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Das Abwasser als Corona-Frühwarnsystem - Kein Modell für Hann. Münden

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Von: Thomas Schlenz, Kim Henneking

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Sequenziert Abwasser: Susanne Lackner, Professorin für Abwasserwirtschaft an der TU Darmstadt, untersucht Proben aus Kläranlagen auf Corona-Viren.
Sequenziert Abwasser: Susanne Lackner, Professorin für Abwasserwirtschaft an der TU Darmstadt, untersucht Proben aus Kläranlagen auf Corona-Viren. ©  Arne Dedert/dpa

Coronaviren im Abwasser feststellen. Das wird gerade mit einem Projekt in Hessen untersucht. Könnte auch die Kläranlage in Hann. Münden bei solchen Projekten mitmachen? Fragen und Antworten dazu.

Kassel/Hann. Münden – Die Stadt Kassel nimmt seit September 2021 an einem Projekt zum hessenweiten Abwassermonitoring auf Corona-Mutationen teil. Die Leitung und -koordination erfolgt durch das Institut IWAR der TU Darmstadt. Bei dem Projekt werden die großen Städte in Hessen mit Kläranlagen der Größenklasse 5, dazu gehört auch Kassel, und einige Kläranlagen der Größenklasse 4 beprobt, mit dem Ziel, 40 bis 45 Prozent der Bevölkerung über ganz Hessen verteilt abzudecken. Wie steht es hierbei um die Kläranlagen im Altkreis Münden? Beteiligen Sie sich an ähnlichen Projekten? Fragen und Antworten dazu.

Wird in der Zentralkläranlage in Gimte das Wasser auf Coronaviren untersucht?

Laut Joachim Spiegler von der Hann. Mündener Stadtentwässerung werden die Abwässer nicht explizit auf das Coronavirus untersucht.

Warum nicht?

Für die erforderlichen Untersuchungen ist eine besondere Ausrüstung erforderlich. Außerdem wäre die Auswertung aufwendig und kostspielig.

Gäbe es Förderungen?

Das Bundesumweltministerium hat ein Modellvorhaben für 2022 ins Leben gerufen, bei dem das Sars-Cov-2-Abwasser-Monitoring an 20 Pilotstandorten betrieben werden soll. Die Entschädigung beträgt pauschal 60 000 Euro für die erforderlichen Leistungen für ein Jahr.

Warum ist das kein Modell für Hann. Münden?

Da mit dem pauschalen Zuschuss bei kleineren Kläranlagen wie der Zentralkläranlage Hann. Münden nicht alle anfallenden Kosten im Bereich der Auswertung abgedeckt würden, hat sich die Stadtentwässerung Hann. Münden nicht als Pilotstandort beworben.

Läuft das in anderen Ländern besser?

Laut Joachim Spiegler wird das Thema vorbildlich in Österreich/Tirol abgearbeitet. Dort müssen alle Kläranlagenbetreiber nur die Proben nehmen, die täglich per Kurier zur zentralen und übergeordneten Auswertung abgeholt werden. Ein Sars-Cov-2-Abwasser Monitoring dieser Form wäre laut Spiegler auch für Hann. Münden kein Problem und man hätte sich gern daran beteiligt.

Wie halten es die anderen Kläranlagen im Altkreis und in Göttingen?

Der Wasserverband Peine beteiligt sich in der Region auch nicht an Abwasser-Untersuchungen auf das Coronavirus.   Solche Projekte konzentrieren sich große Städte, nicht aber auf den ländlichen Raum, teilte eine Sprecherin mit. Auch die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) beteiligen sich nicht. (Kim Henneking/Thomas Schlenz)

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