Sieben Jahre Bürgermeister

Hann. Münden: Bürgermeister Harald Wegener ist in seiner letzten Amtswoche

„Die letzte Amtswoche ist noch einmal gut gefüllt“: Harald Wegener scheidet nach sieben Jahren aus dem Bürgermeisteramt aus.
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„Die letzte Amtswoche ist noch einmal gut gefüllt“: Harald Wegener scheidet nach sieben Jahren aus dem Bürgermeisteramt aus.

Harald Wegeners Amtszeit endet nach sieben Jahren. Ab Montag hat Hann. Münden einen neuen Bürgermeister. Wegener blickt zurück, aber auch in die Zukunft.

Hann. Münden – Sieben Jahre lang war Harald Wegener Bürgermeister von Hann. Münden, nun muss er für seinen Nachfolger Tobias Dannenberg (CDU) Platz machen. „Es hat für mich mit der Wahl zum Bürgermeister ein Tag begonnen, der bis jetzt noch nicht geendet hat“, sagt er. Die erste Zeit als Bürgermeister sei sehr anstrengend gewesen.

Vom Berufsschullehrer zum Bürgermeister

„Ich musste erst mein Verständnis für die Verwaltung aufbauen. Ich arbeitete etwa 14 Stunden pro Tag, nur Samstag und Sonntag weniger“, berichtet er. Er sitzt am Versammlungstisch in seinem Büro im Historischen Rathaus. Jetzt, wenn das Ende seiner Amtszeit naht und sein Nachfolger das Zepter übernimmt, ist es Zeit Bilanz zu ziehen. „Es wird in Hann. Münden zu viel von der Perspektive des Verhinderns gesehen und zu wenig von der, des Gelingens“, sagt der 58-Jährige. Er spielt damit auf mehrere Themen an, die ihn durch seine Zeit als Bürgermeister begleitet haben.

„Dass der Tourismusbeitrag gekippt wurde, ärgert mich. Aber ich habe keinen Fehler gemacht. Es wurde nicht denen zugehört, die gute Argumente dafür hatten“, fasst er seine Sicht auf die Angelegenheit zusammen. Zudem haben ihm die vielen „Schadensereignisse“ zu schaffen gemacht. Die Brände in der Rosenstraße und am Aegidiiplatz, um nur zwei zu nennen. Sowie die schweren Stürme, deren Wunden man immer noch in den Wäldern sieht. Dazu kommt noch die anhaltende Pandemie.

Corona, Brände und Stürme als Herausforderung

„Corona hat die gesamte Verwaltung und auch die städtischen Betriebe vor Herausforderungen gestellt.“ Etwas, was er auch in den sieben Jahren seiner Amtszeit bemerkt habe, sei, dass der Ton in Diskussionen rauer werde. Es gebe vermehrt „unschöne Formulierungen auf Social Media“. „Ich kenne Kollegen, denen Gewalt widerfahren ist, die bedroht oder sogar angegriffen wurden.“ Ihm selbst sei das „zum Glück“ nie passiert. „Ich kann deeskalieren.“

Bei all den Nöten, Krisen und Diskussionen gibt es natürlich auch Wegstationen, auf die er stolz ist: die Fusion der Sparkasse und die Gründung des Regionalbeirates für Hann. Münden, den er umgesetzt hat. „Wir haben den Mitarbeitern eine Perspektive gegeben und alle mitgenommen“, sagt er. Zudem habe er es geschafft, die städtischen Schulden – den „Schuldenberg“ – zu reduzieren. „Im Investivhaushalt gelang dies um 1,5 Millionen, bei den Kassenkrediten um sechs Millionen.“

Sport, Familie und Familie nach der Zeit als Bürgermeister

Aber nicht nur die Frage einer Retrospektive steht im Raum, auch die Frage nach einer Perspektive. „Ich bleibe weiter kreativ“, sagt der ehemalige Berufsschullehrer und Raumausstattermeister auf die Frage, wie es weiter geht. Wo es genau hingeht, kann er aber noch nicht sagen. Zuhause habe er ein „eingestaubtes, auseinandergenommenes Motorrad“ stehen. Das will er wieder flott machen und auf Tour gehen.

Zudem will er sich wieder mehr dem Badmintonspielen widmen, etwas, dass zu kurz gekommen ist, in den letzten Jahren. „Ich möchte wieder mehr Zeit mit meiner Familie verbringen“, sagt der Vater zweier Kinder. Auch das Ehrenamt sei etwas, das er nun wieder ins Auge fasse. Er bekommt momentan viele Angebote, Mitglied zu werden oder sogar einen Posten im Vorsitz von Vereinen zu übernehmen. Harald Wegener will aber erst einmal „die Lage sondieren“.

Seinem Nachfolger rät er, immer auf die „physische und psychische Gesundheit zu achten“. Mehrere Projekte wird er ihm übergeben, es gibt einiges zu tun. Nun endet also der lange Tag, der für Harald Wegener am Beginn seiner Amtszeit begonnen hat. (Jens Döll)

Zur Person

Harald Wegener (58) wohnt mit seiner Familie im Mündener Ortsteil Wiershausen. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Wegener absolvierte eine Lehre als Raumausstatter und arbeitete von 1991 bis 2014 als selbstständiger Raumausstattermeister. Von 2006 bis 2014 war er Fachpraxislehrer an den Berufsbildenden Schulen in Einbeck. 2013 kandidierte er als Landtagskandidat für die Freien Wähler. 2014 setzte er sich in einer Stichwahl gegen den Kandidaten der SPD, Jörg Wieland, durch und wurde Bürgermeister.

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