In Fulda

Preis der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte: Bürgergenossenschaft aus Hann. Münden geehrt

Burkhard Klapp (v.l.), Sabine Momm und Bernd Demandt von der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt mit Professor Manfred Gerner, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte, und Maren Sommer-Frohms, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft. Bei der Preisverleihung in Fulda.
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Freude über den Preis: Burkhard Klapp (v.l.), Sabine Momm und Bernd Demandt von der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt mit Professor Manfred Gerner, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte, und Maren Sommer-Frohms, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft.

Engagement aus Hann. Münden wurde in der Barockstadt Fulda geehrt: Die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt wurde mit dem Sonderpreis der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte geehrt. Sie sanierten ein Haus in der Speckstraße.

Fulda/Hann. Münden – Für die Sanierung des Fachwerkhauses Speckstraße 7 in der Mündener Altstadt hat die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt bei der Verleihung des Deutschen Fachwerkpreises 2020 mit dem Sonderpreis für „außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement“ ausgezeichnet.

Mit ihrem Einsatz habe die Bürgergenossenschaft „in handwerklicher, denkmalpflegerischer wie auch sozialer Hinsicht ein vom Bauzustand her schwieriges Fachwerkhaus als Modellfall zukunftsfähig gemacht“, heißt es in der Würdigung auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft.

Mut und Enthusiasmus werden mit dem Sonderpreis bedacht

„Die Architekten- und Ingenieurleistungen wurden wie die Initiative insgesamt von den Mitgliedern der Genossenschaft, allen voran Frau Sabine Momm, Herrn Bernd Demandt und Herrn Burkhard Klapp erbracht.“ Mit dem Sonderpreis werde der Mut und Enthusiasmus und der durch Anpacken gezeigte Bürgersinn, ein weit heruntergekommenes Fachwerkgebäude in einer großen Gemeinschaftsleistung von 2013 bis 2019 zu sanieren, gewürdigt.

Das sanierte Fachwerkhaus an der Speckstraße 7 in Hann. Münden wurde nun mit dem Sonderpreis der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte ausgezeichnet.

„Mit einem modellhaften ,Event‘, viel Mut und Bürgersinn wurde die Herausforderung angenommen. In 9x24 Stunden sollte das Gebäude mit freiwilligen Helfern, Spenden und Sponsoren bei geringem Eigenkapital saniert werden. Dies gelang nicht ganz in den neun Tagen, aber die neun Tage haben zu einer Bewegung für das Fachwerk, mehr noch für die Stadt Hann. Münden, geführt. 190 Helfer und Profis leisteten mehr als 10 000 Arbeitsstunden, die gesamte Versorgung und ein großer Teil des Materials wurden gespendet und vor allem: Nach den neun Tagen wurde mit einer ,Kernmannschaft‘ weiter gemacht, sodass das Gebäude seit 2019 strahlt, wie es wohl nie in seiner Geschichte vorher gestrahlt hat“, heißt es weiter in der Würdigung der Arbeitsgemeinschaft. Die Laudatio bei der Preisverleihung hielt Professor Manfred Gerner, Präsident der Arbeitsgemeinschaft.

Mündenes Bürgermeister: Besonderer Einsatz der Bürgergenossenschaft

Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener sprach dem Vorstand und allen Mitgliedern der Bürgergenossenschaft seine Glückwünsche aus, „verbunden mit seinem großen Dank für den besonderen Einsatz der Bürgergenossenschaft, die sich mit umfangreichen Sanierungsbemühungen für die Fachwerkgebäude in der Stadt Hann. Münden einsetzen“, teilte die Stadt mit.

Anfang im Welfenschloss in Hann. Münden

Die Anfänge der Bürgergenossenschaft gehen auf eine Versammlung am 14. Februar 2013 im Rittersaal des Welfenschlosses in Hann. Münden zurück. Damals fanden sich dort 220 Bürger zusammen. 173 von ihnen gründeten dann „eine Bürgergenossenschaft mit dem Ziel, die einmalige Altstadt Hann. Mündens zu erhalten und zu revitalisieren“, heißt es auf der Internetseite der Genossenschaft. „Die Organisationsform der Genossenschaft wurde gewählt, weil einerseits durch den Erwerb von Anteilen ein Grundstock an Kapital für den Kauf einer Immobilie gebildet wurde, andererseits die Anteilseigner durch das Miteigentum eine persönliche, innere Bindung zum Gebäude aufbauen konnten.“ Als Gründungskapital seien 350 Anteile zu je 100 Euro gezeichnet worden. Aktuell besitzt die Bürgergenossenschaft 324 Mitglieder, die rund 1000 Anteile halten. (Von Ekkehard Maass)

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