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Das Alumnat am Kattenbühl: Von der Schule zur Wache - Teil 2

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Von: Sarah Schnieder

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Das alte Alumnatsgebäude um 1980. Kurze Zeit später zog der ASB ein und machte das Haus zur Einsatzzentrale und Rettungswache.
Das alte Alumnatsgebäude um 1980. Kurze Zeit später zog der ASB ein und machte das Haus zur Einsatzzentrale und Rettungswache. © Stadtarchiv Hann. Münden

Wo heute der ASB Kreisverband Göttingen-Land ist, war früher ein besonderes Wohnheim. Das Alumnat in Hann. Münden. Der Weg führte von einer Schule zur Rettungswachse.

Hann. Münden – Ab Mitte der 1950er-Jahre war die Zeit des Alumnats am Kattenbühl abgelaufen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hatte es Schülern des Gymnasiums Wohnraum geboten, 1954 war es damit vorbei. Stattdessen zog die Berufsschule in das imposante Gebäude. Zusätzlich ließ die Stadt zwischen ehemaligem Alumnat und Bahnhof eine fast parkähnliche Grünanlage eingerichtet, zu der sogar Wasserspiele gehörten.

Hann. Münden: 1954 war die Zeit des Alumnats langsam vorbei

Sie wurden aus dem architektonisch herausragenden Brunnenhaus gespeist. Auch die Berufsschule hielt sich nicht allzu lang. Nach rund 15 Jahren war auch dieses Kapitel jedoch wieder beendet. Steigende Schülerzahlen und damit einhergehender Platzmangel führten zu einem erneuten Umzug, diesmal nach Gimte. Das alte Alumnatsgebäude blieb aber noch einige Zeit Schule, denn das Grundschulsystem sollte umstrukturiert werden. Damals gab es im heutigen Geschwister-Scholl-Haus die zentrale Grund- und Volksschule. Das sollte angepasst und auf mehrere kleinere Schulgebäude über die Stadt verteilt werden.

Diese Pläne sahen auch eine Grundschule für den Bereich am Kattenbühl vor. Nachdem Hermannshagen und Neumünden noch in den 50er-Jahren (genauer 1954 und 1958) ihre neuen Grundschulgebäude erhielten, musste der Kattenbühl noch etwas warten.

Die neue Grundschule am Königshof war erst 1964 bezugsfertig. Mit dem Auszug der Grundschule war dem Schulkapitel aber noch nicht ganz ein Ende gesetzt. Der Schulträger Landkreis Göttingen nutzte das Gebäude unter anderem für den Hauswirtschaftsunterricht der Hauptschule. Weite Teile des Gebäudes standen aber zunächst einige Zeit leer, dienten lediglich gelegentlich verschiedenen Übergangszwecken (beispielsweise als Unterkunft für Flüchtlinge im Zuge des Jugoslawienkonflikts).

ASB übernimmt die Immobilie

Seine bis dato finale Verwendung fand das alte Alumnat Mitte der 80er-Jahre, als der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in das Gebäude einzog. Nach seiner Neugründung 1962 (1933 war der ASB durch die Nationalsozialisten verboten worden) hatte der ASB zunächst sein erstes Vereinsheim auf dem Tanzwerder. Nach den neuen Anfängen mit Sanitätsdiensten bei Fußballspielen kam 1972 der erste Krankentransport dazu. 1984 schließlich richtete der ASB mit 17 hauptamtlichen Mitarbeitern am Kattenbühl 12 seine Einsatzzentrale und Rettungswache ein. Diesem Zweck dient das Gebäude noch heute. Dort, wo einst Alumnen und Berufs- und Grundschüler ihre Pausen verbrachten, stehen heute Garagen und Carports für die Einsatzfahrzeuge des Rettungsdienstes. Statt spielenden Kindern laufen heute Sanitäter über den Hof.

Ganz verloren hat das Gebäude den Bezug zur Lehre aber nicht. Denn: In den ehemaligen Unterrichtsräumen lernen heute beispielsweise Fahrschüler die Grundlagen der Ersten Hilfe und wer genau hinsieht, kann hier und da noch das ein oder andere Überbleibsel aus vergangenen Zeiten sehen. (Sarah Schnieder)

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