp sind“, berichtet die Inhaberin der Buchhandlung Winnemuth, die 2021 zur Buchhandlung des Jahres in Niedersachsen ausgezeichnet wurde.

Doch Erlen empfindet, dass die Preisanpassung „legitim“ sei, damit „der Wert des Buches weiterhin geschützt bleibt“. Sie habe jedoch festgestellt, dass das Kaufverhalten der Kunden vorsichtiger sei und „den Kauf eines Buches eher in Wartestellung setzen würden, da die Kunden nicht wüssten, was an Kosten wie Energie in Zukunft noch auf sie zukommen würden“, berichtet Erlen.

Bücher sind ihr Geld wert

„Doch Bücher sind ihr Geld wert. Sie wärmen den Geist in Krisen und sind gute Ratgeber. Denn nicht nur unser Körper darf nicht frieren, sondern auch unsere Seele.“ Sie schildert, dass Bücher für Kinder aktuell sich etwas besser verkaufen lassen würden, da Eltern und Großeltern zu schätzen wissen, wie wichtig Bücher für Kinder und ihre Entwicklung sind. (Michael Cebula)

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