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Wegen Corona viel Andrang: Die Tafel in Hann. Münden

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Von: Jens Döll

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Helferinnen, für die Tafel im Einsatz: Birgit Nink (links) und Djemila Ritter beim Packen der Taschen im Scholl-Haus in Münden.
Helferinnen, für die Tafel im Einsatz: Birgit Nink (links) und Djemila Ritter beim Packen der Taschen im Scholl-Haus in Münden. © Jens Döll

Die Tafel in Hann. Münden hilft vielen. Ihre ehrenamtlichen Helfer stemmen die Aufgaben. Corona verschärft die Situation noch.

Hann. Münden – Es geht geschäftig zu auf dem Hof des Geschwister-Scholl-Hauses in Münden. „Nummer sieben und acht“, ruft einer der freiwilligen Helfer der Mündener Tafel. Es werden Taschen mit Lebensmitteln an die Menschen – die Kunden, wie es von der Tafel heißt – verteilt. Eine bunte Schar hat sich eingefunden, Alt und Jung.

Hann. Münden: Etwa 80 Bedürftige pro Ausgabe

„Ich finde es gut, dass man sich Lebensmittel abholen kann, die sonst weggeworfen werden“, sagt eine ältere Dame. Sie müsse von einer schmalen Rente leben, der Service der Tafel entlaste sie, berichtet sie weiter.

Auch drinnen, im Scholl-Haus geht es geschäftig zu. Auf langen Tischen sind Kisten mit Lebensmitteln aufgestellt. Äpfel, Aprikosen, Paprika und Sellerie. Dazu kommen noch viele Milchprodukte, Wurst, Säfte und auch ungewöhnlicheres: In einer Kiste sind reihenweise vegetarische und vegane Ersatzprodukte.

Die ehrenamtlichen Helfer packen die Taschen, vorher haben die Kunden Bescheid gesagt, was sie möchten und welche Lebensmittel nicht. Manche essen vegetarisch, andere verzichten auf Schweinefleisch. Das System ist Corona geschuldet. „Vorher konnten die Kunden rein kommen und sich die Auswahl anschauen“, berichtet Helferin Birgit Nink, die seit etwa zehn Jahren hilft. Durch einen Aufruf in der Zeitung sei sie dazu gekommen, berichtet sie. Wegen der Coronamaßnahmen sei der Kontakt zu den Kunden leider sehr eingeschränkt. Pro gepackte Tasche werden 50 Cent berechnet, das Geld reiche aus, um die Benzinkosten der drei Abholautos zu finanzieren, verrät Barbara Jankowski, Leiterin der Tafel.

40 Helfer sind für die Tafel in Hann. Münden im Einsatz

Die Mündener Tafel hat etwa 40 Helfer, ein gutes Dutzend ist im Einsatz. Einige seien aber schon älter, sodass sie zur Risikogruppe gehören. „Unsere älteste Ehrenamtliche ist 86 Jahre alt“, sagt sie. Pro Ausgabetag, immer montags und donnerstags, kommen etwa 80 Kunden.

Das Tor zum Innenhof des Scholl-Hauses.
Das Tor zum Innenhof des Scholl-Hauses. Dort findet die Ausage der Tafel statt. © Jens Döll

Laut Barabara Jankowski müsse man die Zahl mal vier nehmen, um eine Ahnung zu bekommen, wie viele Menschen auf die Tafel angewiesen sind. „Wir haben Einzelpersonen, Paare und Familien“, erklärt sie die Rechnung. Die Abholer sind in zwei Gruppen aufgeteilt, blau und gelb. Montags kann zuerst Gruppe Blau ihre Waren abholen, dann Gruppe Gelb. Donnerstag genau umgekehrt. Das soll helfen, Kontakte zu minimieren.

Beim Packen der Taschen und Aushändigen, legen die Helfer viele Schritte zurück, alles mit FFP2-Maske. „Ich wollte was Sinnvolles machen“, sagt Birgit Nink über ihre Beweggründe, bei der Tafel zu helfen. Ihr stimmt Djemila Ritter zu, die auch seit mehreren Jahren mit anpackt. Ihre Lebensmittel holt die Tafel von Märkten in Münden, Staufenberg und Scheden sowie in Reinhardshagen. Die Lebensmittelmärkte in Dransfeld wiederum geben ihre Ware zu der Tafel in Göttingen. „Wir sind ein großartiges Team“, sagt Barabara Jankwoski. Die Nachfrage nach dem Angebot sei immens.

Coronakrise verschärft die Situation vieler Menschen im Raum Hann. Münden

Die Coronakrise verschärfe die Lage für viele. Jede Woche komme im Schnitt ein neuer Kunde. Bedingt durch Corona und den Infektionswerten im Dezember habe die Tafel eine Zeit lang ihre Ausgabe schließen müssen. „Unsere Kunden haben das nachvollziehen können, aber von außen haben wir, gerade über Facebook, einiges abbekommen“, so Barbara Jankowski. Zuerst habe man dann wieder montags geöffnet, sei Ende Januar auch am Donnerstag. „Ich bin den Helfern sehr dankbar“, sagt die Seniorin, deren Rente gerade so reicht. Mit einer vollen Tasche zieht sie von dannen. Im Hof warten noch weitere Menschen.

Weitere Helfer für die Abholfahrten werden momentan gesucht. „Wir brauchen Springer, die immer mal wieder einspringen können“, berichtet Jankowski. Interessenten sollten mobil sein und in der Lage sein, Kisten zu schleppen. (Jens Döll)

Kontakt

Interessenten für die Mithilfe bei der Tafel: Internet oder Tel.: 0 55 41 / 98 19 15.

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