Schnelles Netz

Unternehmen Goetel beginnt Bauarbeiten in Varlosen: Glasfaserausbau im Umland von Hann. Münden geht voran

Zwei Bauarbeiter beim Breitbandsausbau in Varlosen. Mahmoud Qudai (links) und Bauarbeiter Danilo Igor.
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Bauarbeiten: Unser Bild zeigt GeoDuct Bauleiter Mahmoud Qudai (links) und Bauarbeiter Danilo Igor, hier an der Bushaltestelle.

Schnelles Internet gibt es nicht überall in Deutschland. Trotzdem schreitet der Breitbandausbau voran. Goetel arbeitet nun in Varlosen daran.

In Varlosen hat der Glasfaserausbau begonnen. Die Firma GeoDuct, beauftragt von der Goetel GmbH, verlegt seit vergangener Woche die Rohre, die in dem Dorf der Gemeinde Niemetal in Zukunft für schnelleres Internet sorgen sollen. Seit Ende März ist Goetel in der Samtgemeinde unterwegs, berichtet Sprecher Christian Ruppelt. In Ellershausen sei der Ausbau fast abgeschlossen. Derzeit ist die Firma in Imbsen, Löwenhagen und Varlosen aktiv. Darauf folgen Bühren, Dankelshausen, Scheden, Meensen und auch Mielenhausen (Stadt Hann. Münden). Die Goetel GmbH macht noch keine Angaben dazu, wann der Ausbau voraussichtlich abgeschlossen sein wird.

Breitbandausbau im Altkreis Münden: Schnelles Internet bis in das Haus

Goetel baue in der Samtgemeinde Glasfaser bis zum Haus (FFTH) aus. Kunden erwarte eine maximale Downloadrate von 1000 Mbit/Sekunde. Der Ausbau erfolgt laut Bauleiter Mahmoud Qudai in zwei Schritten. Zunächst werden die leeren Rohre verlegt. Dafür fräsen die Bauarbeiter derzeit 60 Zentimeter tiefe Gräben in den Ortschaften. Zuerst wird auf den Hauptstraßen und zwischen den Ortschaften gefräst, später in den Nebenstraßen und bis zum Hauseingang – um sich einen Überblick zu verschaffen, sagt der Bauleiter aus Münster. Um Geld zu sparen, haben die Kunden auch die Möglichkeit, die Leitung bis zum Haus selbst zu legen, so Qudai. In den ausgehobenen Gräben werden die Rohre verlegt, über die Straße in einer Tiefe von einem Meter aufgrund des Drucks der darüber fahrenden Fahrzeuge, erklärt der Bauleiter.

Ein gelbes Band, das über der Leitung vergraben wird, warnt zukünftige Arbeiter, dass hier Kabel verlaufen. In den Rohren befinden sich zwischen den Ortschaften jeweils sieben kleinere Rohre und innerhalb der Dörfer bis zu 24 Rohre, die farblich markiert sind. Bei einem Schaden kann man so zurückverfolgen, welche Leitung beschädigt ist. Solange die Baumaßnahme noch nicht abgeschlossen ist, würden die Bauarbeiter die Gräben nur provisorisch mit Schotter schließen, später solle der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden. In einem zweiten Schritt soll dann das Internetkabel durch das Rohr durchgeblasen werden. Auch hierfür wird noch kein Termin von Goetel bekannt gegeben.

Breitbandsausbau: In Dankelshausen wurden die Arbeiten gestoppt

In Dankelshausen wurde der Bautrupp hingegen vorerst durch den Realverband der Teilungs- und Verkoppelungsinteressenten gestoppt, informiert Karsten Trauschke. Der Verband sorge sich um die geringe Tiefe, in der die Glasfaserkabel vergraben werden. Landmaschinen könnten diese eventuell später beschädigen. Außerdem würden die Feldwege durch die Bauarbeiten beschädigt und Goetel habe den Verband nicht zufriedenstellend vor Baubeginn über diesen informiert. Ein erstes Gespräch zwischen den Parteien fand am Donnerstag statt. Der Verband hat Unterstützung durch das Landvolk Göttingen erbeten.

Den Breitbandausbau im Landkreis Göttingen betreut die Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG). Der Ausbau wird von Bund, Land und EU gefördert und von der Deutschen Telekom AG umgesetzt. Symbolischer Spatenstich in der Samtgemeinde war am 12. Dezember 2018 in Ossenfeld. 890 Kilometer Glasfaser werden laut Telekom für 16 000 Haushalte und 530 Unternehmen verlegt. Die Telekom verlegt Glasfaser bis zum Verteilerkasten, ab dort verlaufen Kupferkabel bis in die Haushalte (FTTC), die mit mindestens 50 Mbit/Sekunde versorgt werden sollen.

In die Tiefe: Andrei Cicati (links) und Erik Pall bereiten einen Anschluss vor.

Die Corona-Krise funkte dem Breitbandausbai in Hann. Münden dazwischen

Ursprünglich sollte der Ausbau bis Ende Dezember 2019 abgeschlossen sein. Das neu gesetzte Ziel Mitte Sommer könne nun aufgrund der Coronakrise nicht eingehalten werden, informiert die WRG. Es sei zum derzeitigen Stand noch nicht absehbar, wann die letzten unversorgten Flecken geschlossen werden könnten.

Breitbandausbau: Varlosen noch nicht mit Glasfaser versorgt

Varlosen ist bisher von der Telekom nicht mit Glasfaser versorgt worden. Der Ort sei an einem nicht mehr nachvollziehbaren Zeitpunkt aus dem Planungsprozess herausgefallen, sagte der Landkreis Anfang 2020. Dies sei später aufgefallen, formal musste ein Antrag gestellt werden. Die Telekom hatte laut eigenen Angaben ein Angebot vorgelegt und wartete auf die Beauftragung des Landkreises. Die Telekom bestätigte nun, dass die Beauftragung erfolgt und der Bau in Varlosen in Planung sei. Ein Datum nannte sie nicht. Zum Stand der Arbeiten im Altkreis Münden heißt es, dass derzeit in Hedemünden gebaut werde, wo Tiefbau, Einziehen der Kabel und Montage zu 90 Prozent erledigt seien. In der Samtgemeinde Dransfeld sei der Ausbau abgeschlossen und die höheren Geschwindigkeiten teilweise schon für Kunden buchbar. In der Gemeinde Staufenberg sei das schnellere Internet bereits seit September 2019 buchbar.

Baugruben stehen in manchen Orten unverändert offen

Auch bei der jüngsten Sitzung der Samtgemeinderats Dransfeld wurde der Breitbandausbau angesprochen. Bürgermeister Mathias Eilers berichtete, dass die Ausbauarbeiten in der Stadt Dransfeld und Jühnde abgeschlossen seien.

In Scheden, Meensen und Barlissen gehe es jedoch seit Monaten nicht weiter, hier stünden die Baugruben unvollendet offen. „Die Barlisser sind extrem sauer, es wurden verschiedene Daten genannt und nicht eingehalten. Jetzt heißt es vielleicht Oktober“, sagte Hella Scheidemann, Ratsmitglied aus Barlissen für die CDU. „Die Situation ist mehr als frustrierend“, stimmte Eilers zu. Die Telekom gebe keine befriedigenden Auskünfte, die Samtgemeinde bleibe an dem Thema dran. Auf Nachfrage antwortet die Telekom, dass die Baugruben während der Ausbauphase offen blieben, weil verschiedene Arbeitsschritte noch stattfinden müssten: „Wir haben unsere Baugruben im Blick.“

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