Corona-Krise

Viele Chöre sind verstummt: Corona macht das Üben schwierig und Auftritte unmöglich

Die Weserliedanlage oberhalb Hann. Mündens wurde 1931 gebaut und ist dem Weserlied von  Franz von Dingelstedt gewidmet. Man hat einen guten Ausblick über die Dreiflüssestadt und die Weser.
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Die Weserliedanlage über Hann. Münden: Viele Chöre sind wegen der Corona-Krise verstummt.

Chöre leiden unter der Corona-Krise. Sie können nicht auftreten und nur bedingt üben. Die bange Frage ist, ob dieses Jahr noch Veranstaltungen stattfinden können.

Wegen der Coronakrise können die Chöre im Altkreis Münden nicht auftreten, und auch das Üben ist kompliziert. Dieter Mergard, Vorsitzender des Sängerbundes Fulda-Werra-Weser, sagt dazu, dass die Chöre zwar wieder üben könnten, es aber nur wenige machen. Hintergrund dafür seien die Abstands- und Hygieneregeln. Zwar würden kleinere Chöre, wie der Männerchor in Hemeln, im Freien üben, aber für größere Formationen wäre dies wegen des einzuhaltenden Abstandes schwierig.

Chöre verteilen Hörspiele an Mitglieder

Videochats seien kein adäquater Ersatz für ein persönliches Treffen, sagt Kreischorleiter Dr. Holger Bartels. Um den Probenbetrieb aufrecht zu erhalten, hätten sich die Chöre individuelle Lösungen überlegt. Gesangsmaterial wurde via Mail an die Mitglieder verschickt, Gesang wurde aufgenommen und als Hörbeispiel an Mitglieder gesendet.

„Es kommen immer wieder Nachfragen, wann normales Singen möglich sei“, sagt Bartels. Trotzdem sei die Stimmung bei den knapp 1000 Mitgliedern – 500 Aktive, 500 Passive – gut. Die Vereine hätten keinen Mitgliederschwund zu beklagen und auch der soziale Austausch funktioniere weiter.

Musikveranstaltungen im Altkreis Hann. münden mussten abgesagt werden

Zahlreiche Veranstaltungen mussten abgesagt werden, sagt Mergard. Beispiele sind das Bezirkssingen im September und das Bundes-chorkonzert, das für September in Hann Münden geplant worden sei. Auch für das zweite Halbjahr haben sie wenig Hoffnung, dass sich die Lage entspannt, sagen Mergard und Bartels.

Auch die Kirchenmusik leidet. Chöre treten nicht auf. Man behelfe sich damit, so Kirchenmusikdirektor Detlef Renneberg, dass man Solisten in die Gottesdienste einlade. Gemeindegesang sei weiterhin nicht erlaubt. „Das ist für die Kirchenmusik natürlich das Schlimmste.“

Die Chöre im Kirchenkreis Münden probten nicht digital, man habe sich dagegen entschieden. Seit 22. Juni können Chöre wieder unter freiem Himmel proben. Aber ähnlich wie beim Sängerkreis biete sich dies nur für kleinere Chöre an. Wegen des Abstandes gibt es bei größeren Chören Platzprobleme.

Chorproben im Freien sind möglich

Seit Montag, 22. Juni, ist die aktuellste Lockerung der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Kraft. Damit ist das uneingeschränkte Singen im Freien wieder möglich – solange die notwendigen Schutzmaßnahmen eingehalten werden können. Dazu zählen die Protokollierung der Teilnehmenden und das Einhalten des Mindestabstands. Das teilt der Niedersächsische Chorverband mit. 

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