Eltern geht's zu langsam

Digitalpakt: Mündener Stadtverwaltung weist Kritik an Schulmodernisierung zurück

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Hann. Münden: Digitalpakt - Stadtverwaltung weist Kritik zurück

Die Stadtverwaltung Hann. Münden weist Kritik an der Umsetzung des Digitalpaktes zurück. Von diesem sollen digitale Klassenzimmer entstehen.

Fünfeinhalb Milliarden Euro stellt der Bund mit dem Digitalpakt Schule zur Verfügung. Dem Stadtelternrat der Dreiflüssestadt geht die Umsetzung zu langsam – die Stadtverwaltung widerspricht aber.

Die Vorsitzenden des Stadtelternrates der Mündener Schulen, Holger Sparbier und Nico Geisenhof, fühlen sich in Sachen Digitalpakt von Bürgermeister Wegener und dessen Verwaltungsspitzen im Stich gelassen. 

Das bemängelt der Stadtelternratsvorstand 

„Unsere Mündener Schulen können davon profitieren und endlich digitale Klassenzimmer eingerichtet werden, aber die Stadt hat bis heute noch keinen einzigen Förderantrag gestellt“, bemängelt der Stadtelternratsvorstand in einem Schreiben an die HNA. 

„Um an die begehrten Finanztöpfe zu kommen, müssen Konzepte entwickelt werden. Bereits im vergangenen September hatte der Stadtelternrat die maßgeblichen Verantwortlichen der Stadt zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Digitalpakt“ eingeladen.

Die Stadt lässt auf sich warten

Die Teilnahme wurde kurzfristig abgesagt“, bemängeln Sparbier und Geisenhof. Auch zu einer weiteren Infoveranstaltung im Dezember sei kein Vertreter der Stadt erschienen. An diesem Abend ist laut Stadtelternrat die Mündener IT-Firma DOS Software Systeme ihr Konzept zum digitalen Unterricht vor. Als zertifiziertes Unternehmen kann es ein Paket liefern, das auf die Bedürfnisse der jeweiligen Schulen abgestimmt ist.

Vorsitzender Holger Sparbier

„Möglichkeiten, schnell und gezielt an Fördergelder zu kommen gibt es sogar vor Ort, aber Bürgermeister Wegener scheint das nicht zu interessieren“, sagt Holger Sparbier. Der Vorsitzende des Stadtelternrats fordert ein schnelles Handeln der Stadt. 

„Jeder Tag zählt. Es kann doch nicht sein, dass unsere Kinder nicht für die Zukunft geschult werden können, weil die Verwaltung die Gegenwart verschläft!“ Die Stadtverwaltung um Bürgermeister Harald Wegener weist die Vorwürfe der Untätigkeit als nicht zutreffend zurück. 

Das entgegnet die Stadt den Kritikern 

„Die Stadt als Schulträger ist bereits seit Herbst 2019 auf der Förderplattform „Digitale Schule“ des Landes registriert“, teilt Sprecherin Julia Bytom mit. 

Die zuständigen Mitarbeiter hätten seit dem Start des Digitalpaktes im August kommunale beziehungsweise kommunal organisierte Informations- und Fortbildungsveranstaltungen wahrgenommen. Auch die Schulen wurden eingebunden. „Mit den Schulleitungen gab es eine Dienstbesprechung im Oktober 2019. Eine Bestandsaufnahme der vorhandenen IT-Technik in den einzelnen Grundschulen wurde im Nachgang initiiert“, teilt Bytom mit.

Vorsitzender Nico Geisenhof

Eingerichtet wurde bei der Stadt zudem eine Steuerungsgruppe „Digitale Schule“ (Schulverwaltung, EDV, Gebäudemanagement/Hochbau und Vertreter der Grundschulen), die sich in Kürze trifft.

Das braucht es in Zukunft 

Was es braucht, sei eine dauerhaft verlässliche technische Infrastruktur in den Schulen. Soweit dabei auch die Beauftragung Dritter notwendig sei, gelte es das Vergaberecht zu beachten.

Für den Haushalt 2020 wurden im vergangenen Herbst die entsprechenden Mittel angemeldet; der Haushalt ist aber noch nicht beschlossen. Diese Information habe der Stadtelternrat auch bekommen.

Zur fehlenden Teilnahme an den Informationsveranstaltungen schreibt die Verwaltung: „Eine Teilnahme der Stadt an der Informationsveranstaltung im September 2019 (eingeladen war die Stadt als Zuhörer) war kurzfristig leider nicht möglich. Die weitere Informationsveranstaltung im Dezember 2019 war zumindest der Schulverwaltung nicht bekannt.“ 

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