Aktion in Lippoldshausen

Der Trecker muss zum TÜV: Aktionstag in Lippoldshausen für Schlepperbesitzer

Trecker-TÜV: Herbert Göbel auf seinem Ford 3000 zu sehen, dahinter steht Prüfer Ulrich Siebold.
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Trecker-TÜV: Herbert Göbel auf seinem Ford 3000 zu sehen, dahinter steht Prüfer Ulrich Siebold.

Auch Dieselross, Ford 3000 und MB trac 900 müssen zum TÜV. Die Rede ist von Traktoren. Ein TÜV-Termin fand nun in Lippoldshausen (Hann. Münden) statt.

Lippoldshausen – Ulrich Siebolds Kommandos sind kurz und präzise: „Gas geben und dann Vollbremsung.“ Das lässt sich Kurt Pielok nicht zweimal sagen: Ein kräftiger Fußdruck und sein über 50 Jahre alter Deutz D25 quittiert den Übergang in die Beschleunigung zunächst mit einem kräftigen Motorengeräusch und einem rauchenden Auspuff. Das Gefährt nimmt volle Fahrt auf, aber nur für wenige Meter, und dann: bremsen! Abrupt stoppt der grüne Trecker. Der Bremsweg ist nur minimal kurz und Prüfer Siebold zufrieden: Diese Prüfung war die letzte in der Reihe und der begehrten TÜV-Plakette steht nichts mehr im Wege.

TÜV in Lippoldhausen: Die alten Schätzchen fit machen

Trecker-TÜV im Dorf, das heißt für viele Schlepperbesitzer im Ort: Die alten Schätzchen fit machen, Beleuchtung überprüfen, alle kritischen Punkte durchschauen, notfalls Fehler abstellen. Denn auch Oldtimer-Schlepper müssen fit sein, nehmen sie doch genauso am Straßenverkehr teil wie gewöhnliche Autos. Wenngleich, so Prüfer Siebold, die Liste der zu prüfenden Punkte deutlich kürzer sei als das, was an einem neuen Auto geprüft werden muss: „An den alten Treckern ist ja nicht so viel Technik dran, die kaputt gehen kann.“

Die ersehnte Plakette: Auch Traktoren müssen regelmäßig zum Tüv.

Schon seit vielen Jahren gibt es mehr Hobby-Schlepper im Dorf als Trecker von aktiven Landwirtschaftsbetrieben. Und so haben sich am Samstagmorgen elf Trecker zur Prüfung eingefunden, deren Eigentümer ihre Veteranen meist eher aus Liebe zur alten Technik pflegen und unterhalten. So wie bei Stefan Ring, der heute ebenfalls seinen D25 vorstellt. Blinker links, Blinker rechts, Bremslicht – alles funktioniert. Auf einem speziellen Prüfstand wird die Einstellung der Scheinwerfer überprüft. „Jetzt mal Lenkung einschlagen“, sagt Prüfer Siebold und erklärt gleich dazu: „Spurstange, Radlager, Mittelachsbolzen – das sind alles Teile, die im Laufe der Jahre ausschlagen können, der Schlepper wäre dann nicht mehr verkehrssicher.“ Denn bei einem Unfall gefährde der Fahrer nicht nur sich selber, sondern unter Umständen auch andere Verkehrsteilnehmer. Aber bei Ring wackelt nichts, auch die Bereifung seines gepflegten Schätzchens ist noch tipptop. Schwere Arbeiten müsse der sowieso nicht mehr verrichten, verrät er, sondern er nutze den Trecker gern für Ausfahrten – und weil es einfach schön sei, einen Oldtimer-Schlepper zu besitzen.

Trecker-TÜV: Umweltschutz spielt eine Rolle

Siegfried Wenzel hat den Trecker-TÜV-Tag in Lippoldshausen organisiert.

Siebold prüft auch, ob die Bremsen gleichmäßig ziehen – gerade bei Trommelbremsen könnten diese irgendwann ausgeschlagen sein und nur noch einseitig bremsen, bei einer Vollbremsung lande man dann mitunter im Gegenverkehr oder im Graben. Auch der Umweltschutz spielt eine Rolle: Die Trecker dürfen nicht ölen, keine Treibstoffe und Betriebsmittel verlieren. Manche kommen gleich mit mehreren Treckern. Kurt Pielok stellt neben seinem Deutz noch seinen Fendt Farmer 102S vor, Herbert Göbel neben seinem Ford 3000 Oldtimer auch seinen großen Allradschlepper von Ford, den 6610 mit 82 PS. Auch bei ihm, der größten Wert auf die technische und optische Pflege legt, alles in bester Ordnung. Der größte Trecker an diesem Tag ist das jedoch nicht. Diesen stellt Roland Pielok mit seinem hübsch aufgearbeiteten MB trac 900 mit immerhin 90 PS. Da kann Siegfried Wenzel, der den Trecker-TÜV-Tag organisiert hat, nicht ganz mitreden. Auch er besitzt einen Deutz D25 mit – wie sollte es anders sein – 25 PS. „Aber der bleibt heute in der Scheune, der hat erst in einem halben Jahr TÜV.“ (Christian Mühlhausen)

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