Ende einer 137-jährigen Geschichte: Der Gesangsverein Harmonia Laubach wird endgültig aufgelöst

Gruppenfoto: Der Gesangsverein Harmonia Laubach, mit Chorleiterin Friedegard Bete, 2009. Ziel des Bildes war die Nachwuchswerbung.
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Gruppenfoto: Der Gesangsverein Harmonia Laubach, mit Chorleiterin Friedegard Bete, 2009. Ziel des Bildes war die Nachwuchswerbung.

Das Ende einer langen Geschichte. Der Verein Harmonia Laubach wird endgültig aufgelöst. Das Restvermögen des Vereins geht an das Hospiz in Hann. Münden.

Laubach – Ein steiniger Weg liegt hinter Manfred Förster und Erich Scheinhütte, nun sind sie am Ziel. Allerdings ist es kein schönes, festliches Ziel. Es ist vielmehr die endgültige Auflösung des Männergesangsvereins Harmonia Laubach.

Ende nach 137 Jahren: Harmonia Laubach

Förster, eigentlich Schriftführer des Vereins, ist der „Liquidator“. Er ist von Rechtswegen bestellt, die Harmonia abzuwickeln. Scheinhütte ist Kassenwart.

Gegründet wurde der Verein 1884, 2009 feierten die Herren ihren 125. Vereinsgeburtstag. Doch es sei über die Jahre immer schwerer geworden, neue Mitglieder zu finden. „Wir waren ein qualitativ angesehener Gesangsverein“, berichtet Förster. Zuletzt habe man noch 19, zum Teil hochbetagte, Mitglieder gehabt. Zu wenig, um den Singbetrieb nachhaltig aufrechtzuerhalten. Bereits seit Langem hätte es Auflösungsbestrebungen gegeben.

Abwickelung bereits seit Jahren geplant

Doch hier spielte das Schicksal dem Verein einen bösen Streich: 2019 starb der erste Vorsitzende der Harmonia, Walter Siegmund, der mit der beginnenden Vereinsauflösung betraut war. 2020 starb der zweite Vorsitzende, der die Liquidation übernehmen sollte, Dieter Noll, ebenfalls. Nun ging das Zepter über an Manfred Förster. Hinzu kam noch der Beginn der Coronakrise. „Ich habe Unterschriften von allen 19 Mitgliedern gebraucht, um den Verein abzuwickeln“, berichtet er. Da aber wegen der Pandemie eine Jahreshauptversammlung nicht ohne Weiteres möglich gewesen sei, blieb nur, die Unterschriften einzeln „einzusammeln“. „Das war nervenaufreibend“, sagt Förster.

Erich Scheinhütte (links, Kassenwart) und Manfred Förster (Schriftführer). Die beiden sind mit der Auflösung der Harmonia Laubach beschäftigt.

Für ihn und Erich Scheinhütte geht mit dem Ende des Männergesangsvereins auch ein Kapitel des eigenen Lebens zusende. „Ich singe, seit ich 15 bin“, sagt der Senior. Trotzdem falle den beiden auch ein Stein vom Herzen, dass der mühsame Prozess nun endlich sein Ende finde.

Spende: 450 Euro an das Hospi in Hann. Münden

Das restliche Vermögen, 450 Euro, wird als Spende dem Awo-Hospiz in Hann. Münden überreicht. „Das bekommen wir quittiert und können es dann dem Gericht bestätigen.“ Damit endet dann die 137-jährige Geschichte des Männergesangsvereins Harmonia Laubach.

Bereits zur 125-Jahr-Feier 2009 gab es erste Auflösungsberichte für den Verein. Der Verein hat sich lange bemüht, um Nachwuchs zu werben. Allerdings seien alle Versuche gescheitert. „Wir hatten traditionelles Liedgut, das könnte ein Grund gewesen sein, dass wir keinen Nachwuchs ran bekamen“, mutmaßt Förster. Die Zahl der aktiven Sänger ließ somit immer mehr nach und der Ausfall eines einzigen bedrohte dann schon die Auftrittsfähigkeit des Vereins. (Jens Döll)

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